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Megaupload: US-Regierung war guter Kunde bei Kim Schmitz

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US-Regierung war guter Kunde bei Megaupload

13.03.2012, 09:51 Uhr | t-online.de, dpa

Megaupload: US-Regierung war guter Kunde bei Kim Schmitz. Dem Megaupload-Gründer Kim Schmitz drohen 20 Jahre Haft. (Quelle: dpa)

Dem Megaupload-Gründer Kim Schmitz drohen 20 Jahre Haft. (Quelle: dpa)

Eine große Zahl von US-Politikern und Beamten gehörte zu den regelmäßigen Nutzern von Megaupload.Das behauptet der Boss der Seite Kim Schmitz in einem Interview mit dem Szene-Blog TorrentFreak. Darunter befänden sich Vertreter des amerikanischen Justizministeriums genauso wie einige US-Senatoren. Schmitz, der sich mittlerweile Kim Dotcom nennt, steht in seiner Wahlheimat Neuseeland unter Hausarrest und kämpft gegen eine Auslieferung in die USA. Dort soll ihm wegen vielfacher Verstöße gegen das Urheberrecht der Prozess gemacht werden.

Dass auch hohe US-Beamte zu den Nutzern von Megaupload zählten, sei bei einer Inventur aller bestehenden Upload-Konten aufgefallen, so Schmitz. Nach seiner Darstellung handelte es sich bei Megaupload um einen vollkommen legalen Service für Sicherung und Tausch privater Daten. Zahlreiche Nutzer der Seite hätten nun seit der Sperrung der Seite keinen Zugriff mehr auf ihre privaten Fotos oder wichtige Dokumente. Die Inventur sei ein erster Schritt, um für diese Nutzer mit dem US-Justizministerium einen temporären Zugang zu ihren Konten zu verhandeln, damit die Betroffenen ihre Daten sichern könnten.

Urheberrechtsverstöße über 500 Millionen Dollar

Dotcom (38), der ursprünglich Schmitz hieß, war zusammen mit mehreren Mitarbeitern im Januar nach einer Razzia auf seinem Anwesen bei Auckland festgenommen worden. Die USA werfen ihm Urheberrechtsverletzungen mit einen Schaden von einer halben Milliarde US-Dollar vor. Sie haben die Plattform vom Netz genommen und verlangen Dotcoms Auslieferung. Die Beschuldigten beteuern ihre Unschuld und wehren sich gegen die Auslieferung. Sie sind gegen Kaution auf freiem Fuß. Die Auslieferungsanhörung ist im August.

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Vorwürfe "irreführend und bösartig"?

Im ersten Interview seit seiner Festnahme im Januar in Neuseeland bezeichnete Dotcom die Vorwürfe gegen ihn als politisch motiviert. Einem Reporter der Zeitung Herald on Sunday sagte Dotcom, die Behörden hätten sich in ihrer 90-seitigen Anklageschrift E-Mails und andere Beweise in einer Art und Weise herausgepickt, die "irreführend und bösartig" sei. Bis zu einer Anhörung über die Auslieferung an die USA im August stehen Dotcom und seine Kollegen unter Hausarrest. Bis dahin darf Dotcom unter strengen Kautionsauflagen in seinem Anwesen nördlich von Auckland warten.

Bis zu 20 Jahre Haft für Kim Schmitz

Der 38-jährige Dotcom, der als Kim Schmitz in Kiel geboren wurde, aber seinen Namen änderte, wurde Ende Februar aus der Untersuchungshaft entlassen. Er hat die deutsche und finnische Staatsbürgerschaft und besitzt seit 2010 eine Aufenthaltserlaubnis für Neuseeland. Dotcom lebte auch in Hongkong, wo Megaupload registriert ist. Der US-Anklage zufolge war Megaupload ein zentraler Umschlagplatz für Raubkopien von Musik und Kino-Hits. Die Betreiber hätten die massiven Urheberrechtsverletzungen nicht nur gefördert, sondern auch selbst mindestens 150 Millionen Dollar daran verdient, lautet der Vorwurf. In den USA können derartige Vergehen mit einer maximalen Freiheitsstrafe von 20 Jahren geahndet werden.

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