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Worauf kommt es beim Kauf von Plattenspielern an?

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Analoge Technikschätze  

Worauf kommt es beim Kauf von Plattenspielern an?

23.05.2017, 15:55 Uhr | Marc Reisner , t-online.de

Worauf kommt es beim Kauf von Plattenspielern an?. Plattenspieler für unter 2000 Euro bieten viel Leistung fürs Geld (Quelle: Clearaudio)

Plattenspieler für unter 2000 Euro bieten viel Leistung fürs Geld (Quelle: Clearaudio)

Comeback des Vinyls: Heute setzen Klang-Fans wieder auf die Langspielplatte. Denn die analoge Technik gilt bei HiFi-Enthusiasten als Nonplusultra. 

HiFi - klingt zunächst nicht gerade günstig. Zumal ein Plattenspieler allein nicht reicht, zumindest ein guter Verstärker und hochwertige Lautsprecher gehören auch noch dazu. Tatsächlich sagt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu): "Hier geht es um sehr hochwertige Geräte, die aus sehr hochwertigen Komponenten und Materialien gefertigt sind. Auch fünfstellige Preise sind gerechtfertigt."

Auf Boxen und Verstärker kommt es an

Aber: Es geht auch günstiger, wenn die einzelnen Bausteine optimal aufeinander abgestimmt sind. Oder wie Heinz Lichtenegger, Chef des österreichischen Unternehmens Audiotuning, erklärt: "Es hilft kein 10.000-Euro-Plattenspieler, wenn Boxen und Verstärker nichts taugen!" 

Foto-Serie mit 9 Bildern

Im Klartext: Wer für 200 oder 300 Euro ein billiges Plastikgerät aus Fernost erwirbt, der kann es zum Archivieren seiner LP-Sammlung nutzen. Zum Anhören der mittlerweile raren Vinyl-Scheiben taugen sie jedoch nicht. Schade, macht HiFi-Experte Lichtenegger deutlich: "An sich kann man mit recht wenig Geld eine großartige Anlage mit wunderschönem Klang zaubern, mit der man die Unterschiede zur CD deutlich hört."

Worauf kommt es bei einem guten Plattenspieler an? Klingt komisch, aber ein wichtiges Entscheidungskriterium ist die Optik. Da Plattenspieler in der Regel offen und oben auf einem Möbelstück stehen, sollten sie gut aussehen.

Das ist in diesem Fall wichtiger als bei Verstärkern, Receivern und Co., die sich problemlos stapeln lassen. Und dann ist da natürlich das Material. Plastik scheidet aus, weil es nicht resonanzfrei ist und letztlich den Klang verfälscht. Zu den klassischen Baustoffen zählen vor allem Holz und Metall. Hightech kommt etwa durch Carbon oder Aluminium oder auch durch moderne Elastomere ins Spiel, da sie Schwingungen dämpfen. 

Damit das Chassis, das den Plattenteller trägt, resonanzfrei arbeitet, braucht es eine möglichst große Masse. Unter sechs Kilo gibt es in vernünftigen (Klang-)Dimensionen praktisch gar nichts, bei ordentlichen Geräten liegt das Gewicht bei neun, zehn oder gar zwölf Kilo. Nur dann kann sich der - ebenfalls schwere und stabil gelagerte - Plattenteller drehen, ohne Laufbewegungen auf die Basis zu übertragen.

Eine eher schlichte Mechanik, die für Laufruhe und -konstanz sorgt, rundet gute Geräte ab. "Automatik ist nicht gerade klangfördernd", meint dazu Heinz Lichtenegger. Daher gibt es Geräte, bei denen der Tonarm selbstständig auf die Platte schwenkt, überwiegend in niedrigen Preisklassen. Ebenfalls wichtig: der sogenannte Störabstand, auch als Signal-Rausch-Verhältnis bezeichnet. Je größer der entsprechende dB-Wert ist, desto klarer hebt sich der eigentliche Klang vom Hintergrundrauschen ab.

Wer sich vor dem Kauf noch eingehender mit den Geräten und ihren Bestandteilen auseinandersetzten will, der achtet auf einen steifen Tonarm, der sich im Lager kaum verwindet. Und aus einem guten System ein Spitzensystem macht der Tonabnehmer, der letztlich für die Klangfarbe sorgt. Auch hier sind erhebliche Unterschiede hörbar.

Nur wenige Marken am Markt

In Sachen Marke ist die Auswahl eher begrenzt. Noch gibt es ein paar große Traditionsnamen am Markt, etwa die Schwarzwald-Firma Dual, die heute zu Alfred Fehrenbacher gehört und Plattenspieler fertigt. Auch das Schweizer Traditionsunternehmen Thorens ist - nach dem Bankrott im Jahr 2000 wieder aktiv. Neben der fernöstlichen Billigkonkurrenz kommen jedoch "fast alle ernstzunehmenden Plattenspieler aus Europa und Amerika", weiß Fachmann Lichtenegger. 

Das sind dann vor allem kleinere Hersteller und Manufakturen, etwa Acoustic Solid aus dem Hause Wirth, die Erlanger Firma Clearaudio, Rega vom TAD-Audiovertrieb, dann das Well Tempered Lab aus Neuseeland und Music Hall aus New York - und viele andere kleine Anbieter. Nicht zu vergessen: Auch Komponenten verschiedener Produzenten können ein optimales System ergeben.

Liebhaber schätzen das Knistern

Ob das gefällt, muss jeder selbst entscheiden. Stehle: "Auch das Knistern der Schallplatte hat seine Liebhaber." Die meisten Sound-Aficionados schwören auf den "wärmeren Klang analoger Technik". Da spielt es auch keine Rolle, dass das Handling der schwarzen Scheiben deutlich aufwändiger ist, als das Einlegen einer CD oder das Anschließen eines MP3-Players.

Lichtenegger spricht auch von einem "Analog-Revival". Roland Stehle von der gfu, die die Internationale Funkausstellung in Berlin ausrichtet, will zwar aufgrund relativ geringer verkaufter Stückzahlen nicht von einem echten Boom sprechen, aber: "Der Plattenspieler ist seit der Einführung der CD nicht totzukriegen. In den vergangenen zehn Jahren wurden immer zwischen 100.000 und 120.000 Geräte pro Jahr in Deutschland verkauft."

Interessante Geräte sehen Sie in unserer Foto-Show.

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