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3D-Kino führt zu Übelkeit und Kopfschmerzen

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3D-Kino: Jeder Vierte klagt über Nebenwirkungen

25.01.2011, 12:22 Uhr | dapd, t-online.de, dapd, t-online.de

3D-Kino führt zu Übelkeit und Kopfschmerzen. 3D-Kino kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder eingetrübter Sehfähigkeit führen. (Symbolbild: dpa)

3D kann zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. (Symbolbild: dpa)

Dreidimensionales Kinovergnügen führt offenbar stärker als vermutet zu unliebsamen Nebenwirkungen. Millionen Menschen berichten von Beschwerden beim Ansehen eines 3D-Films, meldet die US-amerikanische Augenoptikervereinigung. Bis zu jeder vierte Zuschauer habe Probleme während oder nach dem Anschauen von 3D-Filmen. Übelkeit, verminderte Sehfähigkeit und Kopfschmerzen seien die häufigsten genannten negativen Begleiterscheinungen. Hersteller Samsung legt seinen 3D-Fernsehern schon seit längerem ein Merkblatt mit Warnhinweisen bei.

Auf Basis einer Online-Befragung erklärte die Vereinigung der amerikanischen Augenoptiker, dass bis zu 25 Prozent der Zuschauer beim Betrachten eines 3D-Films Kopfschmerzen, Übelkeit oder eine eingetrübte Sehfähigkeit hätten. Wie sich das Betrachten eines 3D-Films auf den Menschen genau auswirkt, ist allerdings kaum erforscht. Größere Studien gibt es noch nicht. Eine Untersuchung mit 115 Südkoreanern zeigte, dass 3D-Filme die Augen mehr belasten als 2D. Die Regierung empfiehlt seitdem, dass man nach einer Stunde 3D-Film eine Pause von 15 Minuten machen sollte.

In speziellen Fällen muss wohl ausdrücklich vor einem Kinogang gewarnt werden. In Taiwan gab es sogar einen Todesfall: Ein 42-jähriger Mann sei an einer Hirnblutung gestorben, nachdem er sich den 3D-Film Avatar im Kino angesehen habe. Die Zeitung „China Times“ schrieb, dies sei der ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Science-Fiction-Film gewesen. Allerdings habe der 42-Jährige unter hohem Blutdruck gelitten, die Hirnblutung sei keine direkte Folge des 3D-Erlebnisses, sondern wohl mit übermäßiger Aufregung erklärbar.

Hersteller warnen vor 3D

Als repräsentativ sind aber weder die Ergebnisse der Online-Befragung noch die südkoreanische Untersuchung anzusehen. Auch die TV-Hersteller forschen zu dem Thema, veröffentlichen ihre Ergebnisse aber nicht. Samsung warnt in der Packungsbeilage und auf seiner australischen Internetseite davor, der Genuss von 3D-Heimkino könne zu Bewegungskrankheit, Desorientierung, Augenbelastung und verminderter Haltungsstabilität führen. Zuschauer könnten also das Gleichgewicht verlieren und hinfallen. Wer in schlechter körperlicher Verfassung sei, Schlaf brauche oder Alkohol getrunken habe, solle auf 3D verzichten, heißt es weiter. Nintendo empfiehlt, dass Kinder unter sechs Jahren die neue 3D-Konsole nicht nutzen sollten, weil die Entwicklung der Sehfähigkeit beeinträchtigt werden könnte.

Augen sind beim Fokussieren überfordert

Der dreidimensionale Eindruck entsteht bei 3D-Filmen dadurch, dass dem Auge verschiedene Bilder gleichzeitig gezeigt werden. Aber das Auge sucht in einer Szene auch noch nach einem anderen Hinweis auf die räumliche Tiefe: Es erwartet, dass es auf unterschiedliche Entfernungen fokussieren muss, um scharf zu sehen. Wenn ein Objekt näher kommt, dann dreht sich das Auge nach innen, zur Nase hin. Dies geschieht auch bei 3D-Filmen, wenn ein Objekt auf den Betrachter zuzukommen scheint. Das Problem: Die Augen erwarten, dass sich der Fokus ändert, wenn sie sich nach innen drehen. Der Bildschirm kommt aber nicht näher. Diese Täuschung führt dazu, dass die Augen ständig umschalten und so sehr viel arbeiten müssen.

"Das ist zumindest ein Grund, warum sich Menschen müde und nicht wohl fühlen", sagt Martin Banks, Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Das Problem werde noch größer, je näher der Betrachter an den Bildschirm heranrücke, zum Beispiel beim Fernseher.

Roger Phelps, Augenoptiker in Ojai in Kalifornien, erklärt, die meisten Probleme hätten diejenigen, die auch sonst Schwierigkeiten mit den Augen hätten. "Wenn ihnen beim Autofahren leicht übel wird, dann sind sie möglicherweise auch betroffen", sagt Phelps.

Möglichst weit hinten sitzen

Auf die Situation reagieren auch die Filmemacher. Sie vermeiden allzu drastische Effekte, die die Augen zu sehr belasten könnten. Auch achten sie darauf, dass das Hauptelement einer Szene in der gleichen Entfernung wie der Bildschirm zu sein scheint, zum Beispiel das Gesicht eines Schauspielers. Das irritiert die Augen weniger. Andererseits schränkt dies aber auch die Möglichkeiten der Regisseure ein.

Auge und Gehirn verrichteten beim 3D-Schauen Höchstleistungen, erklärt Prof. Dr. Hans-Werner Meyer-Rüsenberg, Direktor der Augenklinik des Hagener St. Josef Hospitals. "Wem beim 3D-Filme schauen schlecht wird, sollte zunächst einen Augenarzt aufsuchen." Dann liege möglicherweise ein Ungleichgewicht zwischen den Augenmuskeln vor. „Bei Patienten mittleren Alters klemmt der Zoom, also das Umschalten der Augen von Ferne auf Nähe und umgekehrt.” Wenn dies nicht richtig funktioniert, müssten sich diese Menschen beim Sehen besonders anstrengen - das verursache Kopfschmerzen. 3D wäre demnach eher für junge Menschen geeignet.

3D ohne Brille

Forscher arbeiten zwar an Brillen und Bildschirmen, die 3D besser abbilden – bis sie marktreif sind, können aber noch Jahre vergehen. Bis dahin sollten 3D-Fans, die Probleme bemerkt haben, zumindest im Kino möglichst weit hinten sitzen.

Erste Fernseher, die das 3D-Erlebnis auch ohne Brille ermöglichen, gibt es ebenfalls bereits. Ob sie Kopfschmerzen verhindern können, muss die weitere Entwicklung zeigen. Der bisherige Entwicklungsstand dürfte kaum verlässliche Aussagen ermöglichen. Das erste Modell ist sehr klein, der Zuschauer muss an einer exakten Position sitzen.

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