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Nur ein Programm schützt richtig gegen Erpressungs-Angriffe

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Test von Backup-Programmen  

Nur ein Programm schützt gut gegen Erpressungsangriffe

10.04.2017, 11:15 Uhr | t-online.de, hd

Nur ein Programm schützt richtig gegen Erpressungs-Angriffe. Symbolfoto Internetkriminalitaet Symbolfoto Internetkriminalitaet (Quelle: imago)

Um Erpresser abzuwehren, braucht man ein gutes Programm. (Quelle: imago)

Zu einem durchdachten Sicherheitskonzept gehört neben Virenschutz seit eh und je eine Backup-Software. Auch gegen Ransomware-Angriffe können Datensicherungsprogramme helfen. Das AV-Test Institut stellte vier neue Backup-Programme auf den Prüfstand. Nur eines erhält eine Empfehlung.

Ist der Virenschutz überwunden und blockiert ein Sperrbildschirm den Zugriff auf das System und wichtige Dateien, teilt sich die Gruppe von Windows-Anwendern in zwei Lager: in das der Ransomware-Opfer und das der Nutzer von Backup-Programmen. Letztere können Angriffen durch Erpresser-Trojaner deutlich gelassener entgegensehen. Denn sie verfügen über eine zusätzliche Schutzstufe zur Verteidigung gegen aggressive Malware-Attacken. Im Idealfall erkennt ein Datensicherungsprogramm die Attacke, stoppt sie und stellt das System oder angegriffene Dateien auf den letzten sicheren Speicherstand zurück. Geht das nicht, lassen sich immerhin die letzten sicheren Speicherstände wiederherstellen. Experten von AV-Test überprüften in diesem Test neben den Backup-Funktionen die Bedienbarkeit und Geschwindigkeit von Sicherung und Wiederherstellung als auch die Reaktion der Programme auf Angriffe mit aktueller Malware.

Ransomware-Angriffe: Zeit ist Geld

Erpresser-Trojaner lassen Antiviren-Software oft alt aussehen. Es dauert generell mehrere Stunden, bis aktuelle Schädlinge durch Initialfunde einzelner Antiviren-Programme in die neuste Virendefinition aufgenommen werden. Ein Zeitraum, der Erpressern einen gefährlichen Vorsprung bietet. Denn je nach Verbreitung solcher Malware kann schon der Klick auf den Link in einer E-Mail zum falschen Zeitpunkt sorglose Nutzer in Opfer einer hunderte Euro teuren Online-Erpressung verwandeln. Darum ergänzt in einem guten Sicherheitskonzept eine Backup-Software immer ein ständig aktualisiertes Virenschutzprogramm.

Neue Backup-Generation

Während viele Hersteller ihre Datensicherungsprogramme ebenso wenig wie viele PC-Nutzer als Bestandteil einer solchen zweistufigen Sicherheitsstrategie begreifen, gehen andere Hersteller neue Wege. Dazu gehören:

  • Acronis True Image 2017 New Generation Premium, Version 21.0.0.6106
  • Carbonite Personal Plus, 6.2.1 build 6804,
  • CrashPlan for Home 4.8.0 1435813200480 
  • IDrive 6.5.1.23

Diese vier Backup-Programme einer neuen Generation werben um das Vertrauen der Nutzer. All diese Backup-Angebote beherrschen konventionelle Backup-Methoden, etwa Sicherungskopien einzelner Dateien, sowie komplette Speicherabbilder eines kompletten Systems ("Image") auf Datenträger, zum Beispiel externen Festplatten.

Cloud-Schutz gegen Erpresser

Über den in den Kaufangeboten enthaltenen Cloud-Speicher hinaus bieten die Programme weitere Funktionen. Dazu gehört etwa die „Echtheitsprüfung“ von Dateien über digitale Erkennungsmuster, die in einer geschützten Online-Datenbank gespeichert sind. So lässt sich feststellen, ob eine Datei im gespeicherten Ursprungszustand vorliegt oder nachträglich verändert wurde. Mit dieser Cloud-Technologie lässt sich ebenfalls erkennen, ob Dateien durch eine Malware-Attacke verändert wurden, wie es etwa bei einer ungewollten Verschlüsselung durch Erpresser-Trojaner der Fall wäre. Stellt die Software beim Online-Abgleich im Hintergrund eine solche wahrscheinlich ungewollte Veränderung fest, kann sie den Nutzer warnen und eine womöglich infizierte Datei gegen deren letzten sicheren Speicherstand ersetzen.

Aktiver Schutz ist nicht Standard

Im Test mussten die Backup-Programme Test-PCs unter Windows 7 und deren Datenbestand gegen aktuelle Ransomware-Versionen verteidigen. Darunter zwei brandaktuelle Versionen des weit verbreiteten Kryptotrojaners Cerber, der sich über schädliche Mail-Anhänge sowie infizierte Websites verbreitet. Zur Abwehr von Verschlüsselungstrojanern bedienten sich die Programme unterschiedlicher Methoden. True Image von Acronis war dabei das einzige Produkt im Test, das mit einer aktiven Schädlingserkennung punkten konnte: Über eine verhaltensbasierte Schädlingserkennung über die Acronis-Cloud wurden Ransomware-Samples erkannt und blockiert, sobald sie ihr schädliches Potential auf den Testsystemen entfalteten. Solche Schutzfunktionen lassen sich auch über eigenständige Anti-Ransomware-Software ergänzen.

