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WhatsApp: Hamburg verbietet Facebook den Datenaustausch

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Hamburg erlässt Anordnung  

WhatsApps Datentausch ist ab sofort verboten

28.09.2016, 07:44 Uhr | t-online.de

WhatsApp: Hamburg verbietet Facebook den Datenaustausch. Rechtlich nicht in Ordnung: WhatsApp gibt die Telefonnummern seiner Nutzer an Facebook weiter.  (Quelle: imago/Rüdiger Wölk)

Rechtlich nicht in Ordnung: WhatsApp gibt die Telefonnummern seiner Nutzer an Facebook weiter. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago)

Hamburgs oberster Datenschützer Johannes Caspar hat Facebook verboten, Telefonnummern oder andere Daten von WhatsApp-Kunden zu erheben und zu speichern. Die neuen AGB von WhatsApp sehen genau dies vor. Bereits getauschte Daten soll Facebook löschen. 

Ende August führte WhatsApp neue AGB ein, die zum 25. September in Kraft traten. Darin nimmt sich der marktführende Chat-Dienst unter anderem das Recht heraus, die Telefonnummern seiner Nutzern an den Mutterkonzern Facebook weiterzugeben – egal ob ein WhatsApp-Nutzer bei Facebook registriert ist oder nicht.

Die neuen Bestimmungen stießen auf heftige Kritik bei Verbraucher- und Datenschützern. Nach einer Abmahnung des Verbraucherzentrale Bundesverbands wurde nun auch der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar aktiv und erließ eine Verwaltungsanordnung.

WhatsApp-Datentausch ohne Rechtsgrundlage

Nach dem Erwerb von WhatsApp durch Facebook wurde den Nutzern versichert, dass Nutzerdaten nicht miteinander ausgetauscht werden, mahnt die Datenschutzbehörde in einer Pressemitteilung an. "Dass dies nun doch geschieht, ist nicht nur eine Irreführung der Nutzer und der Öffentlichkeit, sondern stellt auch einen Verstoß gegen das nationale Datenschutzrecht dar."

Weiterhin gebe es für den Datenaustausch zwischen Facebook und WhatsApp weder eine Rechtsgrundlage noch eine wirksame Einwilligung der Nutzer. "Es muss ihre jeweilige Entscheidung sein, ob sie eine Verbindung ihres Kontos mit Facebook wünschen. Dazu muss Facebook sie vorab um Erlaubnis fragen. Dies ist nicht geschehen", so Caspar.

Facebook ist rechtlich an die Anordnung aus Hamburg gebunden. Allerdings kann sich das Unternehmen je nach Dringlichkeit und Rechtslage juristisch gegen das Verbot wehren oder eine Aufschiebung erwirken.

In einer ersten Reaktion entgegnete das Online-Netzwerk: "Facebook befolgt das EU-Datenschutzrecht." Man sei offen dafür, mit dem Hamburger Datenschützer zu arbeiten, um seine Fragen zu beantworten und Sorgen zu zerstreuen.

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