Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit >

Facebook: Freundefinder sammelt E-Mail-Adressen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Facebook Freundefinder  

Warum Facebook auch Sie kennt

03.02.2011, 15:01 Uhr | Andreas Lerg

Facebook: Freundefinder sammelt E-Mail-Adressen. Der umstrittene Freundefinder von Facebook. (Screenshot: t-online.de)

Der umstrittene Freundefinder von Facebook. (Screenshot: t-online.de)

Kein Facebook-Mitglied? Macht nichts, das soziale Netzwerk kennt Sie wohl doch. Immer mehr Facebook-Verweigerer geraten ohne ihr Wissen in den Sog des Internetriesen. Das ständig wachsende soziale Netzwerk sammelt gezielt Namen und E-Mail-Adressen von Nichtmitgliedern und geht mit diesen Daten auf Mitgliederfang.

Im E-Mail-Postfach wartet eine Einladung bei Facebook endlich Mitglied zu werden – schließlich sind bereits einige Bekannte in dem sozialen Netzwerk dabei. Der Absender der E-Mail ist Facebook selbst und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sind bekannte Gesichter in der Nachricht zu sehen: die Profilbilder der als Freunde vorgeschlagenen Personen. Doch woher kennt Facebook die E-Mail-Adresse der Nichtmitglieder und woher weiß das Netzwerk, wer mit dem E-Mail-Empfänger bekannt ist? Facebook bietet mit dem so genannten Freundefinder eine Funktion an, mit der Mitglieder ihre Adressdatensammlungen aus Outlook, Webmaildiensten aber auch Skype und ICQ zu Facebook hochladen können. Zweck der Übung sei es, dass ein Nutzer schnell und einfach Bekannte auf Facebook finden kann.

Facebook sammelt Daten von Nichtmitgliedern

Doch diese hilfreiche Funktion hat einen Pferdefuß: Mit dem Freundefinder sammelt Facebook auch persönliche Daten von Personen, die das soziale Netzwerk gar nicht nutzen. Damit aber verstößt Facebook nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) unter anderem gegen Paragraph 4 des Bundesdatenschutzgesetzes. Dieser regelt, dass nutzerbezogene Daten nur erhoben und verarbeitet werden dürfen, wenn der Betroffene zuvor seine Einwilligung dazu gegeben hat. Das aber ist beim Freundefinder nicht der Fall, weshalb der VZBV Facebook im November 2010 verklagte.

Computer-Video 
Facebook: Die richtigen Einstellungen

So schützen Sie Ihre Privatsphäre optimal. Video

Facebook analysiert Beziehungsnetze

Facebooks zentrales Interesse ist es, Mitglieder zu gewinnen. Wer bereits jemanden auf Facebook kennt, soll dadurch motiviert werden, dem Netzwerk beizutreten. Deshalb analysiert Facebook die Kontaktdaten seiner Mitglieder nicht nur auf Beziehungen untereinander, sondern auch auf Verbindungen zu Nichtmitgliedern. Taucht eine bei Facebook nicht registrierte E-Mail-Adresse beispielsweise in den Kontaktdaten mehrerer Mitglieder auf, leitet Facebook daraus ab, dass der Fremde vermutlich einen oder mehrere Nutzer kennt. Dann verschickt das System automatisiert die entsprechend maßgeschneiderte Einladungs-Mail.

Facebook muss nachbessern

Hamburgs Datenschützer Prof. Dr. Johannes Caspar bemängelte, dass der Facebook-Freundefinder nicht dem deutschen Datenschutzrecht entspricht. Zum einen ist für den Nutzer nicht transparent, was mit den Daten geschieht, die er hochgeladen hat. Zum anderen werden die Daten von Nichtmitgliedern ohne deren Einwilligung für die Mitgliederwerbung genutzt. Facebook hat Ende Januar eingewilligt, den Freundefinder nachzubessern und an deutsche Datenschutzbestimmungen anzupassen. So soll der Nutzer künftig eine transparente Kontrolle über die von ihm importierten Adressen erhalten. Auch soll er selbst bestimmen können, ob Nichtmitglieder aus seiner Kontaktliste angeschrieben werden. Wenn Sie den Freundefinder schon benutzt haben, können Sie mit diesem Link die hochgeladenen Daten löschen: http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php

Nichtmitglieder sollen Werbemails sperren können

Weiterhin hat Facebook zugesagt, auch den Versand der E-Mails zur Mitgliederwerbung anzupassen. So muss eine solche Mail einen Link zur einer Infoseite enthalten, die das Nichtmitglied informiert, warum er diese Mail bekommen hat. Außerdem muss die Mail auch eine Funktion enthalten, über die der Empfänger weitere Mails sperren kann. Weiterhin dürfen die E-Mails keine Bilder von möglicherweise bekannten Personen enthalten. Diese dürfen dem Eingeladenen erst in einem zweiten Schritt angeboten werden, für dessen Nutzung sich der Empfänger entscheiden kann.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Facebook, wkw, StudiVZ & Co.: Soziale Netzwerke im Internet boomen – sind Sie dabei?
Anzeige
Video des Tages
Schock 
Ungeahnte Gefahr aus dem Meer zieht Kind ins Wasser

Das vermeintlich zutrauliche Tier schnappt nach einem kleinen Mädchen - und zieht das Kind ins Wasser. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Ihr neues Kraftpaket mit dem roten Ring

Innovative, sparsame und besonders verlässliche Haushaltsgeräte von Bosch. OTTO.de

Shopping
Highspeed-Surfen für nur 19,95 € mtl. im 1. Jahr*

Jetzt beim Testsieger surfen und 110 Online-Vorteil sichern!* www.telekom.de Shopping


Anzeige
shopping-portal