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Microsoft muss halbe Milliarde Euro an EU zahlen

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Millionen-Strafe für Microsoft

06.03.2013, 14:49 Uhr | dpa

Microsoft muss halbe Milliarde Euro an EU zahlen. Browser-Auswahl-Fenster unter Windows 7 (Quelle: t-online.de)

Browser-Wahl unter Windows 7 (Quelle: t-online.de)

Softwareriese Microsoft muss eine Geldbuße von 561 Millionen Euro an die Europäische Union zahlen. Das entschied die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Der Konzern habe versäumt, den Nutzern des Betriebssystems Windows 7 neben dem hauseigenen Internet Explorer verschiedene Browser von Konkurrenten für das Surfen im Internet anzubieten.

Nach Ansicht der EU-Kommission hat das US-Unternehmen mit dieser Praxis den Kunden die eigene Software aufgedrängt und die Hersteller anderer Programme blockiert. Der Konzern habe rund 15 Millionen Windows-Nutzern unfair behandelt und ihnen die Wahlfreiheit genommen. Diese Praxis habe mehr als ein Jahr von Mai 2011 bis Juli 2012 gedauert.

Seit Jahren gehen die Kartellwächter gegen Microsoft vor, weil der Konzern seine Softwareprodukte an sein Betriebssystem Windows koppelt. Das Unternehmen musste seit 2004 bereits mehrfach EU-Strafen zahlen. Insgesamt summieren sich diese inzwischen auf 2,2 Milliarden Euro. Die Buße bekommt Microsoft-Boss Ballmer auch persönlich zu spüren: Bereits im vergangenen Oktober kündigte Microsoft an, den Jahresbonus für Ballmer auch wegen des "Browser-Problems in der EU" zu kürzen.

Microsoft kommt glimpflich davon

Die obersten EU-Wettbewerbshüter kritisierten, dass der Konzern gegen eine Auflage aus einem früheren EU-Kartellverfahren von 2009 verstoßen habe Damals hatte sich Microsoft verpflichtet, auf neuen Computern oder in neuen Windows-Paketen ein Auswahlfenster mit unterschiedlichen Browsern einzubauen. Doch der Softwarekonzern lieferte zwischen Mai 2011 und Juli 2012 die Softwareaktualisierung Service Pack 1 für Windows 7 ohne den Auswahlbildschirm für die freie Wahl des Internet-Browsers aus.

Microsofts teurer "technischer Fehler"

Microsoft versuchte, das Verschwinden der Browser-Auswahl bereits im vergangenen Jahr als Panne darzustellen: "Wir bedauern zutiefst, dass dieser Fehler geschehen ist und bitten dafür um Entschuldigung", hieß es in einem Schreiben. Schuld sei ein Team von Technikern, die ein notwendiges Update vergessen hätten.

Doch EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia ließ sich von dem "Uups"-Geständnis wenig beeindrucken und wertete das Vorgehen von Microsoft als einen "schwerwiegenden Verstoß, der mit entsprechenden Sanktionen belegt werden muss". Erst nach einer Beschwerde der EU erschien das Auswahlfenster im Juli 2012 erneut. Zur Wiedergutmachung will das Unternehmen die automatische Browser-Auswahl 15 Monate länger anbieten als die von Brüssel verordneten fünf Jahre bis 2014.

Brüssel blieb aber weit unter der maximal möglichen Strafe von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes, im konkreten Fall also bis zu 5,6 Milliarden Euro. Es sei das erste Mal, dass Brüssel wegen Verstoßes gegen eine solche Zusage erneut eine Strafe ausspreche.

Beschluss lässt Microsoft-Aktie absacken

Brüssel sieht die Vormachtstellung von Microsoft als Problem – der Marktanteil des Betriebssystems Windows liegt bei Computern und Laptops europaweit bei über 90 Prozent. Der Anteil des Internet Explorers bei den Browsern ist aber nach Angaben der EU-Kommission mit rund 55 Prozent deutlich niedriger. Nach dem Beschluss reagierte die Microsoft-Aktie im deutschen Handel mit leichten Kursabschlägen.

Jahrelanger Browser-Streit

Seit Jahren streitet Microsoft mit Brüssel um den Web-Browser. Die Programme sind nötig, um im World Wide Web zu navigieren. Microsoft installierte früher standardmäßig den hauseigenen Internet Explorer. Nach dem Einschreiten der EU-Kommission öffnet sich inzwischen ein Auswahl-Fenster, auf dem auch Konkurrenzangebote wie Mozilla Firefox, Google Chrome, Apple Safari sowie acht kleinere Anbieter wie Opera erscheinen.

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