Download-Suche mit Fallen
Die schlimmsten Download-Fallen im Internet| Christian Fenselau/Boris Dunkel
Das Internet bietet jede Menge nützliche Helfer – Freeware-Programme, aktuelle Gerätetreiber ebenso wie Hintergrundbilder, Kochrezepte oder Hausaufgabentipps. Doch die Suche nach Downloads ist riskant. Denn hinter vielen Links lauern Abzocker, die mit immer cleveren Tricks Internetnutzern schweren Schaden zufügen. Wir nennen die übelsten Fallen und sagen, wie Sie sich schützen können.
Wer etwa Google mit Begriffen wie Treiber, Screensaver, Freeware oder Download füttert, bekommt nicht nur Suchergebnisse mit seriösen Download-Quellen. Hinter den Betreibern vieler Internetseiten stecken Abzocker, die versuchen, Geld zu ergaunern oder Viren und Trojaner zu verbreiten. Je nach Suchbegriff stehen die zwielichtigen Angebote in der Google-Trefferliste ganz oben.
Die Gauner sind dort am häufigsten anzutreffen, wo attraktive Angebote zu erwarten sind, die besonders viele Nutzer suchen: Bildschirmschoner, Freeware-Programme, kostenlose Hintergrundbilder, Gerätetreiber oder auch Promi-Nacktfotos sind einige Beispiele für sehr gefragte Inhalte. Auch bei Ratgeberinhalten lauern Fallen: Hausaufgabenhilfen, Kochrezepte, Basteltipps, Spieleanleitungen, Diplomarbeiten und viele weitere Helfer in allen Lebenslagen können weit mehr Geld kosten, als sie wert sind. Auf den Reiz des Illegalen setzen die Gangster besonders in der Download-Halbwelt der Online-Tauschbörsen: gratis den neuen Blockbuster schon eine Woche vor dem Kinostart laden, ein Original-Windows 7 zum Nulltarif oder das aktuelle Nummer-1-Album der deutschen Popcharts - das macht neugierig und lockt viele in die Falle.
Die mittlerweile populärste Masche der Abzocker: Webseiten, auf denen Downloads, die eigentlich kostenlos sein müssten, gegen Geld angeboten werden. Beispiel Gerätetreiber: Beim Originalhersteller der Hardware kosten Treiber für Grafikkarte, Drucker und Co. fast ausnahmslos nichts. Auch für weit verbreitete Standard-Programme wie den Browser Firefox, OpenOffice oder Adobe Reader wollen die Entwicklern keinen Cent haben; und seriöse Download-Quellen bieten diese völlig gratis zum Download an. Trotzdem versuchen etliche Gauner, Kosten hinter den Downloads zu verstecken, und zwar teils mit abenteuerlichen Argumenten...
Abzocker preisen Downloads gerne als "geprüft" oder "Qualitäts-Download". So wollen sie den Eindruck erwecken, diese Downloads hätten einen Warenwert. Die Seite helpdrivers.com kassiert zum Beispiel für einen frei verfügbaren Treiber sechs Euro. Andere Anbieter schieben dem Besucher gleich durch die Hintertür ein kostenpflichtiges Abo unter, bei dem Monat für Monat Gebühren entstehen. Der Download wird vielleicht sogar wahrheitsgemäß als "Freeware" angepriesen — doch im Kleingedruckten sind die tatsächlichen Kosten versteckt, die nicht für das einzelne Programm, sondern beispielsweise für einen Zugang zum Archiv berechnet werden. Ein solches Abo schröpft das Opfer mindestens 24 Monate, gleichgültig, ob er es nutzt oder nicht. Da kommen schnell dreistellige Summen zusammen.
Zwar bedeutet Freeware streng genommen nur, dass der Entwickler sein Programm zur kostenfreien Nutzung freigegeben hat. Der Download selbst muss daher nicht zwingend gratis sein, denn dem Betreiber der Downloadseite entstehen ja Kosten für den Transfer der Daten zum PC des Nutzers. In der Praxis verlangt jedoch kein seriöses Downloadportal Geld für Freeware.
Angebote wie opendownload.de oder softwaresammler.de sind in der Szene bereits bekannt. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale hat sich bereits gegen die Firma Content Service Ltd., verantwortlich unter anderem für opendownload.de, vor dem Landgericht Mannheim durchgesetzt. Doch die dubiosen Angebote wechseln regelmäßig den Namen. Immer neue Klone tauchen unter neuem Namen auf. Die Hintermänner verlassen sich darauf, in den Google-Trefferlisten weit oben zu landen und mit ihrer professionellen Gestaltung skeptische Nutzer zu täuschen. Für Internetnutzer wird es damit noch schwieriger, die schwarzen Schafe zu erkennen.
