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Gekapertes Stadt-Netzwerk wieder frei

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Computer-Kriminalität  

Gekapertes Stadt-Netzwerk wieder frei

23.07.2008, 11:22 Uhr | Sascha Plischke

Computersystem in Geiselhaft. (Quelle: t-online.de)Computersystem in Geiselhaft. (Quelle: t-online.de) Nach zwei Wochen ist das Computer-Netzwerk der Behörden von San Francisco wieder frei. Der Administrator, der das äußerst wichtige System gekapert hatte, hat dem Bürgermeister der Stadt die Geheimcodes in einer Nacht-und-Nebel-Aktion übergeben. Damit kann die Verwaltung der Stadt wieder problemlos arbeiten. Der Anwalt des Mannes arbeitet indes an der Verteidigung und behauptet: Sein Mandant habe alles nur zum Wohle der Stadt getan.

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Es dauerte weniger als eine Woche in Haft, bis Terry Childs seinen Widerstand auf und das von ihm gesperrte System wieder frei gab. Allerdings bestand der Computer-Spezialist auf einem letzten, dramatischen Moment: Die nötigen Codes wollte er nur Bürgermeister Gavin Newsom persönlich übergeben, in einem streng geheimen Treffen. Der Bürgermeister kam der Bitte nach und traf sich mit Childs in dessen Gefängniszelle, um die Passwörter entgegenzunehmen.

Ganz eigene Gründe für die Geiselnahme

Nun ist sich das System wieder unter Kontrolle der Stadtverwaltung – vergeben und vergessen ist Childs' Aktion damit jedoch nicht. Der ehemalige Stadtangestellte hatte sich als Systemadministrator ein exklusives Master-Passwort für das Computer-System der Stadt verschafft und alle anderen Zugangsberechtigten einfach ausgesperrt. Mit der Geiselnahme hatte sich der Mann gegen eine drohende Kündigung versichern wollen. Childs' Anwalt Erin Crane präsentiert nun jedoch eine ganz andere Erklärung für den einmaligen Vorgang: Sein Mandant habe der Stadt nicht schaden, sondern das System vor dem Zugriff unfähiger Techniker schützen wollten.

Verteidigung deutet Geschichte um

"Mr. Childs hatte gute Gründe, den Zugang zum System zu schützen", so Crane in einem Interview mit der Lokalzeitung San Francisco Chronicle. "Seine Kollegen und Vorgesetzten hatten das System in der Vergangenheit selbst böswillig beschädigt, Wartungsmöglichkeiten eingeschränkt und selbst nichts für die Wartung getan." Sein Mandant sei die einzige Person in der Abteilung gewesen, die das System operationsfähig gehalten habe. Ob diese Verteidigungsstrategie allerdings aufgeht ist mehr als fraglich.

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