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Günstige Drucker: Das böse Erwachen kommt beim Kauf der Tinte

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Günstige Drucker  

Das böse Erwachen kommt beim Kauf der Tinte

24.03.2015, 16:32 Uhr | Clemens Schöll, dpa

Günstige Drucker: Das böse Erwachen kommt beim Kauf der Tinte. Teure Tintenpatronen treiben Verbrauchskosten in die Höhe. (Quelle: imago/MKDesign)

Teure Tintenpatronen treiben Verbrauchskosten in die Höhe. (Quelle: MKDesign/imago)

Tintenstrahldrucker sind oft sehr günstig zu haben. Mancher Discounter verkauft einfache Farbdrucker schon für unter 50 Euro. Das böse Erwachen kommt jedoch in der Regel beim Kauf der Originaltinte, denn die ist meist alles andere als günstig und nicht selten sogar teurer als das Druckerschnäppchen selbst. Wer einen Drucker kauft, sollte auf jeden Fall vor dem Kauf die Preise der Tintenpatronen prüfen. Zudem lohnt sich der Blick auf die Patronen von Fremdherstellern als bezahlbare Alternative.

Neue Tintenstrahldrucker gibt es für weniger als 50 Euro. Wer nur ein wenig mehr investiert, bekommt sogar Qualität. "Einige von uns getestete Modelle mit guter Druckqualität sind für 70 bis 80 Euro zu haben", sagt Dirk Lorenz, Projektleiter Multimedia bei der Stiftung Warentest. Beliebt sind aber auch Kombigeräte, die neben dem Druckwerk auch einen Scanner haben und dadurch auch als Kopierer und Faxgerät taugen.

Patronen teurer als der Drucker

Bei den günstigen und günstigsten Druckern müsse man Abstriche bei der Ausstattung machen. Die Geräte hätten oft kein Display, seien nicht WLAN-fähig oder könnten Papier nicht automatisch beidseitig bedrucken. Deutlich unterscheiden sich die Druckkosten, die vom Tintenverbrauch, vor allem aber vom Patronenpreis abhängen. Roland Pause von der Verbraucherzentrale Sachsen meint deshalb: "Wenn drei Patronen teurer sind als das Neugerät, würde ich es nicht kaufen."

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Kaufen Sie Originaltintenpatronen oder die vom Fremdhersteller?

Zudem nutzen viele Druckerhersteller einen Trick, damit der Käufer des Druckers auch recht bald Geld in neue Tintenpatronen investieren muss. Die ab Werk eingesetzten Druckerpatronen enthalten oft deutlich weniger Tinte, als die regulären Patronen im Handel und sind deshalb schnell leer.

Günstige Geräte sind durchaus interessant

Warentester und Physiker Lorenz rät indes nicht gänzlich vom Kauf billiger Geräte ab: "Wenn ich nur ab und zu drucken will, ist so ein günstiges Gerät vielleicht keine schlechte Wahl." Für solche Nutzer könnten auch Dreifarbpatronen sinnvoll sein, die aber immer seltener und dann meist in den günstigsten Druckern verwendet werden.

"Weil dort die Druckdüsen direkt an die Patrone montiert sind, werden Sie beim Wechsel gleich mit ausgetauscht", so Lorenz. Wer aber etwas häufiger druckt, verschwendet mit dem Dreifarb-System Tinte. Denn ist auch nur eine Farbe leer, muss die ganze Patrone gewechselt werden, selbst wenn die beiden anderen Farbkammern noch recht gut gefüllt sind.

Separate Patronen für jede Farbe

Verbreiteter sind Drucker mit drei Farb- und einer Schwarzpatrone. Einige Geräte bieten sogar zwei Schwarzpatronen, eine für Text- und eine für Fotodruck, erklärt Lorenz. Dass drei Farben zu Schwarz gemischt werden, sei nur noch eine Zusatzfunktion, um bei leerer Schwarzpatrone provisorisch weiter schwarz drucken zu können.

Manche speziellen Fotodrucker nutzen auch zwei oder drei weitere Farbpatronen mit zusätzlichen Mischfarben um feinere Farbabstufungen erzeugen zu können. Drucker, bei denen die Druckköpfe von den Farbpatronen getrennt sind, sind bei den Verbrauchskosten meist günstiger, weil der Nutzer im Prinzip nur einen "Farbtank" kauft und tauscht und nicht den kompletten Druckkopf.

