18.12.2012, 09:55 Uhr | dpa / afp / t-online.de
Scarlett Johansson (Quelle: Future Image/imago)
Ein 36-jähriger Hacker wurde am Montag in Los Angeles zu zehn Jahren Haft verurteilt. Von November 2010 bis zu seiner Verhaftung im Oktober 2011 hatte der Computer-Experte die Computer und E-Mail-Konten von über 50 Prominenten gehackt und mitgelesen. Zu den Opfern zählen Stars wie Scarlett Johansson, Mila Kunis, Christina Aguilera oder Justin Timberlake.
Wie das Internetportal TMZ.com berichtete, verurteilte das Gericht in Los Angeles den US-Amerikaner zusätzlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 76.000 Dollar, umgerechnet knapp 58.000 Euro. Ihm wurde unter anderem illegales Abhören, Identitätsdiebstahl und Beschädigung von Computern vorgeworfen. Der Angeklagte habe den Opfern mit dem Eindringen in deren Privatsphäre eine "unglaubliche Missachtung" entgegengebracht, führte der Richter in der Urteilsbegründung aus.
Der Computer-Experte aus Florida hatte gestanden, über 50 prominente Opfer ausspioniert zu haben. Er hackte ihre E-Mail-Postfächer, griff auf private Fotos und Informationen zu und verbreitete diese im Internet. So tauchten Nacktfotos von Scarlett Johansson im Internet auf, die die Schauspielerin selbst zu Hause vor einem Spiegel mit einer Handykamera aufgenommen hatte. Die Aufnahmen waren für ihren damaligen Ehemann Ryan Reynolds bestimmt. Von Popstar Aguilera erschienen ebenfalls gewagte Bilder im Netz und Fotos der Schauspielerin Mila Kunis zeigten diese in der Badewanne.
Auf den Computern seiner Opfer hinterließ der Hacker ein Spionageprogramm, das jede E-Mail sofort an ihn weiterleitete. Ein Teil des Materials gab der Mann auch an Dritte weiter, darunter andere Hacker und Promi-Journale. Den Zugriff auf die Computer erlangte er, indem er die Mail-Adressen der Stars recherchierte, auf die "Passwort vergessen"-Funktion klickte und die anschließenden Sicherheitsfragen korrekt beantwortete. Die Antworten hatte er öffentlich zugänglich im Internet gefunden. Die Ermittlungen der Bundespolizei FBI liefen unter dem Namen "Operation Hackerazzi". Der Hacker war der US-Bundespolizei nach elfmonatigen Ermittlungen in seinem Wohnort Jacksonville in Florida ins Netz gegangen.
18.12.2012, 09:55 Uhr | dpa / afp / t-online.de
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