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Apple erhöht Preise für iOS-Apps: EU-Richtlinie ist Auslöser

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Neue EU-Richtlinie  

Apple erhöht die Preise für iOS-Apps

09.01.2015, 18:32 Uhr | t-online.de

Apple erhöht Preise für iOS-Apps: EU-Richtlinie ist Auslöser. Apple App Store (Quelle: imago/Philipp Szyza)

Apple erhöht die Preise für Apps. (Quelle: Philipp Szyza/imago)

Apple hat in einer E-Mail an seine App-Entwickler Preiserhöhungen für den App-Store angekündigt. In der EU, Norwegen und Kanada sollen Apps demnach ab dem 9. Januar teurer werden. Als Begründung führt Apple den schwankenden Euro-Kurs und die Änderungen bei der Berechnung der Umsatzsteuer in der EU an.

"In den nächsten 36 Stunden werden die Preise im App Store für alle Länder in der EU als auch in Kanada und Norwegen steigen", steht in der E-Mail. Apple selbst nennt darin keine konkreten Zahlen, doch es gibt Schätzungen, dass der Mindestpreis für kostenpflichtige Apps von 89 auf 99 Cent steigt. Betroffen sind nicht nur die Apps für iPhone und iPad, sondern auch die Software im App Store für Mac OS X, dem Betriebssystem von Notebooks und Desktop-Rechnern.

Apple legt im App-Store nur den Mindestpreis fest, den ein Entwickler verlangen muss, wenn er seine App nicht kostenlos anbieten will. Alle Preise darüber kann der Entwickler selbst bestimmen. Apple selbst gab zu der E-Mail und der Preiserhöhung auch auf Nachfrage von t-online.de keine offizielle Stellungnahme ab.

EU-Richtlinie ist Auslöser

Der wesentliche Grund für die Preiserhöhung ist eine EU-Richtlinie für die Umsatzsteuer, die jetzt in den Mitgliedstaaten umgesetzt wird. Die Richtlinie sieht vor, dass der Umsatzsteuersatz nicht mehr am Unternehmenssitz gilt, sondern an dem Ort gilt, an dem die Dienstleistung erbracht wird.

Apples europäisches iTunes- und App-Store-Geschäft wird von einer Niederlassung in Luxemburg betrieben. Nach der bisherigen Regelung berechnete Apple für digitale Waren die 15 Prozent Mehrwertsteuer, die in Luxemburg gelten. Mit der neuen Richtlinie muss Apple jetzt von deutschen Kunden 19 Prozent Mehrwertsteuer nehmen.

Schwacher Euro-Kurs treibt Preise auch hoch

Ein weiterer Grund für die Preiserhöhung ist die Tatsache, dass der Kurs des Euro vom Sommer 2014 bis Anfang Januar 2015 deutlich eingebrochen ist. Bekam man Mitte des vergangenen Jahres noch 1,35 US-Dollar für einen Euro, so sind es derzeit 1,18 US-Dollar. Apple verdient deshalb mit seinen iTunes- und App-Stores weniger und will das mit dem Preisanstieg teilweise auffangen.

Wegen der schwankenden Wechselkurse werden die Preise für Apple-Hardware auch nicht mit den tatsächlichen Wechselkursen, sondern fast 1:1 in Euro umgerechnet – damit vermeidet Apple das Risiko, die Ware in der EU unter den US-Preisen zu verkaufen. Rechnet man die Dollarpreise für ein MacBook oder andere Geräte mit dem jeweiligen Wechselkurs in Euro um, dann wären sie bei uns günstiger, als sie tatsächlich verkauft werden.

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