Auch auf Internetseiten, die selbst unschädlich sind, ist man vor Betrügern nicht sicher. Oft erwischen Abzocker ihre Opfer über Werbeeinblendungen. Ein Banner wird als Windows-Systemmeldung getarnt. Darin wird zum Systemcheck aufgerufen oder direkt dreist behauptet, ein Test habe ergeben, der PC sei nicht optimal konfiguriert oder gar mit einem Virus infiziert.
Ein zugleich angepriesener Download soll Abhilfe schaffen. Dieser ist jedoch entweder selbst kostenpflichtig, oder zieht einen kostenpflichtigen Download nach sich. Im besten Fall entpuppt sich der Download als völlig wirkungsloser Speicherfresser. Doch nicht selten verbreiten als Antiviren-Software gepriesene Programme selbst Viren, oder legen den PC mit einer Flut von Werbebannern lahm. Im schlimmsten Fall handelt man sich so einen Trojaner ein, der zum Beispiel Tastatureingaben aufzeichnet und PIN und TAN beim Online-Banking abfängt.
Daneben verstecken sich Viren, Trojaner und Spionageprogramme gerne in Bildschirmschonern, in Raubkopien und Porno-Filmen, die nicht nur, aber besonders in Tauschbörsen kursieren. Entweder die schädliche Ware kommt huckepack mit dem versprochenen Download, oder der Downloadlink ist eine pure Finte und führt direkt zum Trojaner. Klassische Finten sind angebliche Sex-Videos von Prominenten. So lockte im September 2009 der Trojaner Koobface mit einem angeblichen Nackt-Video von Heidi Klum. Die Hintermänner wählten dabei neuen relativ neuen Weg, ihre perfide Botschaft zu verbreiten. Sie verteilten den Köder statt in Tauschbörsen über die immer beliebter werdenden Sozialen Netzwerke Facebook und Twitter.
Die Browser-Erweiterung WOT (Web of Trust) hilft zuverlässig, dubiose Seiten zu umschiffen. Die Software ist kostenlos und steht in Versionen für Firefox und den Internet Explorer zur Verfügung. Es kennzeichnet Links und auch Google-Ergebnisse mit Ampelfarben, die signalisieren, ob eine Internetseite vertrauenswürdig ist oder nicht. Die Einstufungen basieren auf der Rückmeldung einer großen weltweiten Nutzerschaft. Dazu gilt: Reagieren Sie vorsichtig, wenn jemand persönliche Angaben verlangt. Vergewissern Sie sich, welchem Zweck es dient und wer diese Informationen verlangt. Dazu reicht ein Blick in die AGB, die seriöse Seitenbetreiber gut sichtbar direkt auf der Startseite des Angebots verlinken. Sollten Sie trotzdem mal Opfer einer Abo-Fallen geworden sein, können die Verbraucherzentralen Rat geben. Die Verbraucherzentrale NRW zum Beispiel bietet einen Musterbrief zur Abwendung unberechtigter Forderungen an. Wer mit einer Abmahnung konfrontiert wird, sollte erst mal kühlen Kopf bewahren. Für t-online.de gibt Rechtsanwalt Dr. Alexander SchneehainTipps zum Thema "Abmahnung erhalten - was tun?"
Online-Abos sind nichts grundsätzlich Verwerfliches, einige sind wirklich praktisch und helfen Geld sparen. Wichtig ist, dass sie von einem seriösen Anbieter stammen. Eine große Auswahl an PDF-Dokumenten mit Testberichten und Ratgebern rund um die Themen Computer- und Unterhaltungselektronik finden Sie im Computer Insider, ein Angebot von Softwareload, dem Download-Portal der Deutschen Telekom. Dort finden Sie auch alle Infos zur Buchung. Auch für kostenlose Kochrezepte gibt es seriöse Quellen, zum Beispiel im Lifestyle-Portal von t-online.de. Gerätetreiber sollten Sie grundsätzlich nur beim Originalhersteller laden, kostenlose Software, Programme, MP3s und Videos nur bei seriösen Download-Portalen wie Softwareload,Gamesload, Videoload oder Musicload.
| Christian Fenselau/Boris Dunkel
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