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Online-Kriminalität  

FBI kontrollierte Hackerforum DarkMarket

15.10.2008, 13:34 Uhr | Gerd Peters

DarkMarket galt als eines der größten illegalen Hacker-Foren, in denen Kreditkartendaten und anderes sensible Informationen gehandelt wurden. (Quelle: t-online.de)DarkMarket galt als eines der größten illegalen Hacker-Foren weltweit. (Quelle: t-online.de) Das illegale Hackerforum DarkMarket wurde seit mehreren Jahren von der US-Bundespolizei FBI bis in die innersten Kreise infiltriert, berichtet der SWR. Die Seite wurde Anfang Oktober geschlossen, nachdem mehrere Verantwortliche verhaftet wurden.

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Seit über drei Jahren versuchten Behörden etlicher Staaten, die Betreiber des Hackerforums ausfindig zu machen. Erst vor Kurzem gelang es Ermittlern endlich, einige der Administratoren zu fassen. Darunter befand sich auch einer der Köpfe hinter dem kriminellen Forum: Der türkische Hacker Cha0 wurde Mitte September in Istanbul gefasst. Aufgeflogen war der Mann bei dem Versuch, Geräte zur Manipulation von Bankautomaten zu verkaufen.

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FBI-Agent an der Spitze

Ein einziger Administrator blieb dem Forum – der Hacker Splyntr. Der kündigte die Schließung der Seite an. Als Grund nannte er die zunehmende Aufmerksamkeit der Behörden. Seinem Komplizen Cha0 gab er Mitschuld an der Situation. Nun deckte der SWR auf: Der Hacker Splyntr ist in Wahrheit Senior Agent J. Keith Mularski vom FBI. Der Spezialist für Cyber-Kriminalität soll bereits im November 2006 das Forum infiltriert haben. Wie das Magazin Wired berichtet, teilte er bereits im Mai 2007 den deutschen Behörden in einer eMail mit: "Ich bin Master Splyntr."

Hackerwarnung nicht ernstgenommen

Die Online-Kriminellen wurden sogar frühzeitig vor Splyntr gewarnt. Bereits 2006 verschaffte sich der Hacker Max Ray Butler Zugriff auf den Server von DarkMarket. Er fand heraus, dass Splyntr sich von den Büros der NCFTA im amerikanischen Pittsburgh aus einloggte. Der Name der Organisation steht für National Cyber-Forensics & Training Alliance. Ihre Aufgabe ist die Bekämpfung von Online-Kriminalität. Dafür beherbergt sie auch eine Abteilung des FBI. Doch niemand glaubte dem Hacker. Er betrieb eine Konkurrenzseite, und die Kriminellen sahen in der Warnung nur einen Versuch, das Forum in Verruf zu bringen.

Weltweite Verhaftungswelle erwartet

Jetzt gilt die Identität des Administrators als sicher, und damit ist die Schließung des Forums vollkommen anders zu bewerten. Das FBI hatte seit 2006 Zeit, Daten aus dem Forum zu sammeln und konnte über seinen Maulwurf großen Einfluss auf sämtliche Aktivitäten der Kriminellen ausüben. Die US-Bundespolizei hat damit genug Informationen, um eine weltweite Polizeiaktion gegen die Benutzer von DarkMarket zu starten. Plant das FBI dieses Vorgehen, kann das Abschalten des Forums nur einen Grund haben: Die Kommunikationsbasis soll den Verbrechern genommen werden. Es wird den Kriminellen jetzt um vieles schwerer sein, das Verschwinden von Komplizen überhaupt zu bemerken.

Paradies für Kreditkartenfälscher und Kontendiebe

Das Forum galt für viele Jahre als die Anlaufstelle für Kreditkartenfälscher, Hacker und Phisher, die hier mit gestohlenen Daten handelten: Gehackte Online-Konten, Kreditkarteninformationen und gefälschte Identitäten. Zum Serviceumfang der Hehler gehörten sogar Garantieleistungen und Rückgaberecht. Niemand erwartete, dass Behörden das Forum schließen könnten: Der Standort war nicht einmal den Nutzern bekannt. Nur vage Vermutungen über einen Standort in Osteuropa waren im Umlauf.

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