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EU-Kommission greift Google-Suche an: Onlinewerbung im Auge

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"Verbraucher geschädigt"  

EU-Kartellwächter greifen Google-Suche an

15.07.2016, 10:51 Uhr | dpa

EU-Kommission greift Google-Suche an: Onlinewerbung im Auge. Die EU-Kommission wirft Google unfairen Wettbewerb in seinem Kerngeschäft vor.  (Quelle: dpa)

Die EU-Kommission wirft Google unfairen Wettbewerb in seinem Kerngeschäft vor. (Quelle: dpa)

Google hat neuen Ärger mit der Europäischen Union (EU). Die Kartellwächter der Union werfen dem Internet-Riesen erstmals unfairen Wettbewerb in seinem Kerngeschäft vor: der Ausspielung von Werbung.

Unter anderem schränke der Konzern die Möglichkeiten von Unternehmen ein, auf ihren Websites Suchmaschinenwerbung von Googles Wettbewerbern anzuzeigen, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag. Zusätzlich weitete die Brüsseler Behörde die Vorwürfe im seit Jahren laufenden Wettbewerbs-Verfahren zur Shopping-Suche aus.

"Vorgehen von Google hat Verbrauchern geschadet"

"Wir glauben, dass das Vorgehen von Google den Verbrauchern geschadet hat, weil sie die Suchergebnisse angezeigt bekommen, die Google ihnen zeigen will und nicht unbedingt diejenigen, die relevanter sind", sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel.

Auf die Frage, wie häufig Google in den Suchergebnissen eigene Dienste höher nach oben schiebe, antwortete sie, die Kommission sehe ein solches Verhalten "sehr, sehr, sehr oft".

Weitere Wettbewerbsverfahren gegen Google

Es ist der dritte Bereich, in dem die Kommission Google in einem sogenannten "Statement of Objections" unfairen Wettbewerb vorwirft und Änderungen fordert. In den ersten beiden Verfahren, die auf diese Eskalationsstufe kamen, geht es um Shopping-Angebote und das weltweit dominierende Betriebssystem Android.

Zu den Shopping-Diensten hieß es jetzt, Google seien weitere Beweismittel und Daten übermittelt worden, welche die Vorwürfe der Kommission untermauerten. Die Shopping-Suche war das erste Verfahren, in dem es zu konkreten Vorwürfen der Kommission kam.

Im April warf sie Google in einem zweiten Verfahren vor, mit der Geschäftspolitik bei Android den Wettbewerb im Smartphone-Markt zu behindern. Sie kritisiert unter anderem, dass Hersteller von Android-Geräten mit integrierten Diensten des Konzerns zwingend auch die Google-Suche und den Web-Browser Google Chrome vorinstallieren müssten. Außerdem biete der Konzern Herstellern und Mobilfunk-Betreibern finanzielle Anreize dafür, dass sie ausschließlich die Google-Suche auf den Geräten vorinstallierten.

Google weist Vorwürfe der EU-Kommission zurück

Auch das Werbegeschäft prüfen die Brüsseler Kartellwächter schon seit Jahren. Google wies die Vorwürfe wettbewerbswidrigen Verhaltens stets zurück.

Am Donnerstag erklärte der Konzern in einer ersten Reaktion: "Wir glauben, dass unsere Innovationen und Produkt-Verbesserungen die Auswahl für europäische Verbraucher vergrößert und den Wettbewerb vorangebracht haben." Man werde die Vorwürfe der Kommission nun prüfen.

Werbung ist das Kerngeschäft von Google

Rund 90 Prozent der Google-Umsätze von 74,5 Milliarden Dollar kamen im vergangenen Jahr aus dem Geschäft mit Online-Werbung - ein wahrer Goldesel für den Konzern. Dabei bringen Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche nach wie vor das meiste Geld ein.

Beim neuen Dachkonzern Alphabet steuerten alle anderen Geschäftsbereiche neben Google nur knapp 450 Millionen Dollar Umsatz bei. Es geht somit um den Kern des Geschäfts des gesamten Konzern.

Was die Wettbewerbshüter Google vorwerfen

Die Kommission stört sich unter anderem daran, dass einige Kunden Google eine Mindestzahl von Suchmaschinenanzeigen abnehmen und dafür auf ihren Websites den am besten sichtbaren Platz reservieren müssten.

Außerdem dürfe konkurrierende Suchmaschinenwerbung weder über noch neben Googles Suchmaschinen-Anzeigen platziert werden, erklärte die Kommission. Der Konzern hat nun zehn Wochen Zeit für eine Stellungnahme.

Auch weitere Google-Dienste unter Beobachtung

Wettbewerbskommissarin Vestager betonte, man gehe auch weiterhin Vorwürfen in Bereichen wie der Reisesuche und der Suche nach lokalen Geschäften nach - ebenso der Kritik von einigen Medienverlagen.                                              

Bei EU-Wettbewerbsverfahren drohen in letzter Konsequenz Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Die Kommission startete die erste Wettbewerbsprüfung von Google bereits Anfang 2010. Im Android-Verfahren wurde die Frist für eine Antwort von Google gerade erst um sechs Wochen bis Anfang September verlängert.

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