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Google setzt Blinden ans Steuer

30.03.2012, 15:54 Uhr | Andreas Lerg

Google setzt Blinden ans Steuer. "Guck mal - freihändig": Steuern muss in dem Google Auto niemand. (Quelle: YouTube)

"Guck mal - freihändig": Steuern muss in dem Google Auto niemand. (Quelle: YouTube)

Mit einer ungewöhnlichen Aktion bewies Google, wie weit das Unternehmen mit der Erforschung selbstständig fahrender Autos gekommen ist. Der Suchmaschinengigant setzte einen Blinden ans Steuer. In einem YouTube-Video wird die Fahrt gezeigt.

Google setzte in Kalifornien den blinden Steve Mahan ans Steuer eines Testfahrzeuges. Er fuhr damit unter anderem durch den Drive-Through-Schalter eines Fastfood-Restaurants und kaufte sich Mittagessen. Obwohl "fuhr" trifft es eigentlich nicht, denn er wurde gefahren. Schließlich saß er in einem Forschungsfahrzeug auf Basis eines Toyota Prius. Das Fahrzeug fährt völlig eigenständig und braucht den Fahrer nicht, um ein Ziel anzusteuern.

Mahan schwärmte von der Fahrt

Mahan kommentierte die Fahrt gut gelaunt: "Das wahr die wohl beste Fahrt, die ich jemals gemacht habe." Ein solches Fahrzeug würde ihm die Selbständigkeit und Flexibilität zurückgeben, die er mit seiner 95 prozentigen Erblindung eingebüßt hat. Mahan war nicht von Geburt an blind. Mit der ungewöhnlichen Aktion feierte Google die Tatsache, dass sein Testfahrzeug bereits 200.000 Meilen - etwa 300.000 Kilometer - abgespult hat. Ob und wann solche Fahrzeuge in den Handel kommen, ist ungewiss.

Lasersensoren und Radar weisen den Weg

Das Ziel der Fahrt wird über ein Laptop in das spezielle Naviations- und Steuerungssystem des Fahrzeuges eingegeben. Der Wagen steuert dieses dann völlig ohne Zutun der Person auf dem Fahrersitz an. Sie muss also weder Gas geben oder bremsen, noch lenken. Radar und ein rotierender Lasersensor auf dem Dach sind die Augen des Fahrzeuges, mit denen es die Fahrspur hält, Kreuzungen und Haltelinien, aber auch Hindernisse, Fußgänger und andere Fahrzeuge erkennt und so auf jede Verkehrssituation reagieren kann.

Mensch kann jederzeit eingreifen

Die Passagiere sind dem Fahrzeug aber nicht hilflos ausgeliefert, denn der Fahrer kann jederzeit in die Fahrt eingreifen. Aber das Testfahrzeug ist auch mit Notstopfunktionen ausgestattet. Ein roter Knopf in der Mittelkonsole, den jeder Passagier erreichen kann, bringt das Fahrzeug sofort zum Stehen. Der Google-Mitarbeiter auf dem Beifahrersitz hat ein Bremspedal ähnlich wie in einem Fahrschulauto und kann die Fahrt zudem über sein Laptop unterbrechen.

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