20.02.2013, 17:44 Uhr | Andreas Lerg
Italiener muss wegen Betrieb einer illegalen Tauschbörse Rekordstrafe zahlen. (Quelle: Blickwinkel/imago)
Ein Italiener aus Neapel, der sich im Internet Tex Willer nannte, ist wegen des Betreibens einer Tauschbörse zu einer Strafe von 6,4 Millionen Euro verurteilt worden. Ab 2007 betrieb er bis November 2011 mit Italianshare die größte Datentauschbörse in Italien. Über 300.000 Nutzer hatten darüber Zugriff auf mehr als 31.000 urheberrechtlich geschützte Werke.
Der Urteilsspruch eines Gerichts im Italienischen Salerno wird durch das italienische Urheberrecht begründet, wie Enzo Mazza, Chef des italienischen Musikverbands FIMI, gegenüber der Internetseite Torrentfreak erklärte.
Die Summe der Strafzahlung errechnet sich nach diesem Gesetz anhand der Anzahl der verbreiteten Werke. Die Tauschbörse Italianshare bot Zugang zu mehr als 31.000 Titeln, die laut italienischer Polizei einen Wert von über 32 Millionen Euro haben sollen.
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Im November 2011 beschlagnahmte die Finanzpolizei Guardia di Finanza die Internet-Adressen und die im Spielerparadies Las Vegas stationierten Server. Dabei gingen neben der Tauschbörse auch die Internet-Angebote Musicshare, Filmshare und Italiansexy vom Netz, die der heute 49-Jährige betrieb. 2011 hatte die Seite 300.000 angemeldete Nutzer, die auf Filme, TV-Sendungen, Musik, eBooks oder Computerspiele zugreifen konnten.
Der Betreiber selbst wurde im Juli 2012 verhaftet. Er trat unter dem Pseudonym Tex Willer auf, dem in Italien sehr beliebten Titelhelden eines Cowboy-Comic-Heftes und hatte die Tauschbörse aufgezogen, um damit viel Geld zu verdienen.
Der Comic-Held "Tex Willer" nach dem sich der Italiener nannte, wurde auch verfilmt. (Quelle: imago\Entertainment Pictures)Die italienische Zeitung Corriere della Sera nennt ihn deshalb auch den "Kim Dotcom Italiens" und berichtete, dass er beinahe 600.000 Euro mit der Tauschbörsenseite über Werbung und Spenden verdient habe.
Dabei habe er auch nicht davor zurück geschreckt, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Dateien seiner Nutzer zu Geld zu machen. Weiterhin verkaufte er Nutzerdaten wie beispielsweise E-Mail-Adressen und weitere vertrauliche Informationen der registrierten Mitglieder an verschiedene Werbeagenturen.
Doch dabei blieb es nicht: Mit Hilfe der Nutzerdaten fälschte der falsche Tex Willer auch Ausweise, um sich so unter falschem Namen Kreditkarten zu besorgen. Damit kaufte er auf Kosten seiner Nutzer ein. Alleine damit soll er einen Schaden von 100.000 Euro verursacht haben. Letztlich wurde ihm auch noch Steuerhinterziehung in Höhe von 85.000 Euro zur Last gelegt.
Quelle: Andreas Lerg
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