09.11.2012, 16:32 Uhr | t-online.de, dpa
Online-Kriminelle haben Nutzer von Windows 8 im Visier. (Quelle: imago)
Online-Kriminelle haben bereits Windows 8 für sich entdeckt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor gleich zwei aktuellen Abzock-Maschen: Nutzern soll ein nutzloses Virenschutz-Programm verkauft werden; eine weitere Attacke verspricht ein Gratis-Windows-8.
Grundsätzlich können Windows-8-Nutzer in Sachen Schadsoftware nicht mit einer Schonfrist rechnen, nur weil ihr Betriebssystem neu ist. Die nötigen Veränderungen eines Schädlings an die Betriebssystemversion seien oft marginal, so dass die Anpassung sehr schnell erfolgen kann und keine Neuentwicklung nötig ist, erklärt das BSI.
Auf präparierten Internetseiten, deren Links in sozialen Netzwerken und per E-Mail verteilt werden, starten Online-Kriminelle derzeit einen so genannten Scareware-Angriff. Beim Besuch einer solchen Internetseite öffnet sich ein Warnfenster, welches den angeblichen Virenbefall des Windows 8-Computers meldet. Dazu werden falsche Ergebnisse eines vermeintlichen Virenscans und entsprechend dramatische Warnmeldungen angezeigt.
Dem Nutzer wird dabei direkt eine Lösung des vermeintlichen Problems in Form eines Antiviren-Programmes angeboten, dass er für Windows 8 erwerben kann. Diese kostenpflichtige Sicherheitssoftware ist nicht nur nutzlos, sie schleppt oft sogar selbst Schadprogramme auf den Computer ein. Statt Viren zu finden und zu eliminieren spioniert solche Software beispielsweise vertrauliche Daten aus.
Zudem versenden Internet-Gangster derzeit massenhaft E-Mails, die Windows-8-Interessenten mit einer kostenlosen Windows-8-Version zu ködert. Die Mail fordert den Empfänger zum Besuch einer Internetseite auf, auf der angeblich die neue Windows-Version zum Herunterladen bereitsteht. Das angebliche Betriebssystem muss nicht bezahlt werden, allerdings wird die Angabe persönlicher Daten wie etwa der E-Mail-Adresse und dem dazugehören Passwort verlangt. Mit diesen Informationen können Kriminellen weiteres Unheil anrichten.
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Windows 8 hat bereits serienmäßig Abwehrmechanismen gegen Schädlinge und Angriffe an Bord. So gehört zur Grundausstattung von Windows 8 neben der systemeigenen Firewall mittlerweile der um die Microsoft Security Essentials erweiterte Windows Defender. "Für den Privatanwender ist der hierdurch bereitgestellte Schutz in der Regel ausreichend", urteilt das BSI. Der kostenfreie Virenscanner mit Echtzeitschutz erledigt diese Aufgabe laut Testbericht von AV-Test sogar vergleichsweise gut. Alternativ hierzu bieten die Hersteller Avast und AVG ihre kostenlosen Virenscanner, Avast Free Antivirus sowie AVG Antivirus Free, bereits in für Windows 8 kompatible Versionen an.
Quelle: t-online.de, dpa
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