08.03.2012, 17:01 Uhr | Christian Fenselau/Boris Dunkel
HDTV ist längst Realität: ARD, ZDF und Arte und die Privatsender der RTL- und ProSiebenSat.1-Senderfamilien. Über Satellit kommen im April viele Sender dazu, etwa der Kulturkanal 3sat und viele "Dritte" wie WDR oder NDR Fernsehen. Die besten Voraussetzungen, die meisten Sender auch sehen zu können, bietet eine Satellitenschüssel samt passendem DVB-S2-Receiver, am besten gleich mit Festplatte zum Aufnehmen. Wir haben das riesige Angebot genauer unter die Lupe genommen und zeigen in unserer Foto-Show die besten HD-Sat-Receiver.
Wer plant, sich einen HD-Satelliten-Receiver anzuschaffen, kann schnell die Übersicht verlieren. Avanit, Wisi, Telestar, Xoro, Edision, Easyone – das sind nur einige der vielen fremd klingenden, aber in vielen Fällen deutschen Marken, unter denen HD-Receiver angeboten werden. Dazu gesellen sich "alte Bekannte" wie Kathrein, Technisat und Humax. Elektronikriesen wie Sony, Philips oder Samsung spielen hingegen auf dem Receivermarkt praktisch keine Rolle. Dafür bietet fast jeder der Receiverhersteller mehr als nur zwei oder drei HD-taugliche Geräte an, einige sogar mehr als zehn. Insgesamt dürfte sich die Gesamtzahl aller HD-fähigen Settop-Boxen im dreistelligen Bereich bewegen, angefangen von der einfachen 60-Euro-Schachtel bis zum Receiver mit Twin-Tuner und integrierter Terabyte-Festplatte für mehr als das Zehnfache.
Zur unüberschaubaren Auswahl an alleinigen HD-Sat-Receivern kommen zusätzlich die Empfangsgeräte, die bereits in den Flachbildfernsehern verbaut sind. Alle modernen Flachbildfernseher sind zwar mit DVB-T-Receivern ausgestattet, die meisten auch mit einem Tuner für Kabelempfang. Die Kombination mit integriertem HD-Sat-Empfänger (DVB-S2) kommt erst bei neueren Modellen häufiger vor. Zusätzliche integrierte Festplatten sind der Fernseher-Oberklasse von Herstellern wie Loewe, Metz oder Technisat vorbehalten. Es gibt allerdings immer mehr Modelle, die Aufnahmen auf eine externe Festplatte speichern können. Das betrifft aber nicht die etwas älteren Fernseher, die oft schon in den Wohnzimmern stehen. In vielen Fällen ist deshalb bei Satellitenempfang ein zusätzlicher Receiver nötig.
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Die meisten Sat-Receiver lassen sich auch als Videorekorder nutzen. Zum Aufzeichnen von TV-Sendungen eignet sich prinzipiell zwar auch ein separater (DVD-)Festplattenrekorder. Allerdings können nur sehr teure Rekorder tatsächlich in HD-Qualität aufnehmen. Daher ist ein Festplattenreceiver die wesentlich komfortablere und günstigere Wahl. Vor allem aber ist es möglich, ein oder gar zwei Programme parallel aufzuzeichnen, während man ein anderes sieht – ein Receiver mit Twin-Tuner wie den Humax icord HD vorausgesetzt. Festplatten-Speichergrößen zwischen 160 und 1000 GB sind üblich, manche Receiver lassen sich mit einer internen Platte nachrüsten. Viele Receiver ohne integrierten Datenspeicher verwandeln sich mit einer extern angeschlossenen USB-Festplatte zum Aufnahmegerät. Solche Receiver sind als PVR-ready gekennzeichnet und natürlich deutlich preiswerter. Die Nachteile: Neben dem Receiver muss die Festplatte im Schrank untergebracht werden und bei Bedarf auch eingeschaltet sein. Zudem scheinen nicht alle Receiver problemlos mit jeder externen Festplatte zu harmonieren. Immer wieder berichten Nutzer von Bild- und Tonrucklern. Es ist daher ratsam, den Fachhändler oder den Receiver-Hersteller nach einer Liste empfohlener Festplatten zu fragen.
Die HD-Sendungen der deutschen Privatsender, die auf der "HD+"-Plattform ausgestrahlt werden, lassen sich nur mit einer "HD+"-Smartcard empfangen. Sie benötigen daher einen "HD+"-Receiver oder ein nachrüstfähiges Gerät mit einem freien Einschubschacht für das passende Modul. Wer allerdings einen Empfänger mit CI-Plus-Modul hat, kann von RTL HD & Co. nicht in HD aufnehmen. Der Grund ist die fehlende Vorspulsperre bei CI Plus. Die Sender möchten unterbinden, dass während des Abspielens von aufgezeichneten Sendungen vorgespult werden kann. Da das bei CI Plus nicht möglich ist, verbieten sie die die Aufnahme gleich ganz.
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Das teuerste Gerät ist nicht immer das beste – in unserer Übersicht der besten HD-Receiver sind Modelle fast aller Preisklassen enthalten. Mit einer Ausnahme: Die ganz billigen Schachteln vom Baumarkt oder vom Lebensmittel-Discounter fehlen. Sie sind oft nur mit dem Allernötigsten ausgestattet. Die fehlenden Funktionen machen die Bedienung oft unkomfortabel, was negativ auf das Testurteil durchschlägt. Gute HD-Sat-Receiver mit Single-Tuner sind ab etwa 75 Euro zu bekommen, etwa der Avanit SHD5. Wer auf eine integrierte Festplatte Wert legt, findet im Comag PVR2/100CI HD das günstigste Gerät, es kostet etwa 260 Euro. Als rundum gelungene Gesamtlösungen mit Doppeltuner und Festplatte bieten sich zum Beispiel Humax iCord HD+ und Technisat Dicicorder HD S3 an.
Quelle: Christian Fenselau/Boris Dunkel
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