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Sandy Island: Was steckt hinter der Geisterinsel in Google Maps?

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Rätselraten um australische Geisterinsel in Google Maps

26.11.2012, 10:15 Uhr | t-online.de, AFP

Sandy Island, die Geisterinsel östlich von Australien. (Quelle: t-online.de)

Sandy Island, die Geisterinsel östlich von Australien. (Quelle: t-online.de)

Östlich von Australien ist eine Geisterinsel aufgetaucht – zumindest auf den Karten von Google Maps und in den Satellitenbildern von Google Earth. Dort ist die Sandy Island genannte Insel im Pazifik zu sehen, auch in diversen Wetterkarten und Atlanten ist sie eingezeichnet. Doch als Wissenschaftler auf einer Forschungsreise das Gebiet durchschifften, machten sie eine verblüffende Entdeckung.

Auf halber Strecke zwischen der australischen Küste und Neukaledonien soll Sandy Island liegen und etwa eine Länge von 30 Kilometern haben. Als sich jedoch eine Forschungsexpedition der verzeichneten Stelle näherte, waren die Wissenschaftler verblüfft. "Es kam uns komisch vor, dass die Navigationskarte des Schiffes an der Stelle keine Insel, sondern eine Meerestiefe von 1400 Metern anzeigte, während unsere wissenschaftlichen Karten und Google Maps dort deutlich eine große Insel zeigten", sagte Dr. Maria Seton, Leiterin eines australischen Wissenschaftsteams der Zeitung Sydney Morning Herald. Das Forscherteam untersuchte die Erdkruste in der Region und wunderte sich, dass das Wasser nahe der Insel sehr tief war und der Meeresboden nicht ansteigt, wie man bei einer Insel vermuten müsste.

Sandy Island existiert nicht

Die Wissenschaftler fuhren mit ihrem Forschungsschiff Southern Surveyor sehr nahe an dem vermeintlichen Standort der Insel vorbei, als sie die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Karten entdeckten. Kurzerhand fiel der Entschluss, die nautische Position von Sandy Island anzusteuern und selbst nach der Insel zu schauen. Das Ergebnis: Sandy Island gibt es nicht, sondern nur weiten Ozean. Schon auf der Karte sieht die Darstellung sehr merkwürdig aus. Wo bei Google Maps sonst eigentlich immer aussagekräftige Satellitenbilder von Landmassen zu sehen sind, ist an dieser Stelle ein längliches Objekt abgebildet, dass wie mit schwarzem Filzstift übermalt wirkt.

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Kartenfehler weit verbreitet

Die virtuelle Insel hat sich auf vielen Karten eingeschlichen, sie lässt sich bis mindestens ins Jahr 2000 zurückverfolgen und ist neben Google Maps auch auf Wetterkarten und in diversen Atlanten zu finden. Auf einigen Karten ist sie unter dem Namen Sable Island eingetragen. Wie die Geisterinsel auf die Karten gelangen konnte, ist unklar. Möglich ist, dass es sich eine bewusste Manipulation handelt, mit der unerlaubte Kopien einer Karte erkannt werden können. Diesen Trick wenden manche Hersteller von Straßenkarten an: Sie fügen Phantomstraßen ein, um ein unerlaubtes Kopieren ihrer Karten nachweisen zu können. Ein Google-Sprecher sagte, das Unternehmen sei dankbar für jeden Hinweis auf mögliche Fehler auf seinen Karten. Es prüfe regelmäßig neue Informationen von Nutzern und Behörden.

Quelle: t-online.de, AFP

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