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Windows hat nun die Browser-Wahl: Obwohl Microsoft ein entsprechendes Update offiziell erst für den 17. März angekündigt hat, können Windows-Nutzer ab sofort den Internet Explorer gegen alternative Browser wie Firefox oder Opera ersetzen. Diese fest im System verankerte Browser-Auswahl ist ein Kompromiss, mit dem Microsoft um ein Millionen-Bußgeld der EU entgehen will. Die Wettbewerbshüter hatten Microsoft vorgeworfen, mit der Marktmacht von Windows dem eigenen Browser Vorteile gegen die Konkurrenz zu verschaffen.
Auf Systemen, auf denen der Internet Explorer als Standardbrowser aktiviert ist, öffnet sich nach einem Update das Fenster, dass dem Nutzer nach einem Klick auf OK fünf alternative Browser anbietet. Der Nutzer kann aus zwölf angebotenen Alternativ-Browsern wählen, darunter Chrome, Firefox, Opera und Safari – oder ganz einfach beim Internet Explorer bleiben. Weiterhin platziert das Update auf dem Desktop ein Icon, mit dem die Browserauswahl auch später erneut gestartet werden kann. Zum Download angeboten bekommen allerdings auch Nutzer von Windows XP, Windows Vista oder Windows 7, die bereits einen anderen Browser als Standard gesetzt haben.
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass das Update den Internet Explorer nicht deinstalliert sondern lediglich deaktiviert. Unter Windows 7 wird der Internet Explorer nach der Installation des Updates daher zwar nicht mehr angezeigt. Der Nutzer kann ihn aber weiterhin über das Start-Menü aufrufen werden oder der Taskleiste manuell wieder hinzufügen.
Für die Hersteller von Alternativ-Browsern hat das Auswahlfenster bereits jetzt positive Auswirkungen. So gab Opera gegenüber der New York Times an, dass sich seit dem Erscheinen des Updates die Download-Zahlen des eigenen Browsers in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Polen und Spanien nahezu verdreifacht hätten. Auch Mozilla berichtet von einem Anstieg der Download-Zahlen. 50.000 Downloads mehr habe das Unternehmen verzeichnet, die eindeutig dem Browser-Auswahlfenster zu verdanken seien. Im Vergleich zu den täglichen Download-Zahlen von etwas über einer halben Million Abrufe pro Tag in Europa ist dieser Zuwachs noch zu vernachlässigen. Firefox und Opera können Sie ganz bequem bei Softwareload herunterladen.
Unterdessen beschweren sich die Hersteller kleinerer Browser über das Design des Auswahlfensters. So seien zwar die großen Konkurrenten Mozilla, Opera und Google gebeten worden, bei dem Design mitzuwirken. Die kleineren Hersteller habe Microsoft jedoch nicht gefragt. Vertreter der Hersteller von AvantBrowser, Flock, GreenBrowser, Maxthon, Sleipnir und SlimBrowser fordern in einer Eilpetition an die Europäische Kommission einen deutlicheren Hinweis auf ihre Produkte. "Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir zu diesem Zeitpunkt keine größere Umgestaltung oder Neubewertung des Auswahlbildschirms vorschlagen", heißt es in der Petition. "Wir fordern nur das Hinzufügen irgendeines Textes oder Design-Elements, das dem durchschnittlichen Nutzer anzeigt, dass es noch Auswahlmöglichkeiten 'rechts des sichtbaren Bildschirms' gibt."
Der Streit zwischen Microsoft und der EU-Kommission um in Windows vorinstallierte Browser wurde vergangenen Dezember beigelegt. Brüssel akzeptierte einen Vorschlag des Software-Riesen und verschonte ihn vor einem Bußgeld in Millionenhöhe. Die Kommission hatte Microsoft in dem Verfahren vorgeworfen, sich Vorteile auf dem Browser-Markt durch die feste Integration des Internet Explorers im weit verbreiteten Betriebssystem Windows zu erschleichen.
Kurz nach dem Erscheinen des Windows-Updates für die Browser-Auswahl könnte Microsoft bereits die erste Testversion des kommenden Internet Explorer 9 veröffentlichen. Gerüchten zufolge wird Microsoft die Beta-Version des IE 9 ab der Web-Entwickler-Messe MIX 2010 verteilen. Diese findet zwischen 15. und 17. März in Las Vegas statt. Schon der öffentliche Beta-Test des Internet Explorer 8 wurde seinerzeit im Rahmen der MIX 2008 gestartet.
Quelle: t-online.de
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