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Brillanz statt blauer Suppe  

Unter Wasser richtig fotografieren

23.05.2017, 17:47 Uhr | Uwe Kauss, t-online.de

Unter Wasser richtig fotografieren. Mit der richtigen Ausrüstung gelingen Ihnen auch unterwasser spektakuläre Fotos.  (Quelle: Bernd Köppel, Kleve)

Mit der richtigen Ausrüstung gelingen Ihnen auch unterwasser spektakuläre Fotos. (Quelle: Bernd Köppel, Kleve)

http://www.sport-koeppel.deGleitende Rochen, silbrig dahin huschende Fischschwärme, wundersame Korallen und Wasserpflanzen: Wer taucht, will diese Momente festhalten und den Freunden zeigen. Dafür braucht es das richtige Kamera-Equipment und viel Fotowissen. 

Eine billige Unterwasserkamera in die Hand nehmen, abtauchen und drauf halten wie mit dem Smartphone – das ergibt oft unscharfe und farblose Bilder ohne jeden Wow-Effekt. "Das Fotografieren unter Wasser folgt völlig anderen Regeln als an Land", warnt Bernd Köppel. Der Profifotograf (www.sport-koeppel.de) arbeitet seit 40 Jahren unter Wasser, verkauft seine Fotos an renommierte Bildagenturen und gibt Fotoseminare für Taucher. "Um das richtige Equipment zu finden, muss man zunächst seinen eigenen Anspruch kennen", erklärt er, "wer an Land auf hohem Niveau fotografiert, will diese Qualität auch unter Wasser erreichen. Wer im Urlaub nur drauf drückt und knipst, braucht auch beim Tauchen keine höchstwertige Kamera."

Nur wenige Kompaktkameras geeignet

Doch viele der kompakten Unterwasserkameras würden wenig gute Qualität liefern. Daher seien nur wenige Modelle – wie beispielsweise die Sealife Micro 2.0 HD für etwa 500 Euro – auch für anspruchsvolle Hobbyfotografen geeignet. Er empfiehlt ihnen, ein Tauchgehäuse beispielsweise vom japanischen Hersteller Sea&Sea für die eigene Spiegelreflexkamera zu kaufen. "Man kann mit ihr damit beim Tauchen wie gewohnt arbeiten." Doch dafür ist etwas Budget nötig: Die Sea&Sea-Gehäuse für Top-Kameras wie die Canon EOS 80D oder die Nikon D600 mit 100 Meter Wassertiefe kosten zwischen 2500 und etwas mehr als 3000 Euro. Begeistert ist Köppel auch von der Qualität der kompakten Sony RX 100 III mit 20,1 Megapixel starkem Sensor für rund 750 Euro mit dem passenden Sea&Sea-Gehäuse, das etwa 1000 Euro zusätzlich kostet.

Eine Kamera sollte für den Experten bis zu einer Tiefe von 60 Metern dicht bleiben. "Der durchschnittliche Taucher geht meist auf etwa 40 Meter hinunter, doch wer in einer Gruppe dem Guide folgt, ist als routinierter Taucher auch tiefer", weiß Köppel. Günstige Kameras, deren Druckfestigkeit nur bis 15 Meter ausreichen, taugten daher nur für einfache Urlaubsbedürfnisse.

Völlig anderes Farbspektrum unter Wasser

Doch da unten ist eines völlig anders als an Land: das Licht. "Bereits in einem halben Meter Tiefe verändert sich das Farbspektrum grundlegend", erklärt der Profifotograf, "die langwelligen Rot-, Orange- und Gelbtöne werden weggefiltert. Blau und Grün bleiben erhalten." Wer nun auf den Auslöser drückt, schießt ein Foto wie durch die Sonnenbrille, allerdings mit Blau- oder Grünstich. Kein schöner Anblick. "Unterwasserfotografie funktioniert nie ohne einen guten Blitz", betont Köppel. "Er wird da unten nicht eingesetzt, um Helligkeit zu schaffen, sondern um die Farben wieder herbei zu zaubern."