Backup erst nach 24 Stunden

Alle anderen Testkandidaten boten solch aktive Erkennung zwar nicht, wussten im Test aber durch meist sichere Wiederherstellung der Backups infizierter Dateien zu punkten. Um auf diesem Wege guten Schutz zu bieten, ist eine kurze Sicherungsfrequenz entscheidend. Je kürzer das Sicherungsintervall, desto aktueller sind die zurückspielbaren Rettungsdateien. In diesem Testpunkt konnte besonders IDrive punkten. Die Software sicherte Daten auf den Testsystemen in den überprüften Standardeinstellungen alle 20 Sekunden. Ganz anders Carbonite: Die Software erstellte die erste Sicherungskopie nach zehn Minuten Arbeitseinsatz. Die nächste Sicherung ist jedoch erst am Folgetag, nämlich exakt nach 24 Stunden, möglich und damit deutlich zu spät, um effektiv beim Schutz vor Ransomware zu unterstützen.

Schutz ist einfach einzurichten

Im Test bot keines der Programme die Ausrede, Backup-Software sei zu kompliziert. Über gut strukturierte Bedienmenüs erlaubten alle vier Testkandidaten die Auswahl zu sichernder Daten, das Festlegen von Sicherungsorten und -intervallen sowie den Zugriff auf weitere Funktionen. Dabei unterschieden sich die Programme zwar deutlich in der Anzahl der zur Einrichtung benötigten Schritte, dies ist allerdings dem unterschiedlichen Aufbau der Programmoberflächen geschuldet und erlaubt keine negative Aussage über deren Bedienbarkeit. Den geringsten Aufwand bei der Ersteinrichtung verlangte Carbonite seinen Nutzern ab. Ebenso wie die Auswahl angebotener Zusatz-Features liegt die Bedienbarkeit allerdings im Auge des Betrachters und jeder Nutzer hat hier unterschiedliche Ansprüche.

Daten statt Warten

Einen weiteren entscheidenden Punkt im Test von Backup-Programmen stellt die Geschwindigkeit bei Datensicherung und Wiederherstellung dar. Im Labor wurden dazu die diversen Datensicherungs-Einstellungen mit unterschiedlichen Datensätzen überprüft. Dabei galt es unter anderem, die Komplettsicherung eines 50 Gigabyte großen Testdatensatzes, bestehend aus 56 CD-Abbildern und Filmdateien, zu splitten und zu sichern. Kopiert wurden die Daten von einer Speicherchips- auf eine herkömmliche Festplatte. In diesem, wie auch bei den folgenden Geschwindigkeitstests, ließ Acronis die Konkurrenz weit hinter sich. Für einen solchen Datensatz benötigte die Software nicht ganz 12 Minuten, während IDrive mit etwas über 53 Minuten an zweiter Stelle folgte. CrashPlan brauchte für den Datensatz eine Stunde und drei Minuten. Auch bei der Zeitprüfung für die Sicherung unterschiedlicher Daten sowie beim Erstellen von Backups lag die Acronis-Software zeitlich immer deutlich vor den anderen Testprodukten. 

Nach elf Minuten ist ein System wiederhergestellt

Bei Wiederherstellung und Zurückspielen des gesicherten Datensatzes erwies sich Acronis ebenfalls am flinksten: Nach 10 Minuten und 39 Sekunden war das gesicherte System wiederhergestellt. CrashPlan benötigte mit 20 Minuten und 40 Sekunden etwa doppelt so lange. IDrive meldete das wiederhergestellte Testsystem nach 17 Minuten und 17 Sekunden zurück. Beim Zurückspielen inkrementeller Backups überholte Acronis beide Produkte mit nahezu zehnfacher Geschwindigkeit! Da die Carbonite-Software eine Datensicherung über die Cloud nicht anbietet, wurde sie im Performance-Test nicht berücksichtigt.

Fazit: Nur ein Programm kann Ransomware stoppen

Der Test zeigt eindeutig, dass sinnvoller Malware-Schutz den Einsatz von Backup-Software beinhalten sollte. Als einzige Backup-Lösung im Test kann Acronis True Image 2017 New Generation Premium Ransomware stoppen. Aufgrund sehr guter Testergebnisse im Prüfpunkt "Backup-Funktionalität" erhält das Programm das neue Zertifikat „Approved Backup & Data Security Software“ des AV-TEST Institutes. Es unterstützt Nutzer bei der Verteidigung des Computers gegen Angreifer und schützt wichtige Daten, ohne zuviel Einsatz zu verlangen. Die drei anderen Systeme schnitten schlechter ab und bekamen keine Empfehlung.

AV-Test führte ein neues Test-Zertifikat ein (unten rechts) (Quelle: AV-Test)AV-Test führte ein neues Test-Zertifikat ein (unten rechts) (Quelle: AV-Test)

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