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Stirbt die Computermaus bald aus?

18.07.2008, 14:11 Uhr | Christoph Schmidt

Weg damit: Analysten zufolge sind die Tage der Computermaus gezählt. (Quelle: dpa)Weg damit: Analysten zufolge sind die Tage der Computermaus gezählt. (Quelle: dpa) Sagen Sie der Computermaus Ade: Der Analyst Steve Prentice vom renommierten Marktforschungs-Institut Gartner hat das Ende der Maus vorhergesagt. Bereits in drei Jahren könnte es seiner Auffassung nach schon so weit sein. Dann werden Touchscreens und Gestensteuerung die Welt der Computer erobern und so die Interaktion mit dem Rechner revolutionieren. Erste Geräte sind bereits auf dem Markt.

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Prentice sagte gegenüber BBC News: "In den Bereichen Heim-Unterhaltung und Notebook ist die Maus am Ende. Mit Desktopsysteme arbeitet sie dagegen wunderbar zusammen." Vor allem die Entwicklungen im Bereich der Spiele- und Unterhaltungselektronik legten diesen Schluss nahe. Zudem arbeiteten viele Unternehmen an Produkten, die eine interaktive und intuitive Steuerungsmöglichkeiten bieten - jenseits der beschränkten Möglichkeiten der veralteten Maussteuerung.

Gestensteuerung löst die Maus ab

Der enorme Erfolg von Nintendos Spielkonsole Wii, die weltweit Millionen Menschen nutzten, zeige Prentice zufolge, dass die Verbraucher für neuen Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine bereit sind. Die Wii bietet eine revolutionäre Steuerungstechnik, bei der der Nutzer durch intuitive Bewegungen mit der Konsole interagiert. Aber auch die zunehmende Verbreitung von Touchscreens machten die Maus überflüssig. Das iPhone von Apple beweise dies eindrucksvoll. Bei dem neuartigen Handy können Nutzer mit der Hand in das Bild des Tochscreen zoomen, Bilder sortieren oder durch das Internet navigieren.

Gedanken steuern den Computer

Aber nicht nur die Steuerung mit Gesten soll die Interaktion mit elektronischen Geräten revolutionieren. So arbeite Panasonic an einem System, bei dem Verbraucher den Fernseher statt mit einer Fernbedingung mittels Mimik bedienen. Dabei erkennt der Fernseher den Kopf des Nutzers und zeigt ihm sein individualisiertes Menü an. Doch die Technik geht sogar noch weiter: "Wir werden sogar Gefühls-Systeme haben, bei denen man ein Headset trägt und den Computer mit den Gedanken steuert. Und dieses Gerät kommt bereits im September diesen Jahres auf den Markt", so Prentice.

"Total übertrieben"

Hersteller von Mäusen widersprechen der gewagten These. "Der Tod der Maus ist total übertrieben", so Logitech-Chef Rory Dooley gegenüber BBC News. Die Maus werde bei Computern in Zukunft sogar noch populärer, gerade im Hinblick auf den Nachholbedarf von Entwicklungsländern. Dabei sieht sich Logitech keinesfalls unter Druck. Mehr als 500 Millionen Mäuse verkaufte das Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren. Dieser Erfolg zeige, wie wichtig die Maus als Eingabegerät auch heute noch sei. Dooley gibt allerdings zu, dass es künftig viele alternative Schnittstellen zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine geben wird. Auch Logitech arbeite bereits an den Eingabegeräten von Morgen und sei damit für die Zukunft gerüstet - mit oder ohne Maus.

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