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Himmelsbestattungen in Tibet

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Kloster Seda in Tibet  

Schockierendes Bestattungsritual

02.10.2013, 13:27 Uhr

Himmelsbestattungen in Tibet. Ein Mönch vom Kloster Seda bereitet eine Himmelsbestattung vor. (Quelle: AFP/Peter Parks)

Ein Mönch vom Kloster Seda bereitet eine Himmelsbestattung vor. (Quelle: Peter Parks/AFP)

Andere Länder, andere Sitten. Sollte sich ein Europäer oder Amerikaner in das Kloster Seda verirren und zufällig Zeuge einer Himmelsbestattung werden, könnte der Anblick von Toten und wartenden Geiern sicherlich ein Schock sein. Diese Art der Beerdigung hat jedoch praktische Gründe.

Seda ist die größte buddhistisch-tibetanische Klosterschule und beherbergen fast 40.000 Nonnen und Mönche. Hunderte kleine Häuser drängen sich an den Hang, der in der südwestchinesischen Provinz Sichuan liegt. Seda, auch bekannt unter dem Namen Sertar bedeutet übersetzt "Goldenes Pferd". Seit den tibetischen Unruhen 2008 ist Seda immer wieder ein Ausgangspunkt für Proteste gegen die Volksrepublik China. Über 110 Tibetaner setzten sich seit 2009 selbst in Brand, um ihre Proteste gegen die chinesische Unterdrückung zu verstärken und erlagen in den meisten Fällen ihren schweren Verbrennungen.

Ein außergewöhnliches Beerdigungsritual

Bekannt ist das Kloster allerdings auch für seine Himmelsbestattungen. Diese Art der Bestattung ist in Tibet weit verbreitet. Nach dem Tod verweilt der Leichnam noch drei bis fünf Tage in seinem Haus. Am Tag der Bestattung wird der Leichnam noch vor Sonnenuntergang zum Bestattungsplatz gebracht. Dort wird der nackte Körper von den Leichenbestattern, den sogenannten Ragyapas, zerstückelt und an die zuvor angelockten Aasgeier verfüttert. Die Tibetaner glauben, dass die Geier ihre Verstorbenen ins sogenannte Bardo bringen, einen Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt.

Die Himmelsbestattung ist für den Buddhismus eigentlich unüblich. Der Grund für die ungewöhnliche Bestattung ist der Mangel an Brennholz und die zu harten und gefrorenen Böden. 1960 wurde die Himmelsbestattung von der chinesischen Regierung verboten, 20 Jahre später jedoch wieder erlaubt.

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