31.10.2012, 14:36 Uhr | Andreas Lerg, t-online.de
wer-kennt-wen ist eine beliebte, deutsche Alternative zu Facebook. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Verbraucherschützer kritisierten immer wieder den Datenschutz in Soziale Netzwerken, und meistens steht dabei Facebookim Mittelpunkt. Das in Deutschland beliebte wer-kennt-wen – kurz wkw – birgt jedoch ähnliche Risiken. Denn auch hier gelangen Fremde völlig problemlos an persönliche Daten, wenn der Nutzer seine Privatsphäre nicht mit den richtigen Einstellungen schützt. Wir zeigen, wie Sie Ihre Daten bei wer-kennt-wen schützen.
"Geiz ist geil!" So lautete ein bekannter Werbeslogan, und der passt sehr gut, wenn es um den Schutz privater Daten in sozialen Netzwerken wie wer-kennt-wen und Co. geht. Wer mit seinen Angaben geizt und nicht jedes Formularfeld ausfüllt, fährt am besten. Informationen, die Sie erst gar nicht preisgeben, kann auch kein anderer lesen und missbrauchen. Dennoch wollen Sie sicher ein paar Angaben machen, damit die Nutzung dieser Netzwerke Sinn und Spaß macht. Deshalb ist es wichtig, den Zugang zu diesen Daten auf dem jeweiligen Netzwerk zu regeln. Wie das genau geht, zeigen wir in den Foto Shows, die Sie in den Listen finden.
Deutsche Betreiber von sozialen Netzwerken unterliegen deutlich strengeren Datenschutzgesetzen als beispielsweise der US-Anbieter Facebook und setzen diese auch nicht nur gezwungenermaßen gut um. Bei wer-kennt-wen hat uns sehr gut die Funktion gefallen, mit der persönliche Daten sehr gezielt und einfach wieder gelöscht werden können, ohne dass dabei das komplette Nutzerkonto eliminiert werden muss. Bei meinVZ, und damit auch den anderen VZ-Seiten schülerVZ und studiVZ, ist gut gelungen, dass mit der Einstellung "Nichts" bei der Privatsphäre wirklich alle Informationen vollständig ausgeblendet werden können und niemand mehr irgendwelche Infos zu Gesicht bekommt.
Facebook ist das beliebteste und reichweitenstärkste soziale Netzwerk. Mehrfach sind das Unternehmen und dessen Gründer Mark Zuckerberg massiv in die Kritik wegen zu laxen Datenschutzes geraten. Facebook verbesserte im Mai 2010 nicht nur den Schutz der Daten und Privatsphäre, sondern gestaltete auch die Einstellungsoptionen für Nutzer einfacher und übersichtlicher. Dennoch sollten Facebook-Nutzer Vorsicht walten lassen. Aufgrund seiner Verbreitung ist dieses Netzwerk auch gerade bei Online-Kriminellen sehr beliebt. Außerdem handhabt Facebook als US-Unternehmen den Datenschutz nach wie vor nicht so streng, wie es deutsche Gesetze vorsehen. Wer hier zu viele Informationen preisgibt und diese nicht mit den vorhandenen Einstellungen schützt, muss mit dem Missbrauch seiner Daten rechnen.
Während Facebook seiner Benutzerführung verbessert hat, haben wir bei MySpace die kompliziertesten und unübersichtlichen Einstellungen für die Privatsphäre und Daten gefunden. MySpace erlaubt sehr viele, beinahe filigrane Einstellungen, die dafür aber auch in unübersichtlichen und komplexen Menüseiten ausufern. Deutlich einfacher machen es die Lokalisten, die die Privatsphärereinstellungen sehr gut strukturiert haben.
Ob auf Facebook, wer-kennt-wen oder in den VZ-Netzen: Sehr oft sind dort so genannte "Hätte-ich-doch-Bilder" zu finden. Das sind Fotos, bei denen sich der Nutzer irgendwann wünscht: "Hätte ich doch bloß niemals diese Bilder eingestellt." Peinliche Bilder einer Party sind nur für einen sehr kurzen Augenblick witzig. Wenn der Personalchef, mit dem Sie ein Bewerbungsgespräch führen werden, diese Bilder in den sozialen Netzen findet, dann hat er im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig gutes Bild von Ihnen. Das Internet vergisst nichts, auch nicht kompromittierende Bilder. Das Gleiche gilt für Informationen, die Sie über sich preisgeben. Überlegen Sie also sehr gut, welche Bilder und Informationen Sie über sich im Internet finden wollen und welche eher nicht. Manchmal sind es aber auch andere Nutzer, die unvorteilhafte Bilder von Ihnen einstellen. Wie Sie sich dagegen wehren können, haben wir Rechtsanwalt Alexander Schneehain gefragt.
31.10.2012, 14:36 Uhr | Andreas Lerg, t-online.de
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