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Twitter-Nachricht rettet Entführungsopfer

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Twitter-Nachricht rettet Entführungsopfer

12.04.2012, 10:06 Uhr | Sascha Plischke

Twitter-Nachricht rettet Entführungsopfer. Twitter-Nachricht rettet Entführungsopfer (Quelle: dpa)

Twitter-Nachricht rettet Entführungsopfer (Quelle: dpa)

 

Sein Handy und der Twitter-Account seiner Freundin haben einem jungen Mann in Südafrika mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leben gerettet. Als zwei bewaffnete Männer sein Auto entführen und sich mit ihm im Kofferraum davon machen, gelingt es dem Mann über sein Handy eine SMS abzusetzen. Seine Freundin rief daraufhin über Twitter um Hilfe, tausende Nutzer verbreiten die Nachricht weiter. Eine ganze Reihe Freiwilliger machte sich schließlich auf die Jagd nach dem gestohlenen Auto – und dem verzweifelten Opfer darin.

Das so genannte Carjacking gehört in Südafrika zum Alltag. Immer wieder überfallen Bewaffnete auf offener Straße Fahrzeuge, rauben die Insassen aus und entführen das Auto. Auch immer wieder kommt es vor, dass die Besitzer im Kofferraum mit entführt werden – entweder um Lösegeld zu erpressen, oder um irgendwo als Leiche zu enden. Tote machen schließlich keine Zeugenaussagen mehr. Der junge Südafrikaner hatte also allen Grund dazu, um sein Leben zu fürchten, als ihn zwei Gangster in einem Vorort von Johannesburg aus seinem VW Golf zerrten, in den Kofferraum sperrten und mit ihm davonbrausten.

Opfer kann Hilferuf per SMS senden

Zum Glück übersahen die Verbrecher jedoch das Handy ihres Opfers. Damit konnte der Mann einen Hilferuf per SMS an seine Freundin absetzen. Die zögerte nicht lange, verständigte die Polizei und wandte sich um 9:11 Uhr an die Twitter-Gemeinde: "Haltet Ausschau nach [dem Kennzeichen] DSS041GP. Mein Freund ist gerade entführt worden und steckt im Kofferraum. Bitte RT." Das RT steht für "Retweet", also das Weiterverbreiten einer Twitter-Kurznachricht. Und genau das tun ihre Follower, die Nachricht verbreitet sich in Windeseile. Unter anderem wird der Betreiber eines Accounts auf den Fall aufmerksam, der unter @pigspotter sonst die Standorte von Geschwindigkeitskontrollen verrät. Er gibt die Nachricht an seine über 100.000 Follower weiter.

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Private Sicherheitsdienste werden aufmerksam

Gleich drei private Sicherheitsdienste bieten darauf ihre Hilfe an und nehmen die Verfolgung des gestohlenen Fahrzeugs auf. Afritrack erkundigte sich sofort per Twitter, ob das Auto vielleicht einen Peilsender an Bord habe, wie er in Südafrika für solche Fälle immer häufiger in Fahrzeuge eingebaut wird. "Wir möchten gerne helfen. Wir haben Einheiten in der Umgebung." Leider hatte der Golf keinen solchen Sender. Riga Rescue, ein auf Entführungen spezialisiertes Rettungsteam schlug daraufhin eine Peilung per Handy vor. Um 10:20 Uhr gelang die Ortung: "Wir haben Koordinaten", twitterte K9 Law Enforcement, ein weiterer privater Sicherheitsdienstleister.

Gangster landen in Polizeisperre

Die freiwiliigen Helfer nahmen daraufhin die Verfolgung auf, am Ende fuhren die Gangster direkt in eine Straßensperre der Polizei hinein. Die Täter konnten zu Fuß flüchten, das Opfer blieb geschockt aber unverletzt zurück. Um kurz nach elf, mehr als zwei Stunden nach der ersten Twitter-Nachricht, konnte die glückliche Freundin des Opfers Entwarnung geben: "Ich habe gerade einen Anruf erhalten. Die Polizei hat ihn in Ventersburg gefunden! Er ist OK und nur ein bisschen durch den Wind." Später schickte sie noch ein großes Dankeschön an all die Helfer: "Es gibt eine Menge mutiger Leute da draußen, die jeden Tag in Notsituationen ihr Leben für uns riskieren. Das habe ich heute Nacht sehen dürfen, vielen Dank an alle, die geholfen haben!"

 
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