23.08.2012, 14:29 Uhr | Pressetext, Yaw Awuku, Pressetext
Twitter-Nutzer verraten ungewollt ihren Wohnort. (Quelle: ddp)
Die neue Internetseite weknowyourhouse.com – "Wir wissen, wo Du wohnst" – entblößt die Wohnorte von Nutzern des Kurznachrichtendienstes Twitter. Nebst Adresse liefert der Dienst sogar auch Fotos der Häuser. Dabei veröffentlichten die meisten Nutzer ihre Adressen gar nicht im Internet – zumindest nicht wissentlich.
Für die Internetseite weknowyourhouse.com genügen schon ein paar Kurznachrichten auf Twitter, um die Wohnorte ihrer Sender ausfindig zu machen. Denn die Internetseite durchstöbert das soziale Netzwerk nach Tweets, die für gewöhnliche Nutzer unsichtbare Standortdaten enthalten. Dies trifft vor allem auf Nutzer zu, die von einem Smartphones aus twittern. Dabei greift die Seite zunächst auf die Programmierschnittstelle von Twitters Suchfunktion zu. Anschließend müssen zu den herausgefilterten Koordinaten nur noch die entsprechenden Adressen gefunden werden. Mithilfe des Straßenatlas Google Street View können die Betreiber der Seite in vielen Fällen sogar auch Fotos zu den entlarvte Wohnorten anbieten.
Die amerikanischen Entwickler der fragwürdigen Internetseite wollen die Betroffenen nach eigener Aussage vor zu laxen Sicherheitsvorkehrungen warnen. Zunächst schickte weknowyourhouse.com über die gefunden Adressen über Twitter an die jeweils betroffenen Nutzer. Das Twitter-Konto der Internetseite wurde inzwischen jedoch gesperrt. So finden sich die Adressen in teils zensierter Form nur noch auf weknowyourhouse.com. Die veröffentlichten Adressen werden allerdings nach Ablauf einer Stunde automatisch gelöscht.
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Der österreichische Datenschützer Hans Zerger sieht den Nutzen von weknowyourhouse.com allerdings kritisch. "Soziale Medien und Apps ermöglichen mit Smartphones einen Ge- und Missbrauch von Geodaten in unglaublichen Ausmaß", sagte Zerger der Nachrichtenagentur Pressetext. Es sei aber zweifelhaft, ob mit der Bloßstellung auch eine Verhaltensänderung einhergehe. Zudem seien nicht die Nutzer an den Datenlecks schuld, da sie die Technik weder verstehen können noch müssen. Daher sei vielmehr die Politik gefordert, so Zerger. "Eine Prüfstelle für Software könnte dabei helfen solche Probleme in den Griff zu bekommen", meint der Datenschützer.
Weknowyourhouse.com ist nicht die erste Internetseite, die sich die Datenlecks sozialer Netzwerke zu nutze macht. Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist dieser Dienst jedoch noch recht harmlos. So sorgte im Mai ein Twitter-Account namens "Need a Debit Card" für Furore. Der Betreiber sammelte Fotos von Twitter-Nutzern, die Schnappschüsse von ihren Kreditkarten samt Namen und Nummern im Internet veröffentlichten.
Quelle: Pressetext, Yaw Awuku, Pressetext
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