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Computerfehler: 14.000 Tote sollen sich zum Wehrdienst melden

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Makaberer Computerfehler  

14.000 Tote sollen sich zum Wehrdienst melden

13.07.2014, 11:56 Uhr | t-online.de

Computerfehler: 14.000 Tote sollen sich zum Wehrdienst melden. Derrick Weaver sitzt hinter seiner Frau Martha, die einen Brief an ihren verstorbenen Vater in den Händen hält. (Quelle: AP/dpa/The Derrick, Jerry Sowden)

Martha und Derrick Weaver nehmen es mit Humor: Eine US-Behörde fordere Marthas Vater (Jahrgang 1894) auf, sich als wehrfähig zu melden. (Quelle: The Derrick, Jerry Sowden/AP/dpa)

Die Wehrerfassungsbehörde des US-Bundesstaats Pennsylvania hat alle männlichen Bürger der Jahrgänge 93 bis 97 dazu aufgerufen, sich als wehrfähig zu melden. Erst nach zahlreichen verdutzten Anrufen bemerkte das Amt, dass es über 14.000 Männer angeschrieben hatte, die längst verstorben sind. Schuld an dem Missgeschick ist ein "ziemlich grober" Computerfehler, der schon um das Jahr 2000 Kopfschmerzen bereitete.

Den Wehrdienst haben die USA zwar 1980 abgeschafft, dennoch müssen sich alle männlichen Amerikaner innerhalb von 30 Tagen nach dem 18. Geburtstag als wehrfähig melden. Mit entsprechenden Anschreiben erinnert die Wehrerfassungsbehörde Selective Service System regelmäßig an diese Pflicht.

14.000 Verstorbene sollen sich beim Militär registrieren

Am 30. Juni lief bei der Behörde jedoch einiges schief. Sie schickte die Schreiben an 14.215 Männer, die zwischen 1893 und 1897 geboren und teils seit Jahrzehnten verstorben waren. Der Fehler flog auf, als sich die irritierten Verwandten bei der Behörde meldeten. So zum Beispiel ein 73-jährige Chuck Huey, dessen Vater (Jahrgang 1894) schon während des Ersten Weltkrieges seinen Dienst gleistet hatte und 1995 im Alter von 100 Jahren verstarb.

Der offizielle Behördenbrief hatte ihn erheblich verunsichert, erzählte Huey der Nachrichtenagentur Associated Press. Denn allen, die sich nicht innerhalb der vorgegebenen Frist melden, droht eine Strafe von bis zu 250.000 US-Dollar und fünf Jahren Haft. 

"Wir haben einen ziemlich groben Fehler gemacht"

Das Selective Service System hat sich inzwischen bei den Empfängern entschuldigt und erklärt, dass es bei einer Datenübertragung des Bundesverkehrsamtes von Pennsylvania an die Weherfassungsbehörde zu einem Fehler kam. Ein Angestellter habe beim Zusammenstellen des Datensatzes vergessen, das Jahrhundert auszuwählen und so neben den Jahrgängen 1993 bis 1997 auch die Jahrgänge 1893 bis 1897 übermittelt.

"Wir haben einen ziemlich groben Fehler gemacht", entschuldigte sich eine Sprecherin des Verkehrsamtes.

Datenchaos zum neuen Jahrtausend

In den 1990ern machten die Jahreszahlen in der IT-Welt schon einmal Probleme. Denn viele der verwendeten Computersysteme arbeiteten nur mit den beiden letzten Jahreszahlen. Zum herannahenden Jahrtausendwechsel wurde befürchtet, dass es zu einem katastrophalen Datenchaos mit Systemausfällen und Milliardenverlusten kommen würde, da alle Computersysteme bei Null und nicht 2000 weiterzählen würden – der sogenannte "Millennium-Bug".

Glücklicherweise konnte der Großteil der weltweiten IT-Infrastruktur noch vor dem Jahrtausendwechsel auf vierstellige Zähler aufgerüstet werden.

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