England
Festnahme nach Drohungen auf Twitter: Nutzer fordern besseren Schutz30.07.2013, 07:20 Uhr | dpa, t-online.de
Twitter soll Nutzer besser vor Drohungen schützen. (Quelle: Jochen Tack/imago)
Twitter soll seine Nutzer besser vor Drohungen und Beleidigungen schützen. Das fordern viele Nutzer des Online-Netzwerkes, nachdem eine Journalistin berichtet hatte, dass sie über Twitter massenhafte Drohnachrichten bekommen hatte. In einer Online-Petition fordern die Nutzer, dass Twitter einen Knopf einführen solle, mit dem Drohnachrichten direkt gemeldet werden können. Fast 60.000 Unterstützer hatten bis zum Montagmittag den Aufruf bereits unterzeichnet; ein 21-jähriger Mann wurde festgenommen.
Der Protest entzündete sich an dem Fall der britischen Journalistin Caroline Criado-Perez. Sie hatte sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Frauen auf Banknoten des britischen Pfund abgebildet werden. Am Mittwoch teilte die Bank of England mit, dass die Schrifstellerin Jane Austen ab 2017 die Zehn-Pfund-Note zieren wird.
Über den Erfolg konnte sich Criado-Perez jedoch nur kurze Zeit freuen. Auf Twitter wurde sie prompt mit schlimmen Drohungen überzogen. Sie habe über zwölf Stunden etwa 50 Drohnachrichten pro Stunde erhalten, sagte sie dem britischen Fernsehsender BBC, darunter auch Androhungen sexueller Gewalt. Sie habe Anzeige bei der Polizei erstattet.
Ein 21-Jähriger wurde im Zusammenhang mit dem Fall in Manchester festgenommen, wie Scotland Yard am Sonntagabend mitteilte. Der Verdacht gegen ihn laute auf Beleidigung, erklärte die Polizeibehörde.
Twitter habe nicht auf ihre Kontaktversuche reagiert, sagte Criado-Perez. Twitter-Nutzerin Kim Graham startete als Reaktion eine Online-Petition. "Belästigungen auf Twitter kommen leider viel zu oft vor. Und häufig werden sie ignoriert", heißt es darin. Twitter müsse deutlich machen, dass so etwas nicht toleriert werde.
Twitter erklärte gegenüber der BBC, einen Knopf zum Melden von Missbrauch gebe es bereits in der aktuellen Version der iPhone-App des Netzwerks. "Wir ermutigen Nutzer, Profile, die die Twitter-Regeln verletzen, über eines unserer Formulare zu melden", erklärte eine Sprecherin. Diese Formulare seien jedoch nicht das richtige Mittel, schnell einen Missbrauch zu melden, vor allem nicht, wenn es um viele Drohungen geht, sagte Criado-Perez der BBC.
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30.07.2013, 07:20 Uhr | dpa, t-online.de
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