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GVU-Trojaner erpresst Zahlung von Opfern

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GVU-Trojaner erpresst Internet-Nutzer

21.03.2012, 09:57 Uhr | Andreas Lerg

Der GVU-Trojaner ist auch als BSI-Trojaner im Umlauf. (Quelle: t-online.de)

Warnung: GVU-Trojaner erpresst Geld von PC-Besitzern. (Quelle: t-online.de)

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) warnt vor einem erpresserischem Trojaner, der in ihrem Namen die Computer der Opfer sperrt und zur Zahlung von 50 Euro auffordert. Dem Opfer wird der angebliche Download von Raubkopien zur Last gelegt. Der Schädling ist eine neue Variante des im vergangenen Jahr sehr verbreiteten BKA-Trojaners.

"Auf Ihrem Computer wurden illegal heruntergeladene Medien (“Raubkopien”) gefunden.” So beginnt die Warnmeldung, die auf einem infizierten Computer eingeblendet wird und diesen dann blockiert. Angeblich stammt sie von der GVU und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). In der Meldung wird behauptet, der Nutzer sei "verpflichtet, eine Mahngebühr in Höhe von 50 Euro zu bezahlen". Erst dann werde der Computer wieder frei gegeben.

GVU-Trojaner fordert Zahlung per Paysafe-Guthabenkarte

Dieses Bildschirmfoto zeigt die Warnmeldung des GVU-Trojaners.  (Quelle: BSI) Dieses Bildschirmfoto zeigt die Warnmeldung des Trojaners. (Quelle: BSI)Auf dem Bildschirm ist zu lesen, wie die 50 Euro per Paysafe-Gutenhabenkarte bezahlt werden sollen. Paysafe-Guthabenkarten werden beispielsweise an Tankstellen oder Kiosken verkauft. Für Kriminelle ist diese Zahlmethode sehr attraktiv, weil der Weg des Geldes kaum verfolgt werden kann. Der geschockte Nutzer soll die PIN der Paysafe-Guthabenkarte in ein entsprechendes Formular innerhalb der Warnmeldung eingeben, um die Blockade seines Computers aufzuheben. Natürlich halten die Täter ihr Versprechen nicht.

Nicht zahlen, Anzeige erstatten

"Die GVU ist nicht Absenderin dieser Meldung und distanziert sich klar von solchen kriminellen Machenschaften", heißt es in der aktuellen Pressemeldung. Auch der Anbieter der Paysafe-Karte warnt auf seiner Internetseiten vor dem GVU-Trojaner und auch dem bekannten BKA-Trojaner. Das BSI rät allen Betroffenen, die geforderte Gebühr unter keinen Umständen zu bezahlen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Besuch einer infizierten Webseite genügt

Der Trojaner könnte laut GVU über einen Werbebanner mit pornografischem Inhalt verbreitet werden. Die Kriminellen nutzen dabei die Methode der so genannten Drive-by-Downloads. Besucht ein Surfer eine manipulierte Internet-Seite, löst diese einen "unsichtbaren" Download des Schädlings aus und startet diesen vom Nutzer ebenfalls unbemerkt.

GVU-Trojaner auch als GEMA-Trojaner im Umlauf

Der GVU-Trojaner ist auch als GEMA-Trojaner im Umlauf. (Quelle: www.bka-trojaner.de) Der GVU-Trojaner ist auch als GEMA-Trojaner im Umlauf. (Quelle: www.bka-trojaner.de)Seit Mitte 2011 sind mehrere Varianten dieses Trojaners im Umlauf. Die Methode ist immer gleich: Stets blockiert der Schädling den PC, stets geht es darum, einen Geldbetrag zu erpressen. Als vermeintlicher Absender erscheint mal das BKA, mal die GEMA und neuerdings die GVU. In der Schweiz haben Online-Kriminelle die SUISA-Variante in Umlauf gebracht. Betroffene sollten unserer Anleitung folgen, um den Trojaner wieder zu entfernen.

Infektion vermeiden - so geht's

Ein Virenscanner mit aktuellen Signaturen ist Grundvoraussetzung, um das Infektionsrisiko zu begrenzen. Um ganz sicher zu gehen, wenden Profis allerdings eine Wirkstoff-Kombination an. So ist die Browser-Erweiterung WOT (Web of Trust) ist eine exzellente Methode, unsichere Internetseiten zu umschiffen. Sie basiert auf den Erfahrungen einer großen Internet-Community und blendet eine Warnmeldung ein, sobald Sie eine Webseite besuchen, die als nicht vertrauenswürdig eingestuft ist. Welche Tools die Browser-Sicherheit weiter erhöhen, erfahren Sie in unserem Video Browser absichern.

Noch besser: Verfrachten Sie kurzerhand Ihren Browser in einen virtuellen Sandkasten. Der Trick: Die Software wird vom Rest des Systems völlig abgekapselt. Schädlinge vom Schlage eine BKA-Trojaners, die Sie sich über verseuchte Webseiten einfangen, haben so keine Chance, Ihr Betriebssystem zu infizieren. Das Gratis-Tool Sandboxie hilft, den Internet-Browser komplett in die virtuelle Umgebung zu verlegen.

Quelle: Andreas Lerg

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