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Deutsche Mittelwelle: Am Jahresende ist Sendeschluss

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Knarzend kam die weite Welt ins Haus  

Am 31. Dezember 2015 ist Sendeschluss für die Mittelwelle

21.12.2015, 18:32 Uhr | dpa

Deutsche Mittelwelle: Am Jahresende ist Sendeschluss. Mittelwelle: Jetzt wird abgeschaltet: Am 31. Dezember 2015 endet in Deutschland die Ära der Mittelwelle. (Quelle: dpa)

Jetzt wird abgeschaltet: Deutsche Radiosender verabschieden sich aus der Mittelwelle. (Quelle: dpa)

Traurige Nachricht für Radio-Nostalgiker: Am 31. Dezember endet in Deutschland die Ära der Mittelwelle. Zum Jahresende verabschiedet sich auch der Deutschlandfunk als letztes öffentlich-rechtliches Radio aus dieser Frequenz.

Das Knarzen und Pfeifen der Mittelwelle gehört zu den Geräuschen aus dem 20. Jahrhundert, die vor dem Aussterben stehen. Ein Geräusch wie das Rattern einer Wählscheibe oder das Einspannen von Papier in einer Schreibmaschine.

"Es ist keine Übertreibung, dass damit ein Stück deutscher Radiogeschichte endet", kommentiert Deutschlandfunk-Redakteur Marcus Heumann auf der Internetseite des Senders den Abschied von der Mittelwelle.

Mittelwelle muss dem Digitalradio weichen

Alle ARD-Radios haben die Mittelwelle bereits abgeschaltet. Sie folgen einer Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs. Denn nur wenn das Alte weicht, darf das Neue kommen: Die Kommission hat den Rundfunkanstalten Geld für die neue Übertragungsart Digitalradio genehmigt, dafür aber das Ende der Mittelwelle verlangt. Die Ersparnis ist enorm. Der BR beispielsweise muss dadurch rund 300.000 Euro weniger Stromkosten im Jahr zahlen.

Bei der WM 1954 fieberten Millionen auf der Mittelwelle mit

Beromünster, Hilversum, RIAS, Rennes, Rabat – die alten Radios mit solchen exotischen Städte- und Sendernamen auf der Skala stehen weitgehend unbeachtet immer noch in vielen Oma-Wohnzimmern.

Beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 hatten noch Millionen Menschen über Mittelwelle gehört, wie Herbert Zimmermann ins Mikro schrie: "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!" Immerhin: Fußballspiele wurden auch zuletzt noch – ebenso wie etwa Bundestagsdebatten – über MW in voller Länge ausgestrahlt.

"Wir sind ja unter uns" – Freiraum für freche Moderation

Weil zuletzt so wenige zuhörten, wurde die Mittelwelle zum Freiraum: Unvergesslich ist die Mittelwelle-Übertragung eines Radiomoderators von einem Kölner Literaturfestival: Er dürfe in dieser Runde – man sei ja unter sich – endlich mal klipp und klar aussprechen, wovon der Bestseller "Salz auf unserer Haut" handele: nämlich von einer Frau aus der Großstadt, die es sich von einem bretonischen Fischer "einmal so richtig besorgen" lasse. Das hätte sich der gute Mann vom öffentlich-rechtlichen Radio auf UKW gewiss nicht getraut.

Die Mittelwelle (MW) deckt im Hörfunk den Frequenzbereich ungefähr zwischen 530 Kilohertz und 1600 Kilohertz ab. Beim Aufbau des Radios in Deutschland spielte sie eine große Rolle. Seit der Nachkriegszeit verdrängte die Ultrakurzwelle (UKW) diese Technik immer mehr. Trotz knarzigen Empfangs schätzten viele Radiohörer die MW noch jahrzehntelang wegen ihrer großen Reichweite. Das Signal ging über Hunderte Kilometer. 

Auch UKW steht auf der Kippe

Das Schicksal der Mittelwelle könnte schon in wenigen Jahren auch der beliebten Ultrakurzwelle drohen. Denn auch UKW wird seit langem hinterfragt. Ursprünglich sollten bis 2010 alle Radios ihren Sendebetrieb auf das digitale DAB umgestellt haben. Nach massiven Widerständen hatte der Gesetzgeber einen festen Termin gestrichen.

Deutschlandradio-Intendant Willi Steul zählt zu den aktivsten Vorkämpfern für das Digitalradio. In einem Interview seiner Sendergruppe schildert er: "DAB hat den großen Vorteil, dass es ein viel störungsfreierer Empfang ist, dass er leichter zu händeln ist, eine CD-ähnliche Klangqualität, und man kann mit dieser Technologie Zusatzinformationen übermitteln." Das ist jetzt die Zukunft.

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