03.05.2012, 17:12 Uhr | t-online
Sexseiten im Internet sind seltener mit Schadsoftware infiziert als bislang angenommen. (Quelle: imago)
Wer regelmäßig religiöse Seiten im Internet aufsucht, fängt sich schneller einen Trojaner ein als auf Seiten mit pornografischem Inhalt. Dies geht aus dem jährlichen Sicherheitsreport von Symantec hervor. Internetauftritte mit religiösen Themen sind demnach stärker mit Schadsoftware infiziert. Wohl haben Hacker mit Religionsseiten ein leichteres Spiel.
Bisher galten Pornoseiten als bevorzugter Tummelplatz für Trojaner die sich beim Besuch der Seiten heimlich auf die Festplatte schmuggeln. Doch in Sachen Sicherheit sind Erotikangebote im Internet besser als ihr Ruf. Laut dem Internet Security Threat Report des Antiviren-Software-Herstellers Symantec sind Internetseiten und Blogs mit religiösen Themen wesentlich gefährlicher. "Religiöse und ideologische Seiten weisen pro infizierter Seite dreimal so viele Bedrohungen auf wie pornografische Seiten", heißt es in dem Report. Einen möglichen Grund für dieses überraschende Ergebnis sieht Symantec in den finanziellen Interessen der Pornoseiten-Betreiber. Weil mit Schadsoftware verseuchte Internetseiten nicht gut für das Geschäft seien, würden die Betreiber mehr auf die Sicherheit ihrer Internetauftritte achten.
In 2011 prüfte Symantec insgesamt 8,2 Milliarden Internetseiten auf Schadprogramme. Aus dieser Menge sei im Durchschnitt etwa eine von 156 Seiten mit Schadsoftware infiziert gewesen. 61 Prozent dieser infizierten Seiten seien laut Symantec gewöhnlichen Internetauftritte, die von Hackern gekapert und mit Schadsoftware verseucht wurden. Am gefährlichsten schätzt das Unternehmen Blogs und persönliche Homepages ein. Auf der Risikoskala folgen Wirtschafts- und Shoppingportale an dritter und vierter Stelle. Etwa nur 2,4 Prozent der infizierten Seiten boten pornographische Inhalte an und landeten damit auf Platz 10 des Rankings.
Nach Aussage von Symantec wird es für Hacker immer einfacher, fremde Webseiten zu kapern. Zu diesem Zweck lassen sich vorgefertigte Hacker-Baukästen bereits ab 40 US-Dollar im Internet kaufen. Mit deren Hilfe können Hacker ohne tiefe Programmierkenntnisse neue Trojaner entwickeln und auf fremden Internet-Servern einschleusen. Surft ein Internetnutzer diese Seiten an, lädt sich der Schädling als so genannter Drive-by-Download unbemerkt auf den Computer. Dabei nutzen die Hacker vor allem Sicherheitslücken in weitverbreiteten Browser-Plug-ins wie zum Beispiel für den Adobe Reader, Adobe Flash und Java aus.
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Um sich vor Hackerangriffen zu schützen, sollten Sie Ihr System mit allen installierten Plug-ins und Programmen stets auf dem neuesten Stand halten und ein aktuelles Antivirenprogramm nutzen. Stiftung Warentest hat 18 aktuelle Antivirenscanner unter die Lupe genommen. Unsere Foto-Show zeigt wie Sie die Auto-Update-Funktion von Windows 7 starten. Darüber hinaus zeigt unser Ratgeber Sicherheitsrisiko "Software-Leichen", wie sie veraltete Programme auf der Festplatte aufspüren und aktualisieren können.
Quelle: t-online
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