Stromverbrauch von TV, Kühlschrank, Trockner

Wann sich der Austausch alter Geräte rechnet

29.09.2017, 14:28 Uhr | hd, t-online.de

Strom wird immer teurer. Neue Geräte können beim Sparen helfen.

Alte Elektrogeräte sind oft wahre Stromfresser. Doch rechnet sich der Austausch durch die Stromersparnis? Die Tarifexperten von Verivox haben für t-online.de mit Beispielgeräten genau nachgerechnet.

1. Lohnt sich ein neuer Fernseher?

Immer flachere Modelle, hochauflösende Bilder und finsterstes Schwarz: Schon nach vier Jahren wollen die Deutschen im Schnitt einen neuen Fernseher. Wer bei der Finanzierung allein auf den Faktor „Stromsparen“ setzt, wird enttäuscht. Der sogenannte "Return of Invest" (ROI) tritt bei unseren "Modell-Fernsehern" erst weit nach der durchschnittlichen Nutzungsdauer ein.

Neue Fernseher spielen ihre Anschaffungskosten nicht wieder ein.

Beim Fernseher waren die Unterschiede zwischen den Geräten außerdem sehr groß: Ein Modell der Effizienzklasse A+ rentiert sich erst nach über 66 Jahren, die Kosten für ein Modell der Klasse A++ hat man nach knapp 52 Jahren raus. So lange nutzt niemand mehr einen Fernseher.

Allerdings lässt sich diese Quote verbessern: Wer jeden Tag doppelt so lang fernsieht und ein besonders energiesparendes Modell zum Schnäppchen-Preis ergattert, muss nicht mehr ganz so lange schauen. Denn dann können sich die Kosten für ein Gerät auch schon mal nach gut 13 Jahren amortisieren. Außerdem hat die Größe des Bildschirms einen erheblichen Einfluss auf den Stromverbrauch. Verbraucher, die beim Kauf besonders auf den Preis und Energieverbrauch achten, können also einen Teil der Anschaffungskosten durchaus mit eingespartem Strom wieder hereinholen.

2. Kondenstrockner spielen Kosten nicht wieder ein 

Ähnlich sieht es bei Kondenstrocknern aus: Den Neukauf mit der Stromkostenersparnis zu finanzieren, klappt auch hier nicht. Während einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von neun Jahren verbraucht ein neues Modell-Gerät der Klasse A++ Strom im Wert von 534 Euro. Gegenüber dem Altgerät sind das 189 Euro weniger. Der Kauf rechnet sich aber aufgrund des relativ hohen Neupreises erst nach 22 Jahren und 10 Monaten. Ob der Trockner so lange durchhält? Ziemlich fraglich. 

Auch Kondenstrockner spielen ihre Anschaffungskosten nicht wieder ein.

Ein Gerät der besten Energieeffizienzklasse A+++ benötigt bei dreimaligem Einsatz pro Woche Strom für 448 Euro in neun Jahren. Das sind 275 Euro weniger als das Altgerät. Trotzdem dauert es 20 Jahre und sieben Monate bis sich der Kauf amortisiert. Diese lange Zeit werden nur die wenige Geräte überleben.

3. Das rechnet sich schon eher: Kühl-Gefrier-Kombi

Zwölf Jahre lang ist eine Kühl-Gefrier-Kombi durchschnittlich im Einsatz. Wer heute ein neues Gerät der Energieeffizienzklasse A+ kauft, kann seine jährlichen Stromkosten um rund 15 Euro senken. In zwölf Jahren kommen so 180 Euro zusammen. Wer etwas tiefer in die Tasche greift und sich für ein Gerät der Klasse A+++ entscheidet, kann noch mehr sparen. Im Vergleich zum Altgerät reduzieren sich die jährlichen Stromkosten in unserer Modellrechnung um rund 39 Euro, in zwölf Jahren also um rund 471 Euro.

Kühlkombis spielen ihrer Kaufkosten am Schnellsten wieder ein.

In diesem Beispiel lohnt es sich, etwas mehr Geld beim Kauf in die Hand zu nehmen. Denn während sich das Modell der Klasse A+ beim aktuellen Durchschnitts-Strompreis von 28,28 Cent pro Kilowattstunde (kWh) nach 14 Jahren und sieben Monaten amortisiert, hat man das etwas teurere aber dafür stromsparendere A+++ Modell bereits nach 9 Jahren und 5 Monaten raus – also noch vor Ende der Nutzungsdauer.

Sollten die Strompreise weiterhin steigen, gehen die drei Rechnungen früher auf. Je höher der Preis, desto eher sind die Anschaffungskosten wieder eingespielt.

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