05.04.2011, 12:30 Uhr | dpa, Damian Robota
Microsoft startet seinen Kartenfotodienst Bing Streetside nun offiziell in Deutschland. Damit versucht das Unternehmen auch hierzulande Google Street View Konkurrenz zu machen. Mit Streetside verfügt Microsoft über ein vergleichbares Angebot, das bisher jedoch nur Straßenansichten von einigen US-Städten zeigt. Die ersten Kameraautos werden ab dem 9.Mai durch die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Augsburg fahren und Aufnahmen machen. Erste Bilder sollen dann im Sommer veröffentlicht werden.
"Wir haben uns mit den Befahrungen und der Markteinführung in Deutschland bewusst Zeit genommen, um vorher intensiv mit Branchenverbänden, politischen Vertretern und Datenschützern zu sprechen", sagte Microsoft-Manager Serverin Löffler vor dem offiziellen Deutschlandstart. Löffler leitet bei Microsoft Deutschland die Abteilung Recht und Politik.Der Softwarekonzern habe aus den Fehlern von Google gelernt. Google Street View fotografierte bereits Straßen, Häuser und Landschaften in Deutschland. Nicht selten waren dabei einzelne Gesichter oder Autokennzeichen unverpixelt auf den Aufnahmen zu sehen. Dies hat bei Datenschützern und auch bei Bürgern teilweise heftige Kritik ausgelöst.
Google machte nur zögernd Zugeständnisse beim Datenschutz und richtete nach einiger Zeit eine Widerspruchsmöglichkeit für Bürger gegen die Abbildung des eigenen Hauses ein. Während der ganzen Aufregung um den Geodienst hat Microsoft die Zeit genutzt, um einen besseren Start des Dienstes in Deutschland zu planen. Um juristische Probleme zu vermeiden, führte der Softwarekonzern Gespräche mit Datenschützern. Auf der CeBIT 2011 unterzeichnete Microsoft zudem eine Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft. Darin ist vor allem ein Datenschutzkodex für Geodienste enthalten, mit dem sich das Unternehmen verpflichtet bei technologischen Produkten den Datenschutz zu gewährleisten. Bereits im Dezember letzten Jahres gab Microsoft bekannt, entgegen seiner ursprünglichen Pläne bei seinem Straßenfotodienst nun doch einen Vorab-Widerspruch ermöglichen. "Widerspruchsmöglichkeiten bestehen per Internet, E-Mail und Post bis zu zwei Monaten vor der Veröffentlichung", erklärte eine Sprecherin des Konzerns.
Der Kartenanbieter Navteq stellt für Microsoft die Basis für die Straßenaufnahmen bereit. Im Gegensatz zu Google Street View möchte Streetside auch 3D-Aufnahmen erfassen. Dabei sollen hunderte Bilder in ein nahtloses 3D-Modell zusammengefasst werden. Ob dies auch bei Aufnahmen in Deutschland der Fall sein wird, steht bisher noch nicht fest. Für den Nutzer hat ein 3D-Modell einen klaren Vorteil: Die Kartenansichten werden plastischer und deutlich präziser. Microsoft stellt ab dem 8.Mai auf dieser Seite einen detaillierten Fahrplan der Streetside-Kameraautos sowie ausführliche Informationen bereit.
Um Microsofts Streetside ausprobieren zu können, müssen Sie auf die US-Version von Bing Maps umschalten. Der Geodienst ist bisher nur als Beta-Version verfügbar. Klicken Sie unten auf den Button "Streetside: Explore at eye Level". Anschließend zeigen Ihnen blaue Straßenmarkierungen an, in welchen US-Städten Streetside-Ansichten verfügbar sind. Weil der Dienst technisch auf Microsofts Silverlight basiert, kann es sein, dass Ihr Browser Sie zur Installation des Plug-Ins auffordert. Mit einem Doppelklick tauchen Sie direkt in die Straßenansicht ein. Die Steuerung ist der von Google Street View sehr ähnlich. Mit einem Klick in ein Bild wechseln Sie zum nächsten Aufnahmestandort. Das blaue Bing-Männchen hilft Ihnen dabei mit seinen praktischen Richtungsangaben bei der Navigation.
Quelle: dpa, Damian Robota
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