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BSI-Lagebericht: Immer mehr Cyber-Angriffe in Deutschland

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Dramatischer Anstieg  

Immer mehr Cyber-Angriffe in Deutschland

09.11.2016, 15:00 Uhr | dpa, rtr

BSI-Lagebericht: Immer mehr Cyber-Angriffe in Deutschland. Cyber-Attacken nehmen in Deutschland zu. (Quelle: dpa)

Cyber-Attacken nehmen in Deutschland zu. (Quelle: dpa)

Immer häufiger greifen Online-Kriminelle IT-Systeme in Deutschland an. Täglich werden rund 380.000 neue Varianten von Schadprogrammen entdeckt, meldet das Bundesamt für Sicherheit in der IT (BSI). Vor allem die Zahl von Spam-Nachrichten mit bösen Anhängen sei drastisch gestiegen.

Die Anzahl von Spam-Nachrichten mit Schadsoftware im Anhang sei im ersten Halbjahr 2016 explosionsartig um 1270 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Vor allem die Bedrohung durch Erpresser-Trojaner (Ransomware) habe sich seit Ende 2015 deutlich verschärft, geht aus dem Lagebericht 2016 des BSI hervor, der am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

"Wenn informationstechnische Systeme von Krankenhäusern, Unternehmen oder der Verwaltung lahmgelegt werden, um "Lösegeld" zu erpressen, ist das eine ernstzunehmende Entwicklung, die ein entschiedenes Handeln erfordert", erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Gefahr durch Desinformationskampagnen 

Waren von den Angriffen bislang meist Firmen, Staaten und private Nutzer betroffen, beobachten Experten nun auch häufiger Angriffe, die politische Debatten manipulieren sollen. Vor diesen Gefahren für die freie Meinungsäußerung warnte der Innenminister. "Solche Cyber-Angriffe stehen für eine neue Dimension an Bedrohung, indem sie gezielt Einrichtungen der demokratischen Willensbildung ins Visier nehmen. Haben sie Erfolg, sehe ich langfristig Gefahren für die freiheitliche Gesellschaft und unsere Demokratie."

De Maizière kritisierte auch den Einsatz von Software-Robotern in sozialen Netzen, die automatisch manipulative Einträge veröffentlichen. "Das ist eine bösartig intelligente Nutzung des Netzes, über die wir aufklären müssen." Das Innenministerium werde vor der kommenden Bundestagswahl alle Parteien dazu auffordern, sich öffentlich zu verpflichten, auf manipulative Bots zu verzichten.

Viele Spam-Mails kommen aus Schwellenländern

Weiter gestiegen ist dem BSI-Bericht (PDF, 3 MB) zufolge die Zahl bekannter Schadprogrammvarianten: Sie lag im August 2016 bei mehr als 560 Millionen. Spam-Mails mit solchen Programmen wurden vor allem aus Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indien, Vietnam oder Mexiko verschickt.

Angreifer verfügten inzwischen über leistungsfähige und flexibel einsetzbare Angriffsmittel und Methoden. Im Fokus der Attacken stünden Unternehmen sowie kritische Infrastrukturen, zu denen etwa die Wasser- und Energieversorgung gehören. Ebenso seien Verwaltung, Forschungseinrichtungen und Bürger betroffen. Täglich gebe es Cyber-Angriffe auf die Regierungsnetze. Gleichzeitig verlieren demnach klassische bisherige Abwehrmaßnahmen weiter an Wirksamkeit. Dies betreffe alle: private Anwender, Unternehmen, Staat und Verwaltung.

Regierung beschließt Strategie gegen Hackerangriffe

Zur Abwehr der Angriffe will die Bundesregierung nur Unternehmen und Behörden in die Pflicht nehmen. Die Strategie enthält auch Pläne, die Bevölkerung zu befähigen, sich sicherer im Netz zu bewegen. "Wir wollen der digitalen Sorglosigkeit entgegenwirken", sagte de Maizière. Dazu gehörten die Förderung des Einsatzes von Verschlüsselungstechnologien sowie die Einrichtung eines Sicherheits-Gütesiegels für IT-Produkte.

Das BSI wird dem Plan zufolge seine Unterstützungsangebote für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft weiter ausbauen. Zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit des BSI bei besonderen IT-Sicherheitslagen werden so genannte Mobile Incident Response Teams (MIRT) eingerichtet, die betroffene Stellen vor Ort bei der Abwehr von Cyber-Angriffen unterstützen können.

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