Fremdes WLAN angezapft
Hacker kapert Babycam16.08.2013, 18:20 Uhr | t-online
Babycams war für Hacker ein leichtes Ziel. (Quelle: Symbolfoto/CHROMORANGE/imago)
In der US-Metropole Housten im US-Bundesstaat Texas hat sich ein Hackerangriff der besonders gruseligen Sorte ereignet. Wie der Nachrichtensender ABC News berichtet, übernahm ein Online-Krimineller die Kontrolle über eine Babycam und jagte den Eltern eines zwei Jahre alten Mädchens einen gehörigen Schreck ein.
Marc Gilbert widmete sich gerade dem dreckigen Geschirr in der Küche, als er merkwürdige Geräusche aus dem Zimmer seiner Tochter hörte – eine fremde Männerstimme. "Ich wusste sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist", sagte er ABC News. Als seine Frau und er sich der Zimmertür nährten, hörten sie, wie der Fremde ihre Tochter mit obszönen Beschimpfungen terrorisierte.
Doch in dem Zimmer befand sich keine weitere Person außer der schlafenden Zweijährigen. Die Quelle der Obszönitäten war eine WLAN-gesteuerte Babycam, wie die geschockten Eltern sehr schnell feststellten. Kaum betraten sie den Raum, schwenkte der Hacker die eingebaute Kamera in ihre Richtung und schoss eine weitere Salve von Beleidigungen ab. "Ich zog sofort den Stecker und versuchte zu begreifen, was passiert ist", erzählte Marc Gilbert.
Offensichtlich konnte der unbekannte Hacker die Sicherheitsschranken des WLAN-Routers knacken und so auch auf die Babycam zugreifen, die in das Heimnetzwerk eingebunden war. Laut Marc Gilbert waren Router und Babycam durch Passwörter geschützt, wobei er offen ließ, ob er lediglich die Standard-Passwörter der Geräte beibehalten oder neue Passwörter eingetragen hat. Standard-Passwörter sind bekannt und bieten deshalb keinen Schutz. Auch kurze oder besonders häufig verwendete Passwörter können Hacker innerhalb von Sekunden knacken.
Internetfähige Babycams und Babyfone standen schon 2009 in der Kritik von Sicherheitsexperten und Datenschützern. Viele der Geräte funkten auf derselben Frequenz, so dass sie von versierten Hackern leicht angezapft und abgehört werden konnten. Neuere Geräte bieten mehr Schutz, indem sie die Frequenz regelmäßig wechseln. Dennoch will Gilbert künftig komplett auf eine Webcam verzichten: "Ich glaube nicht, dass wir es jemals wieder anschließen werden".
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16.08.2013, 18:20 Uhr | t-online
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