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Die besten Kameras für analoge Fotografie

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Die besten Kameras für analoge Fotografie

24.05.2017, 09:27 Uhr | t-online.de

Die besten Kameras für analoge Fotografie. Hasselblad 503CW  (Quelle: Hasselblad)

Hasselblad 503CW (Quelle: Hasselblad)

Die gute, alte Zeit der großen Fotos kommt zurück. Analoge Kameras renommierter Hersteller wie Leica werden wieder hip, Filmhersteller verbuchen wieder Wachstum. 

Nach Möbeln, Bier und LPs setzt sich der Trend zum präzisen Retro-Handwerk nun auch mit Kameras fort. Die Vorteile der digitalen Fotografie sind bei Profis und Amateuren gesetzt – Autofokus, Automatikfunktionen und Profisoftware haben die analogen Kameras abgeschafft. Der renommierte Frankfurter Fotograf Ralf Braum kennt beide Welten sehr genau. Als junger Assistent arbeitete er Mitte der 1970-er Jahre bei anspruchsvollen Aufträgen und aufwändigen Werbeshootings. "Ich habe meine eigenen Aufträge damals meist mit Hasselblad und Leica fotografiert, das war der Standard", erinnert er sich.

Arbeit mit dem Maßband

Mit dem Maßband prüfte er etwa den Abstand zwischen Kamera und Model, um Schärfe und Ausleuchtung einstellen zu können. "Damals ging die Arbeit langsamer. Du musstest bewusst und präzise arbeiten, eine genaue Vorstellung vom Bild haben,", sagt Ralf Braum. "In der Kunstszene haben Baryt-Abzüge bis heute den höchsten Wert", betont er, "denn jedes Foto ist einzeln mit der Hand entwickelt worden, jeder Abzug ist anders." Dieses Handwerk ist wieder voll im Trend: Die Hersteller von Filmrollen, die lange nur von Freaks gekauft wurden, schreiben seit zwei Jahren kräftige Zuwachszahlen.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Auch Entwicklungslabors haben wieder junge Kunden. Sie wollen in eine für sie neue Welt eintauchen. Denn edle Kameras wie von Leica und ihre Objektive sind heute für erstaunlich wenig Geld zu haben. "Meine analoge Mittelformatkamera von Mamiya hat mich mit Objektiven und Zubehör etwa 50.000 Euro gekostet. Heute bekomme ich dafür vielleicht noch 1000 Euro", erzählt Ralf Braum.

Leica oder Hasselblad

Bei diesen Preisen sollte man sich nicht mit der zweitbesten Kamera zufrieden geben, empfiehlt er. "Wer das Geld übrig hat, sollte sich eine Leica oder im Mittelformat eine Hasselblad kaufen." Eine legendäres Referenz-Modell wie die 1954 erschienene Leica M3 ist - je nach Zustand, Zubehör und Objektiv – derzeit für 300 bis 1000 Euro zu haben. 

Gute Hasselblad-Gehäuse, etwa die bekannte 503CX, sind ohne Objektiv schon für 500 Euro zu bekommen. Eine neue, digitale Hasselblad kostet dagegen um 25.000 Euro. Mit etwas Glück kann man also verdammt viel Kamera für wenig Geld bekommen.

Finger weg von Kameras der Profifotografen

Ralf Braum hat mit vielen Leica-Modellen fotografiert. "Sie sind extrem präzise gebaut, da gibt es mechanisch kaum ein Risiko", erzählt er und rät: "Der erste Eindruck ist wichtig: Ist die Kamera sehr abgenutzt und verschrammt, muss man aufpassen." Sein Tipp: "Wer ist der Vorbesitzer? War es ein Amateur, der nur sonntags fotografiert hat? Perfekt. War es ein Profifotograf? Finger weg. Die ist hart benutzt worden." Ist der erste Eindruck gut, testet man die Mechanik: Alle Einstellräder bewegen und den Filmtransporthebel ziehen. "Kleinste Aussetzer, nur ein leichtes Klemmen – das ist kein gutes Zeichen." Danach den Auslöser auf eine Sekunde einstellen, abdrücken.

So erkennen Sie eine gute Retro-Kamera

Surrt die Leica leise und hakenfrei, ist alles gut. "Dann ist auch mit kurzer Verschlusszeit alles in Ordnung." Danach das Objektiv lösen und nachsehen, ob die Fassung beschädigt ist. Auch lohnt ein scharfer Blick vorne auf den Blendenring: "Ist das Gewinde eingedrückt, ist die Kamera wahrscheinlich heruntergefallen." Nun die Blende am Objektiv ganz öffnen und gegen das Licht halten: Ist viel Staub an den Rändern zu sehen? "Oft setzen sich hier Schimmel und Pilze hinein, die kriegt man nie wieder weg." Zuletzt öffnet man die Kamera, um den Filmtransporter zu begutachten: "Feine Laufspuren sind normal, grobe Kratzer sind es nicht. Sie zeigen: Die Kamera ist nicht professionell behandelt worden."

Ist eine Kamera gekauft, braucht man Filme. Sie werden etwa von Kodak, Rollei oder Agfa hergestellt und kosten vier bis fünf Euro pro Rolle. Mittelformatfilme sind etwas teurer. Zu haben sind sie etwa beim Spezialanbieter Fotoimpex in Berlin, in vielen Webshops oder bei eingesessenen Fachgeschäften. Doch wer beim Entwickeln der Negative gleich Abzüge mitbestellt, den holt die Digitalwelt ein: "Die Labors scannen die Negative und drucken die Abzüge digital aufs Papier", warnt Ralf Braum. Das einzigartige Fotos gibt’s daher nur mit dem eigenen Labor. Die gebrauchten Geräte sind ebenso günstig zu haben: Für weniger als 1000 Euro hat kann man ein top-professionelles Equipment bekommen.

Moderne Doppelgänger als Alternative

Wem das alles zu schwierig ist: Die bekannten Hersteller produzieren seit einiger Zeit schon Kameras, die wie die legendären, alten Modelle aussehen – aber mit modernster Technik, besten Sensoren und guten Funktionen. Leica etwa hat 2012 das neue Messsucher-Modell M mit Vollformat-Sensor im Design der 50-er Jahre vorgestellt, das um 6500 Euro kostet. Allerdings ohne Objektiv. Das erst kürzlich erschienene M-P-Set im Retro-Safari-Look ist auch für harte Reportagen geeignet und für knapp 10.000 Euro zu haben.

Auch Olympus setzt auf die guten, alten Zeiten: In den 70-er Jahren hatte der Hersteller mit der besonders kompakten OM-1 einen hervorragenden Ruf beispielsweise bei Kriegs- und Reportagefotografen. Mit den Modellen der OM-D E-Reihe wird die Formensprache der legendären Kamera weitergeführt. Die OM-D E-M10 für etwa 500 Euro ist leicht und kompakt, bietet einen hervorragenden Autofocus, einen 16 Megapixel-Sensor und ein gutes Objektiv.

Nikons Retro-Kamera 

An die bekannten Vorbilder aus den 1970-er- und 1980er-Jahren soll sich Nikons Retro-Kamera Df mit 16-Megapixel starkem Vollformat-Sensor anlehnen (Gehäuse knapp 2000 Euro). Sie erinnert Kenner sofort an die Nikon F2 – damals eine Kamera für ganze Kerle. Ihr schweres, robustes Design verschaffte ihr den Ruf, mit ihr könne man zur Not auch einen Nagel in die Wand schlagen. Das sollte man heute allerdings besser nicht versuchen. 

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