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Drohnen: Immer mehr Knöllchen für regelwidrige Flüge

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Teure Knöllchen für Überflieger  

So gehen Drohnenpiloten den Behörden ins Netz

07.04.2016, 16:55 Uhr | Ralf E. Krüger, dpa

Drohnen: Immer mehr Knöllchen für regelwidrige Flüge. Trotz klarer Regeln kommt es immer häufiger zu gefährlichen Zwischenfällen mit Drohnen. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

Trotz klarer Regeln kommt es immer häufiger zu gefährlichen Zwischenfällen mit Drohnen. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Seitdem Drohnen für jedermann erschwinglich geworden sind, werden sie zur Plage. Auch am Himmel über Deutschland herrscht Wildwest-Stimmung. Drohnen gefährden den Flugverkehr und ärgern Grundstücksbesitzer. Viele Drohnenpiloten wissen nicht, wie schnell sie sich strafbar machen.  

Lange konnten die Behörden dem Kreisen der unbemannten Flugobjekte nur hilflos zusehen. Das ändert sich jetzt. "Die Meldungen über eklatante Verstöße häufen sich, da haben wir Handlungsbedarf gesehen", sagt Silvana Reimann von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Ihre Behörde geht in die Offensive. Wegen Ordnungswidrigkeiten verschickt sie immer häufiger Knöllchen. Und die können jeweils mehrere Hundert Euro kosten.

Drohnenbesitzer entlarven sich selbst

Die örtliche Luftaufsicht ist in Deutschland Ländersache. "Die Dimension des Problems hat eindeutig zugenommen", sagt Geschäftsbereichsleiter Bernd Mühnickel. Während in Berlin und Brüssel die große Politik über neue Reglementierungen für Drohnenbesitzer nachdenkt, haben Beamte in den örtlichen Amtsstuben angesichts der fehlenden Registrierungspflicht weitgehend improvisiert. Denn wem soll man Bußgeldbescheide schicken, wenn man nicht mal weiß, wem die Drohne gehört? Hilfreich sind oft die Drohnenbesitzer selber – ihnen wird zunehmend zum Verhängnis, dass sie ihre Filme oder Bilder ins Internet stellen.

"So langsam läuft das an bei uns", sagt Reimann. "Wir schauen uns oft die Bilder bei Google an und berechnen dann, wie hoch etwa die Wolkenunterdecke an dem Tag war." Mit dieser Methode kann die Flughöhe der Drohnen ermittelt werden. Zudem erhält die Behörde immer öfter Anzeigen und Beschwerden. "Alleine diese Woche sind fünf neue Anzeigen hereingekommen", sagt Reimanns Kollege Maximilian Beck. Im Vorjahr gab es eine pro Monat. Beck schaut sich im Internet Drohnen-Luftbilder mit professionellem Interesse an. Seine Erfahrung: "Da wird eigentlich immer etwas falsch gemacht, weil sich die Betreiber der gesetzlichen Auflagen überhaupt nicht bewusst sind."

Immer wieder Ärger mit Drohnen an Flughäfen 

Das gilt auch für den Anflugsektor des Flughafens Braunschweig, wo es nach Becks Angaben immer wieder zu Drohnen-Sichtungen kommt. Die Sprecherin des dortigen Luftfahrtbundesamts (LBA), Cornelia Cramer, verweist auf Pläne des Bundesverkehrsministeriums, den Drohnen-Wildwuchs am Himmel zu reglementieren. Das LBA ist die zentrale Meldestelle für Störfälle im gewerblichen Luftverkehr, das gilt auch für Beinahe-Kollisionen mit unbemannten Fluggeräten. "Bis Ende 2015 lagen dem LBA von deutschen Luftfahrtunternehmen insgesamt sieben Störungsmeldungen vor", sagt Cramer. Soweit die Statistik. Zudem häufen sich Berichte über Drohnen-Sichtungen im Passagierverkehr zwischen Chicago, London oder Paris. 

Hier dürfen Drohnen nicht fliegen

Das Phänomen Drohne ruft auch zunehmend Bürger auf den Plan, die sich gestört fühlen. "Die Unfallanzeigen nehmen zu, wir bekommen auch viele Anrufe von erbosten Nachbarn", bestätigt Reimann. Es melden sich auch Grundstückseigentümer, die vor dem Drohnenaufstieg nicht wie vorgeschrieben um Erlaubnis gefragt wurden. Die Behörde hat aber in erster Linie gewerbliche Drohnen im Visier, bei denen die Aufstiegsgenehmigung in Niedersachsen auf 100 Meter begrenzt ist.

Für die Sport- und Freizeitnutzung der Drohnen gelten vergleichsweise wenige Beschränkungen. Dennoch gibt es Fallstricke, sagt Beck. Meist geht es um Überflüge von Industrieanlagen, Kirchen oder Autobahnen, aber auch mal um Flüge in extremer Höhe jenseits des vorgeschriebenen Sichtkontakts. Ein Drohnenbesitzer wurde von der Behörde angeschrieben, nachdem er im Internet über Funkkontakt zu seiner gut einen Kilometer hoch fliegenden Drohne berichtet hatte.

Geldstrafen bis 50.000 Euro sind möglich

Erfahrungsgemäß zahlen die Angeschriebenen Drohnen-Sünder kommentarlos. Zumal viele moderne Drohnen über eine Art elektronisches Logbuch verfügen, über das sich die Flughöhe verfolgen lässt. Die Höhe der Geldstrafen liegt bisher bei 300 bis 450 Euro - der Gebührenrahmen für die Ordnungswidrigkeiten reicht aber bis zu 50.000 Euro. "Den wenigsten sind die Auflagen überhaupt bewusst - obwohl sie auf ihren Genehmigungen ausführlich erklärt aufgedruckt sind", sagt Beck.

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