Ohne Blitz keine farbigen Fische

Auch in 40 Metern Tiefe reiche das einfallende Licht, um mit mittlerer Blende und Verschlusszeit aus der Hand fotografieren zu können. Doch ohne Farben machen die Motive niemandem Freude. In vielen Tauchforen werden Rotfilter zum Aufschrauben empfohlen – doch Köppel empfiehlt sie nicht. "Die Fotos sehen damit völlig unnatürlich aus, zudem schluckt so ein Filter locker zwei Blendenstärken Licht." Dazu fehle den Bildern alles, was Kontrast und knackige Farben ausmacht – die wichtigen Gegensätze zwischen dunkel und hell verschwimmen im Diffusen: ohne Blitz keine farbigen Fische.

Doch auch der Einsatz des Blitzes ist unter Wasser völlig anders: "Ein guter Blitz erhellt an Land locker eine Turnhalle. Dieselbe Anlage reicht beim Tauchen für 1,50 Meter", erklärt er. "Wer aufs Budget schauen muss, sollte lieber eine günstige, aber gute Mittelklassekamera kaufen und das gesparte Geld in die Unterwasser-Blitzanlage investieren." Viele Blitze erlauben auch ein dezentes Permanentlicht, um am Meeresgrund interessante Motive in der schwarz-grün-blauen Farbsuppe überhaupt aufspüren zu können. Denn nur so lässt sich am Monitor ein schöner Fisch entdecken – und der Autofokus findet genug Kontrast zum Scharfstellen des Objektivs.

Wer endlich auf den Auslöser drückt, steht vor dem nächsten Problem: "Auch in klarem Wasser befinden sich sehr viele Trubteilchen, die beim Fotografieren das Blitzlicht reflektieren: Das Bild sieht aus, als hätte man Fische in einer Sternschnuppe fotografiert. Da kommt es darauf an, den richtigen, nicht-reflektierenden Winkel zum Objekt zu finden", erklärt Köppel.

Gute Bilder dank Weitwinkelobjektiv

Ein weiteres Hindernis für gute Fotos ist der unter Wasser völlig andere Brechungsindex des Lichts. "Die Motive sehen damit viel näher und größer aus." Daher ist für gute Bilder auch ein Weitwinkelobjektiv notwendig: "Um einen zwei Meter großen Rochen aufs Bild zu bekommen, muss ich etwa drei Meter Abstand haben. Aber das ist zu weit weg für den Blitz – der Fisch wird ohne Farbe kaum zu erkennen sein." Mit dem Weitwinkel könne er sich dem Fisch auf 80 Zentimeter nähern und ihn trotzdem voll aufs Bild bekommen. Ein schöner Nebeneffekt: "Je näher ich dran gehe, umso weniger reflektierende Trubteile schweben mir vor der Linse herum." Bei seinen Tauchgängen arbeite er bei etwa 40 Prozent seiner Aufnahmen mit dem Weitwinkel. Um unter Wasser flexibel fotografieren zu können, sollte sich das Objektiv beim Tauchen auf das Kamerasystem auf- und wieder abschrauben lassen. "Wenn ich Makroaufnahmen von Krabben oder Anemonen mache, ist die Linse fehl am Platz. Ich will aber nicht an Land entscheiden müssen, ob ich Rochen oder Krabben fotografiere."

Salzwasser akribisch abspülen

Wer gutes Equipment besitzt, müsse nicht nur fotografieren können, sondern damit auch an Land umgehen können. "Wer sein System nicht pflegt, macht es ruck zuck kaputt", warnt Köppel. Wichtig sei es, nach jedem Tauchgang das Salzwasser akribisch abzuspülen und abzutrocknen. Nun werden sämtliche Dichtungsringe mit technischem Alkohol abgerieben und darauf frisches Pflegefett aufgetragen, damit keine Sand- und Staubkörner oder eingetrocknete Fettränder daran hängen bleiben. Nur so bleiben sie zuverlässig und langfristig wasserdicht. Dringt Salzwasser ins Innere der Kamera oder in die Objektive, sei meist keine Rettung mehr möglich. 

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