06.06.2012, 15:59 Uhr | Yaw Awuku
Anonymous sagt pädophilen Twitter-Nutzern den Kampf an. (Quelle: imago)
Aktivisten des losen Hacker-Kollektivs Anonymous haben hunderte Twitter-Nutzer an den Internetpranger gestellt. Wie das amerikanische IT-Magazin SecurityNewsDaily berichtet, drangen die Hacker in Datenbanken des sozialen Netzwerks ein und veröffentlichten die Namen von mutmaßlich pädophilen Nutzern.
Auf sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook können sich laut den Anonymous-Aktivisten Pädophile unbehelligt austauschen und Kontakte zu Minderjährigen aufbauen. Das wollten einige Mitglieder des losen Hacker-Kollektivs nicht länger dulden und starteten die Aktion "#TwitterPedoRing". Nun veröffentlichten die selbsternannten Ordnungshüter eine Liste mit den Namen angeblich pädophiler Twitter-Nutzer im Internet. "Wenn Ihr Euch mit unseren Kindern anlegt, legt Ihr euch mit uns an", schrieben die Aktivisten in ihrem Kommentar zu der mutmaßlichen Pädophilen-Liste. "Wir haben die Hoffnung, dass Twitter mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten wird, um diesen Mistkerlen das Handwerk zu legen", schreiben die Hacker.
Kritik an der Sicherheit von Twitter kam auch von anderer Seite. "Was den Jugendschutz auf Online-Portalen wie Facebook und Twitter betrifft, gibt es einiges an Verbesserungspotential", sagte Bernhard Jungwirth von der österreichischen Informations- und Koordinierungsstelle Saferinternet.at der Nachrichtenagentur Pressetext. So fehle es den sozialen Netzwerken an ausreichenden Schutzmaßnahmen für Minderjährige. Jungwirth finde es zwar eher kritisch, Menschen an den Internetpranger zu stellen, "wenn Twitter tatsächlich eindeutige Fälle unbestraft lässt, ist die Anonymous-Aktion aber durchaus sinnvoll", sagte er.
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Während Twitter den angeblich erfolgreichen Hackerangriff auf seine Datenbanken bisher nicht bestätigte, wehrte sich das soziale Netzwerk gegen die Vorwürfe. "Wir dulden keinerlei Kinderpornographie auf unserem Portal", schrieb Twitter-Sprecher Robert Weeks in einer E-Mail an das amerikanische IT-MagazinSecurityNewsDaily. Nutzerkonten die unter Verdacht stehen, kinderpornografische Inhalte zu verbreiten, könnten Twitter über die E-Mail-Adresse cp@twitter.com gemeldet werden. Laut Weeks werden kinderpornografische Links und Inhalte umgehend entfernt, die verantwortlichen Nutzerkonten gesperrt und an eine staatlich geförderte Organisation zum Schutz von Minderjährigen weitergeleitet. Auch die vermeintliche Pädophilen-Liste von Anonymous habe Twitter überprüft und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.
Quelle: Yaw Awuku
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