Sparen mit Tinte von Fremdherstellern

Ob schwarz oder farbig: Es lassen sich bis zu 80 Prozent Kosten sparen, wenn der Nutzer Fremdhersteller-Patronen wählt. "Hier gibt es teilweise große Qualitätsunterschiede", warnt Lorenz. Einige Tinten seien aber kaum schlechter als das Original. Teils können Patronen auch mit Tintenfläschchen oder Spritzen nachfüllen.

Hier ist die Ersparnis mitunter noch größer. Allerdings hat der Nutzer dann auch mehr Aufwand und kann einiges falsch machen. Ungeeignete Billigtinten können die Druckköpfe verdrecken oder beschädigen. Zudem sind viele Druckerpatronen auch gegen solche Nachfüllaktionen konstruktiv geschützt.

Kombigeräte haben sich durchgesetzt

Am Markt durchgesetzt haben sich Kombigeräte mit Scanner. Scanner und Drucker bieten eine Kopierfunktion und wenn auch ein Telefonmodul eingebaut ist, dienen diese Geräte auch noch Fax. Reine Tintenstrahldrucker werden immer seltener. Beim Umweltbundesamt (UBA) begrüßt man diesen Trend. "Für uns ist es positiv zu bewerten, wenn Funktionalitäten in einem Gerät gebündelt werden", sagt Hans-Hermann Eggers, UBA-Fachgebietsleiter für Ökodesign, Umweltkennzeichnung und Umweltfreundliche Beschaffung.

Das UBA vergibt das Label "Blauer Engel" auch für Drucker. Allerdings muss dieses erst von den Herstellern beantragt werden, so dass es durchaus Geräte geben kann, auf denen kein Engel klebt, obwohl sie die Kriterien erfüllen. Problem ist, dass im Schadensfall einer Komponente immer das ganze Gerät ausfällt. Funktioniert der Scanner nicht mehr und muss repariert werden, hat der Nutzer für die Dauer der Reparatur auch keinen Drucker mehr und kann auch keine Faxe empfangen.

Kombigeräte sind ein Kompromiss

Wer allerdings schon einen guten Scanner hat, bekommt beim Kauf eines neuen Kombigeräts ungewollt einen zweiten dazu, der oft den eigenen Ansprüchen nicht unbedingt entspricht: "Die darin verbauten Scanner sind oft nicht die hochwertigsten", sagt Lorenz. Erstaunlich sei aber, wie viele Kombigeräte weiter mit Fax ausgeliefert werden. "Wir fragen uns immer: Benutzen die Leute das noch? Oder wollen sie nur den Einzelblatteinzug, der meist dazugehört?"

Eine andere praktische Funktion, die teurere Geräte bieten, sei das automatische Einziehen und beidseitige Bedrucken von Seiten (Duplexdruck). Zudem bieten diese Gerät oft ein WLAN-Modul, so dass von Notebook, Tablet oder Smartphone auch kabellos gedruckt werden kann.

Geplante Obsoleszenz

Seit einigen Jahren wird unter dem Stichwort "geplante Obsoleszenz" diskutiert, ob Hersteller es so einrichten, dass ihre Geräte nach einer bestimmten Nutzungsdauer den Geist aufgeben oder den Dienst verweigern. Drucker stehen hier besonders unter Verdacht. Beim UBA läuft nun ein Forschungsvorhaben genau dazu "um dieses Bauchgefühl systematischer zu untersuchen", sagt UBA-Mitarbeiter Eggers.

Geprüft werden sollen etwa "unterschiedliche Designlösungen, mit der Resttinte umzugehen", erklärt Ines Oehme, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim UBA. Für den Verbraucher mache es einen Unterschied, ob der Drucker bei vollem Resttintenschwamm einen Warnhinweis anzeigt oder der Druck einfach gestoppt wird – aber auch, ob Resttintenbehälter oder -schwamm leicht austauschbar sind.

Mit etwas Geschick lassen sich Druckstopp-Probleme aber lösen, weiß Verbraucherschützer Pause. Im Internet gebe es Anleitungen, die erklären, wie man mit Tinte vollgesaugte Filzstreifen oder Schwämmchen, die einen Druckstopp verursachen, wechseln oder reinigen kann.

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