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Passwort gegen Schokolade: Jeder Zweite verrät seine Passwörter

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Verführerische Hacker  

Computer-Passwort gegen Schokolade

28.06.2016, 17:21 Uhr | t-online.de

Passwort gegen Schokolade: Jeder Zweite verrät seine Passwörter. Menschliche Schwächen sind die größte Gefahr für jeden Computer. (Quelle: imago/blickwinkel)

Menschliche Schwächen sind die größte Gefahr für jeden Computer. (Quelle: blickwinkel/imago)

Online-Kriminelle nutzen bekanntlich Phishing-Mails und Trojaner, um Nutzern ihre Passwörter zu entlocken. Dabei geht es auch einfacher: Viele Menschen lassen sich tatsächlich mit Schokolade zur Herausgabe ihrer Passwörter bewegen. Die meisten Computernutzer bemerken den Trick nicht einmal.

Schon kleine Gefälligkeiten genügen, damit Menschen ihre Passwörter mit Unbekannten teilen. So das Fazit einer von der Universität Luxemburg durchgeführten Studie mit 1028 Teilnehmern. In dem Versuch wurden zufällig ausgewählte Passanten auf der Straße angesprochen und zu ihrem Umgang mit Computersicherheit befragt. Dabei wurden sie auch gebeten, ihr Passwort zu nennen. 

Allen Befragten wurde während des Gesprächs eine Tafel Schokolade geschenkt. Ein Drittel der Teilnehmer bekam sie am Anfang, ein Drittel direkt vor der Frage nach dem Passwort und das letzte Drittel nach der Befragung.

Das Ergebnis: 39,9 Prozent der Befragten gab ihr Passwort preis, wenn sie die Schokolade zu Beginn des Gesprächs erhielten. Die Bereitschaft erhöhte sich, wenn die Schokolade unmittelbar vor der Frage überreicht wurde – dann nannten es sogar 47,9 Prozent. Hingegen plauderten nur 29,8 Prozent der Befragten ihr Passwort aus, die erst ganz am Ende ihre Schokolade bekamen.

Prinzip der Reziprozität

"Wenn uns jemand etwas Gutes tut, fühlen wir uns dadurch automatisch unter Druck gesetzt, weil wir ihm den Gefallen zurückgeben wollen", sagt André Melzer, Mitautor der Studie "Trick with treat – Reciprocity increases the willingness to communicate personal data". Dieses Prinzip der Reziprozität, also das Gleiches mit Gleichem vergolten werde, gelte überall auf der Welt und sei für das Zusammenleben wichtig.

"Allerdings kann dieser innere Druck auch gezielt ausgenutzt werden, um bestimmte Ziele zu erreichen, so auch die Herausgabe eines Passworts", begründet Forscher Melzer das Verhalten der Befragten.

Passwort-Diebe nutzen "Social Engineering"

Computerhacker greifen zunehmend auf psychologische Strategien zurück, um Computernutzern so zu manipulieren, dass sie freiwillig ihre Zugangsdaten preisgeben. Diese Methode ist bekanntlich als "Social Engineering" bekannt. "Das Ziel beim Social Engineering ist das schwächste Glied in der Kette und das ist der Nutzer“, erklärt Melzer.

Die Studie zeigt also ein weiteres Mal, dass Angreifer gar keine technischen Lücken ausnutzen müssen, sondern menschliche Schwächen. Und dabei müssen sie oft noch nicht mal besonders raffiniert vorgehen.

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