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Umstellung auf DAB+: Norwegen beginnt mit UKW-Ausstieg

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Umstellung auf DAB+  

Norwegen beginnt mit UKW-Ausstieg

19.01.2017, 09:51 Uhr | dpa

Umstellung auf DAB+: Norwegen beginnt mit UKW-Ausstieg. UKW-Radio (Quelle: dpa)

Ultrakurzwelle: Norwegen steigt aus, viele andere Länder nicht. (Quelle: dpa)

Norwegen hat als erstes Land den Einstieg in den UKW-Ausstieg begonnen. In der Region Nordland nutzen landesweite Sender seit Mitte vergangener Woche UKW nicht mehr. Nach und nach sollen bis Ende des Jahres auch die UKW-Radios in den meisten anderen Landesteilen verstummen. Dagegen lässt in vielen anderen Ländern die Umstellung auf sich warten.

Norwegens Parlament hat entschieden, auf Digitalradio umzusteigen. Die meisten anderen Länder in Europa inklusive Deutschland sind noch nicht so weit. Zwar wird über den Umstieg auf das Digitalradio DAB+ in Deutschland ebenfalls intensiv diskutiert – mehr aber nicht.

Nach Daten aus dem vergangenen Herbst gibt es bundesweit auch nur in knapp fünf Millionen Haushalten ein Radiogerät, mit dem man DAB+ empfangen kann. Immerhin: Zwei Jahre zuvor waren es erst knapp drei Millionen. So sieht es anderswo aus:

In Dänemark ist Digitalradio schon weit verbreitet. Statistisch gesehen nutzt es bereits jeder Dritte. Politisch ist vereinbart, dass eine Entscheidung über ein Datum für das Ende der UKW-Ära getroffen wird, wenn 50 Prozent aller Radioübertragungen digital empfangen werden. Doch auch dann sollen bis zum endgültigen Ende der UKW-Ära noch mindestens zwei Jahre vergehen.

In Großbritannien soll erst ein Zeitplan erstellt werden, wenn die Hälfte aller Hörer auf digitalen Empfang umgestiegen und 90 Prozent aller Haushalte abgedeckt sind. Letzteres gilt bereits.

In den Niederlanden will das Wirtschaftsministerium frühestens 2022 ein Datum für den Umstieg bestimmen. Die Zahl der DAB-tauglichen Geräte liegt bei nur rund 6 Prozent der Haushalte.

In der Schweiz ist der UKW-Ausstieg absehbar: Bis 2019 sollen zunächst alle UKW-Programme auch digital verbreitet werden. Das Ende für UKW ist für 2024 geplant.

In Österreich dagegen sieht es noch nicht danach aus. Der Marktführer ORF beabsichtigt nicht, auf DAB+ umzusteigen und hält eine Parallelausstrahlung nicht für sinnvoll.

In Spanien gibt es vorerst keine Pläne, die UKW-Sender verstummen zu lassen. Das Land testet DAB seit mehr als 15 Jahren. In Madrid und Katalonien hat ein großer Teil der Bevölkerung sicheren Digitalempfang, in anderen Teilen des Landes gibt es häufig überhaupt kein DAB-Radio. Nach einem Regierungsbeschluss von 2002 soll eine Umstellung auf DAB+ erfolgen.

In Polen wird es noch einige Zeit dauern, bis Digitalradio zum Standard wird. Bislang gibt es keinen flächendeckenden Empfang. Er beschränkt sich nach Angaben des polnischen Rundfunks auf größere Städte und Umgebung. Während Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf Digitalradio umsteigen, senden kommerzielle Stationen über UKW.

In Tschechien sieht es ähnlich aus: Einen Zeitplan für die Abschaltung der Ultrakurzwelle gibt es noch nicht. Den Ausbau des Digitalradios DAB treibt der öffentlich-rechtliche Tschechische Rundfunk voran. Mittlerweile wird gut die Hälfte der Bevölkerung erreicht, die DAB-Plus-Abdeckung erstreckt sich aber nur auf die wichtigsten Ballungszentren. Die Privatsender sind mehrheitlich gegen die neue Verbreitungstechnologie.

In der Slowakei herrscht ebenfalls keine Eile. Zwar wird digitales Radio seit 2011 getestet, aber erst am 11. Januar 2017 beschloss die Regierung ein vom Ministerium für Telekommunikation ausgearbeitetes Strategiepapier. Es enthält noch keinen verbindlichen Zeitplan für die Umstellung.

In Ungarn ist Digitalradio nur minimal verbreitet. Die rechts-konservative Regierung von Viktor Orban zeigt auch gar kein Interesse daran, dass sich das ändert. Die Vergabe der Lizenzen durch die regierungsabhängige Medienaufsichtsbehörde NMHH ist für sie ein wichtiges Instrument der politischen Steuerung.

In Lettland sind seit Ende 2016 alle öffentlich-rechtlichen Radioprogramme des lettischen Rundfunks im Großraum Riga vorerst für ein Jahr digital empfangbar. Private Radio-Betreiber sehen die Entscheidung kritisch. Wie es ausgeht, ist offen.

In Estland steht der Abschied vom UKW-Radio nicht zur Debatte.

In Litauen wurde DAB (der Vorgänger von DAB+) bereits 2001 getestet. Die Nachfrage war gering. Derzeit gibt es keine Pläne für einen Wechsel von UKW auf digitales Radio.

In Russland ist DAB+ seit 2014 in und um Moskau im Testbetrieb. Noch gibt es keinen Termin für eine Umstellung. Der Übergang von analoger auf digitale Fernsehausstrahlung hat für den staatlichen Antennenbetreiber RTRS Vorrang.

In Griechenland ist ebenfalls kein Aus für UKW in Sicht. Nach einer Reihe von Tests privater Radiosender im Raum Athen im Jahr 2006 gibt es noch keine einzige DAB-Sendung. Es gibt auch keinen Plan, Digitalradio einzuführen. DAB-Radios sind im Handel nicht erhältlich.

In Rumänien ist zur flächendeckenden Einführung des Digitalradios noch keine Entscheidung gefallen. Der Staatsrundfunk und etliche Privatsender sind per UKW und per Livestream zu empfangen.

In Bulgarien soll Digitalradio 2020 eingeführt werden. Der Umstieg auf DAB+ dürfte in dem ärmsten EU-Land schleppend vorankommen. In ländlichen Gebieten sind seit Jahrzehnten analoge Rundfunkgeräte der Standard. Der Kauf von DAB-Empfängern wäre für die arme Landbevölkerung eine zusätzliche Belastung.

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