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Online-Fernseher im Test: Smart-TV als Spion im Wohnzimmer

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Online-Fernseher untersucht  

Der Spion in deinem Wohnzimmer

27.01.2014, 09:41 Uhr | lis, Spiegel Online

Online-Fernseher im Test: Smart-TV als Spion im Wohnzimmer. Smart-Fernseher senden Daten der Nutzer an die Hersteller-Server. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Smart-Fernseher senden Daten der Nutzer an die Hersteller-Server. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sobald der Fernseher online ist, schickt er Daten an die Server des Herstellers. Das Fachmagazin "c't" hat Smart-TVs nun genauer analysiert: Sie speichern Cookies mit eindeutiger Kennung, die Verschlüsselung hat Sicherheitslücken.

Internetfähige Fernseher sind im Grunde leistungsschwache Computer mit eingebautem Webbrowser und Betriebssystem. Diese Technik arbeitet, auch wenn Zuschauer gar nicht bewusst online sind. Das Fachmagazin "c't" hat bei einer Reihe aktueller Smart-TVs im Labor den Datenverkehr analysiert. Sobald die Geräte eine Internetverbindung hatten, übertrugen sie Daten an die Server der Hersteller, bei bestimmten Aktionen auch an Server der TV-Sender und an Google.

Alle Fernseher geben Daten an die Hersteller weiter

In der aktuellen Ausgabe beschreibt die "c't" unter anderem diese Beobachtungen:

  • Alle analysierten Geräte (je ein Modell der Hersteller LG, Panasonic, Philips, Samsung und Toshiba) schicken Daten an die Hersteller. Die "c't" hat eines der größten Testlabors in Deutschland, doch die Experten können sich die Inhalte nicht erklären: "Welchen Zweck die Datenpakete der Smart-TVs an die Server der Hersteller erfüllen, konnten wir oft nicht einmal nach intensiver Recherche ergründen." Das schafft kein Vertrauen. Im November hatten Tester enthüllt, dass LG-Fernseher Informationen über Dateien auf angeschlossenen USB-Laufwerken an den Konzern übermitteln.
  • Beim Wechseln der Sender tauscht der Fernseher Daten mit Servern der Sender aus. Grund dafür ist die bei den Geräten standardmäßig aktivierte HbbTV-Erweiterung. Fernsehsender können im digitalen Fernsehsignal angeben, welche URL ein Fernsehgerät beim Empfang aufrufen soll. Der HbbTV- Rückkanal kann unbemerkt die IP-Adresse des Nutzers und den Zeitpunkt des Aufrufs übertragen.
  • "c't" hat festgestellt, dass viele TV-Sender kleine Textdateien mit eindeutiger Kennung im Speicher der Fernseher ablegen. Viele Privatsender überwachen die Nutzung des Rückkanals per Google Analytics.
  • Die Verschlüsselung übers Netz geschickter Daten hat bei den von "c't" getesteten Smart-TVs gravierende Sicherheitslücken. In dem Artikel heißt es: "Wir konnten uns mit überschaubarem Aufwand in deren verschlüsselten Datenverkehr einklinken und fette Beute machen, darunter Zugangsdaten für Amazon (durch die Lovefilm-App) und Maxdome."

Die "c't"-Redaktion rät Nutzern dazu, die HbbTV-Erweiterung zu deaktivieren. HbbTV-Senderportale kann man dennoch am Fernseher aufrufen, zum Beispiel über diese von der "c't" eingerichtete Startseite.

Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben bei Untersuchungen Ende 2012 und im Mai 2013 demonstriert, dass Fernsehsender das Nutzungsverhalten von SmartTV-Besitzern analysieren. Die Wissenschaftler hatten bei Samsung-Fernsehern ähnliche Datentransfers beobachtet wie die "c't"-Experten nun bei anderen Geräten.

Nutzer rechnen nicht mit Zuschauer-Tracking

Der Datenaustausch mit den Servern der Fernsehsender lässt sich prinzipiell mit dem Aufruf einer Website per Smartphone oder PC vergleichen. In beiden Fällen wird die IP-Adresse übertragen (aber oft nur verkürzt gespeichert), es werden Cookies mit Kennungen auf den Rechnern abgelegt und Analysedienste wie das Google-Angebot eingebunden. Der Unterschied ist dieser: Kaum jemand erwartet ein solches Tracking beim Fernsehen.

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