20.06.2013, 17:56 Uhr | Andreas Lerg
Moderne SmartTV sind mit dem Internet verbunden und bieten dadurch viele Funktionen. (Quelle: Philips)
In der Werbepause des Spielfilms eben mal E-Mails checken, auf Facebook mit jemandem chatten oder im Internet surfen. Oder eine verpasste Sendung nachträglich anschauen und Fotos vom eigenen Computer über das heimische Netzwerk auf dem Fernseher betrachten. Mit modernen, internetfähigen Smart TV-Geräten ist das einfach. Doch Sie müssen keinen neuen Flachbildfernseher kaufen, um diesen Komfort auch genießen zu können. Mit sehr wenig Aufwand wird auch aus einer älteren "dummen" Glotze ein Smart TV. Wir zeigen, wie es geht.
Dem Fernsehbildschirm selbst ist es egal, was er darstellt. Ob TV-Sendung, Spielfilm-DVD oder eine Internetseite – die Mattscheibe zeigt jedes Bildsignal an, das ihr technisch verwertbar zugeführt wird.
Bei einem modernen Smart TV steckt ein kleiner Computer im Gehäuse des Fernsehers, der über WLAN oder auch einen kabelgebundenen Netzwerkanschluss mit dem Internet Verbindung aufnimmt. Über den eingebauten TV-Computer lassen sich ein Internet-Browser oder Apps, beispielsweise von Facebook, YouTube und anderen Diensten, nutzen.
Wer keinen Smart TV besitzt, kann die Internet-Funktionen mit verschiedenen externen Lösungen nachrüsten. Eine sehr elegante und fast unsichtbare Lösung sind sogenannte HDMI- oder Smart TV-Sticks. Die sehen ähnlich aus wie USB-Sticks, haben aber einen Stecker für den HDMI-Eingang eines Flachbildfernsehers. Jeder Flachbildfernseher hat heute mehrere HDMI-Anschlüsse, so dass der Stick in einem der Eingänge dauerhaft stecken bleiben kann.
Die Internet-Funktionen laufen alle auf dem Stick, der dem Fernseher direkt das Bildsignal liefert. Die HDMI-Sticks werden über ein eingebautes WLAN-Modul über einen WLAN-Router mit dem Internet verbunden. Die Sticks gibt es ab 65 Euro von verschiedenen Anbietern.
Auf den HDMI-Sticks kommt das mobile Betriebssystem Google Android zum Einsatz. Dies hat den Vorteil, dass sich zahlreiche Apps und Spiel aus dem Google Play Store installieren lassen. Die wichtigsten Smart TV-Funktionen sind aber bereits auf einem Stick serienmäßig vorhanden – so zum Beispiel ein Mediaplayer, damit von einem vernetzten Computer oder auch drahtlos vom Smartphone aus Musik und Videos abgespielt oder Fotos betrachtet werden können.
Alternativ haben die meisten Sticks auch SD-Kartenleser, und bei HD-Filmen ist es sowieso die bessere Wahl, den Film vom PC auf eine SD-Karte zu kopieren. Über WLAN kann die Wiedergabe aufgrund der riesigen Datenmenge eines HD-Films schon mal beim Abspielen ins Stocken geraten. Da die Sticks USB-Anschlüsse haben, kann in der Regel sogar eine externe Festplatte als Quelle für eine große Musik- und Videosammlung angeschlossen werden.
Internet-Browser, die auch Flash-Inhalte darstellen können, gehören zur Standardausstattung. Oft ist auch ein E-Mail-Programm vorhanden. Fehlende Funktionen können dann als App herunter geladen und installiert werden.
Da es im Google Play Store auch zahlreiche Spiele für Android gibt, bieten sich die HDMI-Sticks durchaus zum Spielen auf dem Fernseher an. Allerdings hat die Sache einen Haken: Android-Spiele sind für die Fingergesten-Steuerung auf den entsprechenden Multitouch-Displays auf Smartphones und Tablets entwickelt. Diese Art der Bedienung fehlt beim Fernseher natürlich und kann den Spaß an einigen Spielen verderben.
Den meisten Sticks liegt eine Fernbedienung bei, mit der sich die Benutzeroberfläche meist drahtlos via Bluetooth steuern lässt. Zudem bieten die Hersteller als Zubehör Minitastaturen mit Trackpad an. So lässt sich der Mauszeiger wie bei einem Notebook über den Bildschirm navigieren.
Mit der App MK802III Remote Client können die HDMI-Sticks, die auf der Hardware von Rockchip aufbauen, auch mit einem Android-Smartphone oder -Tablet-PC bedient werden. Da die Sticks USB-Anschlüsse haben, können Sie auch eine normale Tastatur und eine Maus anschließen.
Leider haben viele Sticks nur einen USB-Anschluss, so dass externe Festplatte und externe Tastatur nicht gleichzeitig genutzt werden können. Wer als Lösung einen USB-Hub nutzen möchte, muss mit dem Kabelsalat neben dem Fernseher leben.
Wer seinen vorhandenen "dummen" Flachbildfernseher in einen SmartTV verwandeln will, findet in den USB-Sticks eine effiziente und recht preiswerte Lösung, um alle gängigen Funktionen eines SmartTV nutzen zu können.
20.06.2013, 17:56 Uhr | Andreas Lerg
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