Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Computer > Sicherheit >

Snowden-Dokumente: NSA knackt Verschlüsselung im Internet

...

Snowden-Enthüllungen

Geheimdienste knacken systematisch Verschlüsselung im Internet

06.09.2013, 11:16 Uhr | t-online.de, dpa

Edward Snowden (Quelle: dpa)

Snowden-Dokumente enthüllen, wie Geheimdienste Verschlüsselungen kacken. (Quelle: dpa)

Nach neuen Informationen von Edward Snowden ist es den Geheimdiensten in den USA und Großbritannien gelungen, Verschlüsselungen im Internet zu umgehen, zu unterwandern und teilweise auch zu knacken. Es gehe dabei nicht nur um persönliche Daten wie E-Mails oder Chats, sondern auch um Bankgeschäfte im Internet. Die NSA und der britische Geheimdienst GCHQ können demnach auch vertrauliche und geschützte Daten mitlesen und speichern, berichteten die New York Times und der britische Guardian am Donnerstag unter Berufung auf Snowden.

Wie die neuesten Dokumente von Edward Snowden zeigen sollen, haben sich der US-Geheimdienst NSA und der britische Geheimdienst GCHQ Zugang zu diversen Verschlüsselungszertifikaten verschafft, die Nutzern eine sichere Datenverbindung garantieren sollen, darunter unter anderen von Webservern eingesetzte SSL-Verbindungen.

Arsenal an Methoden

Die Geheimdienste brechen laut Snowden direkt in Systeme ein, um die Daten noch vor der Verschlüsselung abzugreifen oder nachdem sie auf den Servern oder Endbenutzer-Systemen wieder entschlüsselt wurden. Gleichzeitig sollen sich die Behörden offenbar auch Schlüssel besorgen oder klauen, mit denen sie verschlüsselte Daten direkt oder nachträglich entschlüsseln können.

Firmen kooperieren mit Geheimdiensten

Die Spionagebehörden kommen aber auch unter aktiver Mithilfe großer Technik- und Internetfirmen an die verschlüsselten Daten. So habe die NSA sicherstellen können, dass verbreitete Verschlüsselungssysteme bestimmte Schwächen aufweisen, die ein Ausspähen ermöglichen. In der Informationstechnologie werden Daten durch den Einsatz komplexer mathematischer Formeln verschlüsselt. Die Länge des Schlüssels bestimmt den Grad der Sicherheit, lange Schlüssel sind viel schwerer zu knacken als kurze.

Die sichersten Verschlüsselungen aufzubrechen erfordert eine Rechenleistung, die selbst moderne Rechenzentren kaum bieten können. Daher ist eine "Hintertür" für Geheimdienste die einfachere Methode. Dazu nähmen die Dienste auch "verdeckt" Einfluss auf die Produkte von Firmen, um solche Hintertüren in Software oder Hardware einzubauen. Weder die New York Times noch der Guardian nennen jedoch Namen von Unternehmen.

Ziel sind alle Netze und Technologien

Die Ziele der Geheimdienste erstrecken sich auf verschiedene Systeme. So würden via SSL-Verschlüsselung abgesicherte Verbindungen zu Internet-Servern ebenso geknackt wie Virtuelle Private Netzwerke (VPNs) oder Infrastruktur-Technik wie Router.

Auch moderne 3G- und 4G-Mobilfunknetze und Smartphones und Internet-Sprachtelefonie per Voice over IP wie beispielsweise Skype sie benutzen, stünden im Visier der Geheimdienste.

NSA, BND und Co.: Geheime Camps und Militäranlagen

Geheimprogramme Bullrun und Edgehill

All diese Bemühungen zur "Bekämpfung von Verschlüsselungen" bündelt die NSA im Geheimprogramm Bullrun, in das der US-Geheimdienst laut dem Guardian-Bericht jährlich 250 Millionen Dollar steckt. Bullrun gehört demnach zu den größten Geheimnissen der NSA.

Nur sehr wenige Mitarbeiter der NSA hätten Zugang zu diesen Top-Secret-Informationen – und nur die Partnerbehörden in Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland wüssten davon.

Beim britischen GCHQ heißt das entsprechende Programm Edgehill. Auch GCHQ sei beim Code-Knacken sehr erfolgreich. Die dortigen Experten hätten es zuletzt besonders auf Ziele wie Google, Yahoo, Facebook und Microsoft abgesehen.

Die modernsten Schlüssel sind noch sicher

Immerhin enthüllen die Dokumente von Edward Snowden auch, dass es weder NSA noch GCHQ bisher gelungen sei, das derzeit modernste AES-Verschlüsselungsverfahren zu knacken.

Der Guardian zitiert Snowden aus einem Interview: "Verschlüsselung funktioniert. Eine sauber implementierte, starke Verschlüsselung ist eines der wenigen Dinge, auf die man sich noch verlassen kann."

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von t-online.de Digital.

06.09.2013, 11:16 Uhr | t-online.de, dpa

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Diesen Artikel...

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
Anzeige
Video des Tages
Paparazzo-Angriff 
Nicole Kidman von Fahrrad angefahren

Jetzt schlägt die Schauspielerin zurück. zum Video

Fotos des Tages
Sonderzustellung 
Wenn der Postbote nicht mehr klingelt

Hier zeigt der Postbote Dave Jackson in Colorado echten Körpereinsatz. mehr

iPhone 5c und iPhone 5s 
Preise und technische Daten auf einen Blick

Das haben die neuen Apple-Smartphones unter der Haube. mehr

Gewinnspiel 
Mit t-online.de jetzt ein iPad gewinnen

Machen Sie mit bei unserem Quiz zur News-App von t-online.de und gewinnen Sie ein iPad 32 GB

Anzeige
Shopping 
Schrei vor Glück: Schuhe, Mode u.v.m. von Topmarken

Jetzt die neuen Kollektionen bei zalando.de entdecken - Versand gratis. zum Zalando-Special



Anzeige