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"Pokemon Go": So gerät das Spiel von Nintendo ins Visier von Kriminellen

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Hype-App von Nintendo  

Kriminelle haben "Pokemon Go" im Visier

13.07.2016, 13:22 Uhr | dpa, t-online.de

"Pokemon Go": So gerät das Spiel von Nintendo ins Visier von Kriminellen. "Pokemon Go" sorgt für einen weltweiten Hype. Das nutzen Kriminelle aus. (Quelle: imago/Kyodo News)

"Pokemon Go" sorgt für einen weltweiten Hype. Das nutzen Kriminelle aus. (Quelle: Kyodo News/imago)

Mit "Pokemon Go" steigt Nintendo ins Geschäft der Smartphone-Spiele ein – und das sehr erfolgreich. Um das neue Spiel ist ein ziemlicher Hype entstanden, leider nicht nur bei den Spielern. Kriminelle haben offenbar online wie offline die App im Visier.

Der Clou an der App: Die "Pokemon" werden bei eingeschalteter Kamera auf dem Bildschirm in die echte Umgebung eingeblendet. Der Spieler kann die kleinen Monster dann etwa fangen, trainieren und mit ihnen kämpfen.

USA: Kriminelle lauern Spielern auf

In den USA nutzten Kriminelle die App bereits für reale Verbrechen. An so genannten "Poke-Stops", realen Standorten, können Spieler Gegenstände ablegen oder einsammeln. Meist sind diese Poke-Stopps an bekannten Sehenswürdigkeiten, aber eben nicht immer.

Vier Jugendliche im Bundesstaat Missouri haben an einem abgelegenen Poke-Stop Spielern aufgelauert und sie mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt, berichtete die lokale Polizei bei Facebook.

Außerdem klagte ein Mann sein Leid in Online-Netzwerken, nachdem sein Haus versehentlich als "Poke-Stop" markiert worden war. Und schon am Samstag fand eine 19-Jährige auf der Suche nach den "Pokemon" eine Leiche in einem Fluss im US-Bundesstaat Wyoming, wie das Portal "County 10" berichtete.

Vorsicht vor inoffiziellen "Pokemon Go"-Versionen

Bisher ist das Spiel offiziell nur in den USA, Neuseeland und Australien verfügbar. Der Andrang auf das Spiel war dort so groß, dass sich die Entwickler gezwungen sahen, den weltweiten Marktstart zu verschieben. So sollen die häufig überlasteten Server geschont werden.

Mit einigen Tricks lässt sich die App allerdings auch in anderen Ländern, auch in Deutschland, auf dem Handy installieren. Dies birgt gerade für wenig erfahrene Nutzer Gefahren. Hacker nutzten das bereits, um Schadsoftware, die sich als "Pokemon Go" tarnt, im Netz zu platzieren. Damit könnten Kriminelle die Kontrolle über das Smartphone übernehmen, wie der IT-Sicherheitsdienstleister Proofpoint warnte. Proofpoint fand in inoffiziellen Android-Installationspaketen die Schadsoftware "DroidJack".

"Pokemon Go" ist Befreiungsschlag für Nintendo

Trotz dieser Begleiterscheinungen ist das Spiel ein riesiger Erfolg für die Entwickler Nintendos Pokemon Company und die ehemalige Google-Tochter Niantic Labs. In den USA wurde es nach einem Tag nach Berechnungen von Experten auf etwa jedes 20. Android-Handy geladen. Im iTunes-Store von Apple führt die App die Liste der kostenlosen Programme an. 

Vor allem für Nintendo ist der Erfolg des Spiels ein Befreiungsschlag. Die Aktie stieg am Montag um fast ein Viertel. Der Videospiele-Pionier ignorierte lange den Markt der Smartphone-Apps. Die Verkäufe der relativ erfolglosen TV-Konsole Wii U und der mobilen 3DS sinken. Gleichzeitig verbringen die Leute immer mehr Zeit mit den günstigen bis kostenlosen Smartphone-Spielen.

Der japanische Traditionskonzern befürchtete, mit Smartphone-Apps seine Erlöse aus Spieleverkäufen abzuwürgen. Denn dort dominiert das "Freemium"-Modell: Das Spiel selbst ist kostenlos, Gegenstände im Spiel dagegen kosten Geld (In-App-Käufe).

Auch "Pokemon Go" für Android und iOS kostet zunächst einmal nichts. Dafür muss man dann zum Beispiel für einen Sack mit 1200 Pokemünzen – der Währung in der App – 9,99 Euro berappen. Mit diesen Münzen erwirbt man dann im Spiel weitere Gegenstände.

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