01.06.2010, 13:07 Uhr | t-online.de mit Material der dpa, t-online.de
Videotext-Nachfolger HbbTV: Schick und schön statt altbackener Klötzchengrafik (Foto: Videoweb). (Quelle: Hersteller)
Der Videotext wird 30 Jahre alt – und erfreut sich trotz des wachsenden Internets weiter hoher Popularität. Obwohl schon mehrfach für tot erklärt, nutzen immer noch fast 17 Millionen Zuschauer in Deutschland täglich den TV-Text. Bald könnte jedoch Schluss sein mit dem altbekannten Dienst: Mit HbbTV steht ein echter Nachfolgestandard bereits in den Startlöchern.
Hybrid Broadcasting Broadband TV oder kurz HbbTV heißt der neue Standard, der langfristig den mittlerweile veralteten Videotext ersetzen soll. HbbTV ist hochauflösend, kann Fotos darstellen und präsentiert sich damit deutlich schicker als der bisherige Klötzchengrafik-Standard. HbbTV-Seiten haben die Anmutung von modernen Internetseiten. Da die neue Technologie einen interaktiven Rückkanal vorsieht, ist der Dienst auch technisch dem World Wide Web deutlich näher als dem alten TV-Teletext. Der Zuschauer kann sich zum Beispiel via Fernbedienung an Abstimmungen beteiligen. Wie der Videotext wird HbbTV jedoch nicht über das Internet übertragen, sondern gelangt mit dem Fernsehsignal ins Haus.
Eine breite Unterstützerfront hat sich bereits formiert, die dem neuen Standard zum Durchbruch verhelfen will. So werden die öffentlich-rechtlichen Sender HbbTV zukünftig unterstützen. Ein Termin steht allerdings noch nicht fest, denn die Sender warten auf die offizielle Verabschiedung des Standards durch die europäische Behörde für Telekommunikationsnormen (ETSI). Als erster Sender will RTL ein Informationsangebot nach dem neuen Standard anbieten. Der Privatsender nennt das Angebot HD Text. Geplanter Start: noch im Herbst 2010. Besonders attraktiv für den Privatsender: Durch die interaktiven Möglichkeiten werden auch kostenpflichtige Zusatzdienste möglich. Dadurch könnten zusätzliche Einnahmequellen erschlossen werden. Der Dienst selbst soll jedoch ebenso kostenlos sein wie das heutige Videotext-Angebot. RTL betrachtet HbbTV als Zusatzangebot, der bekannte Teletext soll vorerst weiter parallel laufen.
HbbTV ist jedoch darauf angewiesen, dass die Empfangsgeräte in den Wohnzimmern der Bürger entsprechend ausgerüstet sind. Unterstützen weder Fernseher noch Receiver die neue Technologie bleibt es bei der alten Klötzchengrafik. Und genau da liegt das größte Problem für den neuen Standard: Eine Auswahl geeigneter Geräte soll es zum Weihnachtsgeschäft geben, doch noch kann kaum ein Fernseher oder Receiver mit HbbTV etwas anfangen, während praktisch jedes Fernsehgerät Videotext unterstützt. Deshalb ist der alte Standard seit mittlerweile 30 Jahren ungebrochen erfolgreich. Fast 17 Millionen TV-Zuschauer nutzen täglich Videotext.
Der Erfolg liege an der "Beschränktheit" auf kurze Informationen und an der "Eindeutigkeit", sagte Frauke Langguth, Leiterin des ARD Textes, der Nachrichtenagentur dpa. Damit unterscheide sich der Videotext stark vom Internet, das weitaus vielfältiger sei. Zum Jubiläum des Videotextes lag das Angebot der ARD deutlich vor der Konkurrenz. Der Text der ARD kam in den ersten fünf Monaten des Jahres 2010 auf 18,9 Prozent Marktanteil. Dahinter folgt das ZDF mit 14,2 Prozent vor RTL mit 12,6 Prozent und Sat.1 mit 9,8 Prozent. Nutzer informieren sich im Schnitt etwa sieben Minuten lang mittels Videotext über das aktuelle Geschehen.
Optisch und technisch hat sich der Videotext seit 1980 kaum verändert. Nach wie vor stehen nur 800 Seiten mit Unterseiten, sechs Farben und 23 Zeilen à 40 Zeichen zur Verfügung. Seit ein paar Jahren kann man den Videotext auch im Internet und auf mobile Endgeräten empfangen. Das Internet hält Langguth nicht für bedrohlich. "Dass mehr und mehr TV-Geräte demnächst mit Internetzugang ausgestattet sind, ist aus unserer Sicht eine spannende Entwicklung", sagte Langguth. "Aber das Fernsehen bleibt ein Medium fürs Sofa, nicht für den Schreibtisch. Um sich weiterhin kurz zu informieren, was los ist, bleibt der Videotext ideal."
Im Laufe der Zeit standen gleich mehrere technisch verbesserte Videotext-Nachfolger zur Diskussion. So gibt es beispielsweise den TOP-Text, der mehr Farben anzeigen kann und eine verbesserte Navigation mittels Hierarchie-Ebenen ermöglicht. Der HiText ermöglicht Sonderzeichen und ansprechendere Grafiken. Das größte Problem bleibt, die Verbesserungen auch darstellen zu können. Viele selbst aktuelle Geräte können die Verbesserungen nicht oder nur unvollständig anzeigen. Da TOP-Text und HiText abwärtskompatibel sind, bleiben zumindest die Informationen erhalten. Wie HbbTV genau funktioniert, welche Anwendungen und Geräte es für den Teletext-Nachfolger gibt, erfahren Sie im PDF-Download Videotext 2.0 - Der rote Knopf bei Softwareload-Flatrate.
01.06.2010, 13:07 Uhr | t-online.de mit Material der dpa, t-online.de
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