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Yahoo gehackt: Der größte Daten-Diebstahl der Geschichte

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Schockierende Zahl  

Der größte Daten-Diebstahl der Geschichte

23.09.2016, 12:15 Uhr | AP, dpa, t-online.de

Yahoo gehackt: Der größte Daten-Diebstahl der Geschichte. Eine halbe Milliarde Yahoo-Nutzer ist von einem Datendiebstahl betroffen. (Quelle: dpa)

Eine halbe Milliarde Yahoo-Nutzer ist von einem Datendiebstahl betroffen. (Quelle: dpa)

Bei dem von Yahoo eingeräumten Hackerangriff dürfte es sich um den größten Datendiebstahl der Geschichte handeln. Nie zuvor wurden auf einen Schlag die Daten von einer halben Milliarde Nutzern gestohlen. Für Yahoo ist es aber nicht das erste Mal: Bereits 2012 und Anfang 2014 wurden Nutzerkonten gehackt.

Erste Berichte über den großen Cyberangriff gab es bereits im August, nachdem ein Hacker offenbar die Daten von 200 Millionen Yahoo-Nutzern im Internet verkaufen wollte. Der Konzern äußerte sich damals jedoch nicht, sondern gab erst am Donnerstag zu, dass Ende 2014 die Daten von 500 Millionen Yahoo-Nutzern gestohlen wurden.

Experten sprechen vom bisher folgenschwersten Cyberdiebstahl bei einem E-Mail-Provider. Noch nie seien bei einem einzigen E-Mail-Anbieter so viele Konten kompromittiert worden, sagte die Analystin Avivah Litan von der Technologieforschungsfirma Gartner Inc. "Das ist eine schockierende Zahl. Das ist eine ziemlich große Sache, die sie wahrscheinlich Millionen von Dollar kosten wird. Regulierungsbehörden und Anwälte werden ihre Freude daran haben."

Yahoo will Angriff spät entdeckt haben

Yahoo will eineinhalb Jahre lang nichts davon bemerkt haben. Warum der Internetpionier so lange brauchte, um dem Datenraub auf die Spur zu kommen, ließ er offen. Auch wie das Leck bei firmeninternen Untersuchungen auffiel, wollte Yahoo mit Verweis auf Sicherheitsgründe nicht sagen.

Betroffen sind demnach Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Passwörter sowie Sicherheitsfragen zur Feststellung der Identität der User. Das ist deshalb schwerwiegend, weil viele Nutzer bei verschiedenen Anbietern dieselben Sicherheitsfragen nutzen. Bisher gebe es aber noch keinen Hinweis darauf, dass auch Kreditkarten- oder Bankkontendaten entwendet worden seien.

Yahoo-Konten bereits öfter gehackt

Für Yahoo ist es nicht der erste Datendiebstahl. Im Juli 2012 hatten Hacker 450.000 E-Mailadressen und Passwörter von Kunden gestohlen und ihm Internet veröffentlicht. Der nächste Fall wurde Ende Januar 2014 bekannt. Damals teilte der Konzern lediglich mit, dass Nutzernamen und Passwörter von Yahoo-E-Mail-Konten gestohlen worden waren und die Hacker damit auf E-Mail-Postfächer zugegriffen hätten. Wie viele Kunden betroffen waren, wollte Yahoo seinerzeit nicht sagen.

Seit Jahren setzen Hacker US-Unternehmen zu, betroffen waren bereits das Online-Auktionshaus Ebay, der Büroartikel-Anbieter Staples, die Heimwerker-Kette Home Depot, der Warenhauskonzern Target, der zweitgrößte US-Krankenversicherer Anthem sowie die größte US-Bank JPMorgan und die Telekom-Tochter T-Mobile.

Stecken russische oder chinesische Geheimdienste dahinter?

Geht es um die Frage nach den Schuldigen, so fällt der Verdacht der US-Ermittler immer wieder auf ausländische Regierungen. Auch Yahoo geht von einem Angreifer mit staatlichem Hintergrund aus. So werden in den USA meist Hackergruppen mit Nähe zu russischen oder chinesischen Geheimdiensten bezeichnet.

Auch hierzu gibt es eine lange Vorgeschichte. Der Krankenhausbetreiber Community Health Systems etwa machte Cyber-Attacken aus China für einen Datendiebstahl von rund 4,5 Millionen Patienten im Jahr 2014 verantwortlich. Die USA und Kanada erklärten auch schon verschiedene Staatsbehörden zu Opfern. Zuletzt geriet allerdings vor allem Russland in Verdacht, das US-Ermittler unter anderem als treibende Kraft hinter den Attacken auf JPMorgan und die Partei der Demokraten vermuten.

Putin weist Vorwürfe zurück

Kreml-Chef Wladimir Putin wies vor zwei Wochen in einem Interview des US-Wirtschaftsblatts "Bloomberg Businessweek" den Verdacht von sich: "Nein, davon weiß ich nichts. Auf jeden Fall tun wir so etwas nicht auf staatlicher Ebene". Es gebe inzwischen eine Vielzahl von Hackern, die filigran und präzise genug agierten, um sich gut zu tarnen und falsche Fährten in andere Länder zu legen. "Es ist extrem schwierig, das zu überprüfen, wenn es denn überhaupt möglich ist."

Trotz der hohen Risiken haben einer Studie des Beratungshauses NTT Com Security viele Firmen noch keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, um Sicherheitslücken zu schließen. Eine Umfrage unter 1000 Top-Entscheidern von Unternehmen in Europa und den USA habe ergeben, dass bislang nur 49 Prozent speziell gegen Datenverlust durch Cyber-Kriminalität und Hacker-Angriffe abgesichert seien. "Firmen wissen, was sie zu tun haben, um ihre Daten zu schützen – aber nur in der Theorie", lautet das Fazit der Analyse.

Rekord-Datendiebstahl bei Yahoo (Quelle: Statista)Weitere interessante Statistiken gibt es bei Statista

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