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Online-Kriminalität: Teenager-Hacker aus Neuseeland ist Autist

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Online-Kriminalität  

Botnetz-Betreiber ist Autist

03.12.2007, 10:08 Uhr | Sascha Plischke

Botnetze versklaven weltweit Privatrechner. (Montage: T-Online)Botnetze versklaven weltweit Privatrechner. (Montage: T-Online)Der vergangene Woche verhaftete Teenager Owen Walker, mutmaßlicher Kopf einer internationalen Hackerbande, ist Autist. Unter dem Codenamen "Akill" soll der erst 18-Jährige eines der größten Botnetze aller Zeiten kontrolliert und damit gewaltigen Profit gemacht haben. Dem begabten Jungen drohen nun bis zu zehn Jahre hinter Gittern.

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Freunde beschrieben Walker als Einzelgänger und Außenseiter. Das passt zu den Symptomen des Asperger-Syndroms, mit dem der Teenager von Kindesbeinen an lebt. Diese leichte Form des Autismus äußert sich meist durch eingeschränkte soziale Fähigkeiten. Gleichzeitig sind Autisten oft außergewöhnlich intelligent.

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Polizei: "Einer der Weltbesten"

Der Junge, sagen Polizisten, war ein wahrer Meister seines Fachs. Keine Virussoftware konnte die von Walker geschriebene Malware erkennen, die so geschickt im Hintergrund lief, dass sich die Nutzer nicht einmal bewusst darüber waren, das irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuging. "Er ist sehr clever", sagte der Chef der Abteilung für Computerkriminalität der neuseeländischen Polizei, Maarten Kleintjes. "Er ist einer der Weltbesten bei der Entwicklung dieser Art von Software."

Schaden in Millionen-Höhe

Der junge Mann war zunächst festgenommen und verhört worden, berichtete die Polizei am Freitag. Der Neuseeländer soll weltweit eine ganze Bande von Computerhackern dirigiert haben, mit Schwerpunkten in Neuseeland, den Niederlanden und den USA. Der von der "A-Team" genannten Gruppe verursachte Schaden wird auf umgerechnet 13,5 Millionen Euro geschätzt. Der Jugendliche wurde nach dem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt, die Ermittlungen laufen jedoch weiter.

Millionen Computer in der Hand der Hacker

Insgesamt soll die Bande rund um "Akill" 1,3 Millionen Computer heimlich unter ihre Kontrolle gebracht und für verschiedene illegale Aktivitäten missbraucht haben. Botnetze werden unter anderem für den Versand von Spam, das Ausspioneren privater Daten oder für gezielte Angriffe auf einzelne Server eingesetzt. Ermittler vermuten, dass auch das Botnetz des A-Team für den Versand von Spam verwendet wurde. Die Vermietung von Botnetzen an die Versender von Massen-eMails gilt als einträgliches Geschäft.

Digitale Spuren führten nach Neuseeland

Auf die Spur des Jugendlichen kamen die Ermittler aber offenbar nach einer so genannten Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS) auf die Computer der Universität von Pennsylvania. Bei einer solchen Attacke wird ein Server von einem Botnetz solange mit tausenden Anfragen bombardiert, bis er unter der Last zusammenbricht. Nach dem Angriff auf die Uni-Server in den USA im Februar 2006 konnten die amerikanischen Bundesbehörden die digitalen Spuren bis zu dem nun Festgenommenen zurückverfolgen.

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Globale Operation gegen Botnetzbetreiber

Die Festnahme des jungen Neuseeländers ist Teil einer globalen Aktion des amerikanischen FBI gegen Botnetzbetreiber. Operation "Bot-Roast" hat zum Ziel, die weltweite Schattenwirtschaft rund um die Botnetze trockenzulegen und den Versand von Spam sowie die Gefahr durch groß angelegte DDoS-Attacken einzudämmen. Im Zuge der aktuell zweiten Phase der Operation wurden neben "Akill" drei weitere Hacker verhaftet. Drei Verdächtige, die in einer ersten Verhaftungswelle festgenommen worden waren, sind bereits zu Haftstrafen verurteilt worden.

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