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Anonymous legt GEMA-Seiten lahm

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Anonymous versus GEMA  

Anonymous attackiert GEMA

22.08.2011, 13:26 Uhr | Andreas Lerg

Anonymous leitet die GEMA-Seite um. (Screenshot: t-online.de)Anonymous leitet die GEMA-Seite um. (Screenshot: t-online.de) Erneut ist es Hackern der Anonymous-Bewegung gelungen, die GEMA zu düpieren. Die Angreifer haben den Internetauftritt der Rechteverwertungsgesellschaft auf eine eigene Seite umgeleitet, um dort ihre Botschaften zu verkünden. Die Hacker behaupten zudem, einen gewaltigen Datenberg der GEMA in ihrem Besitz zu haben.

Anonymous hat wieder zugeschlagen: "Leider ist diese Seite (nicht nur) in Deutschland nicht verfügbar, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht eingeräumt hat. Das tut uns leid. Nicht!" Seit Montagmorgen zeigt der Internetauftritt der GEMA statt des gewohnten Inhaltes immer wieder diese Botschaft der Hacker. Der Text ist eine Anspielung auf den Sperrhinweis, den YouTube-Nutzer häufig anstatt eines erwarteten Musikvideos zu sehen bekommen. Die GEMA hat sich bislang nicht zu diesem Angriff geäußert.

Streit um YouTube-Musikvideos

Mehrfach bereits hat Anonymous Aktionen gegen die GEMA gestartet. Grund: Die GEMA sei für die Sperrung von YouTube-Inhalten verantwortlich, die Werke von Künstlern zeigen, welche die GEMA vertritt. Tatsächlich sperrt YouTube die Inhalte, weil Google als Betreiber der Videoplattform die von der GEMA geforderte Lizenzgebühren nicht akzeptiert. Um juristischen Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen, verhindert YouTube, dass die betroffenen Videos in Deutschland abgespielt werden können.

Erste Angriffe bereits im Juni

Bereits im Juni startete Anonymous erste DDos-Attacken auf die Seite der Verwertungsgesellschaft. Bei einem solchen DDoS-Attacke wird eine Internetadresse mit unzähligen Anfragen überflutet, bis der Server unter der Last kollabiert. Der aktuelle Angriff dient jedoch offenbar nicht in erster Linie dazu, die Internetseite lahm zu legen. Statt dessen gelang es den Hackern, die Adresse www.gema.de auf eine andere Internetseite umzuleiten, auf der dann ihre Botschaft zu sehen ist. Via Twitter spotten die Hacker über die angeblich laschen Sicherheitshürden der GEMA und behaupten, nebenbei knapp 500 Gigabyte Daten von der GEMA gestohlen zu haben. Aktuell ist die GEMA-Seite nicht erreichbar, lediglich eine Fehlermeldung ist zu sehen.

Musikindustrie sauer auf GEMA

Die deutsche GEMA und Google streiten sich bereits seit langem um ein Abrechnungsmodell für das das Abspielen von Musikvideos auf der beliebten Internetseite. Viele Musikvideos sind daher in Deutschland blockiert. Google versucht seit kurzem mit neuen Hinweisen vor blockierten Videos den Zorn der Nutzer auf die Verwertungsgesellschaft GEMA zu lenken. Mittlerweile meldet sich in diesem Streit sogar die Musikindustrie zu Wort: "Man darf sich die Frage stellen, warum eine Einigung zwischen Verwertungsgesellschaften und YouTube in vielen Musikmärkten möglich ist, nicht aber in Deutschland, dem wichtigsten Markt Europas." Das sagte Frank Briegmann, der Deutschland-Chef von Universal Music, im Gespräch mit Spiegel Online. Noch deutlicher wird der Deutschland-Chef von Sony Music, Edgar Berger, im Gespräch mit dem Magazin: "Alles muss durch ein Nadelöhr, den GEMA-Aufsichtsrat. Einige Mitglieder scheinen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein."

Ratgeber: Wann muss man GEMA-Gebühren bezahlen?

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