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Snowden: Apple gewöhnt uns an Gesichtsscans

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Apple iPhone X  

Wie sicher ist Gesichtserkennung?

14.09.2017, 11:13 Uhr | rk, t-online.de

Snowden: Apple gewöhnt uns an Gesichtsscans. Apple führt die Gesichtserkennung ein, mit gefährlichem Gewöhnungseffekt? (Quelle: Apple)

Apple führt die Gesichtserkennung ein, mit gefährlichem Gewöhnungseffekt? (Quelle: Apple)

Apples neues iPhone X verzichtet auf "Touch ID" und nutzt zum Entsperren ausschließlich Gesichtserkennung. "Überraschend sicher", kommentiert der NSA-Whistleblower Edward Snowden. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Technik missbraucht wird.

Viele Smartphone-Nutzer haben sich mittlerweile an den Komfort biometrischer Authentifizierung gewöhnt, statt Pins, Mustern oder gar Passwörtern einzugeben. Selbst Einstiegsgeräte tragen mittlerweile Fingerabdruckscanner, das jetzt vorgestellte Apple iPhone X ersetzt diesen komplett durch die Face-ID-Gesichtsscans. Eine gefährliche Entwicklung?

Die Sensorleiste des iPhone X projiziert 30.000 Punkte auf Gesichter zur Authentifizierung. (Quelle: Apple)Die Sensorleiste des iPhone X projiziert 30.000 Punkte auf Gesichter zur Authentifizierung. (Quelle: Apple)

"Die Technologie der Gesichtserkennung wird mit Sicherheit missbraucht"

Edward Snowden, der 2013 als CIA-Mitarbeiter den weltweiten Überwachungsapparat des US-Geheimdiensts NSA offenlegte, warnt vor der Gewöhnung an biometrische Scans, speziell der Gesichtserkennung. Apples Umsetzung sei zwar überraschend robust und lasse sich sogar per Panik-Schalter deaktivieren (fünfmal den Power-Knopf drücken), sie gewöhne die Nutzer aber auch an eine Technologie, die mit Sicherheit missbraucht werde.

Damit ist weniger das iPhone X gemeint. Ein Neustart des Telefons erfordert eine Pin-Eingabe, wie Apples Präsentation der Gesichtserkennung Face ID unfreiwillig vorführte. Das sei notwendig, weil US-Polizisten die Nutzer zum Entsperren des Smartphones per Fingerabdruck oder Gesicht zwingen können. Wer die Augen schließt, kann verhindern, dass ein Dritter mit dem iPhone in der Hand das Gesicht scannt. Auch Transaktionen müssen extra genehmigt werden. 

Laut Apple ist der Login per Gesicht sicherer als per Fingerabdruck. Die biometrischen Daten werden von dem "neural engine processor" abgeglichen und verlassen das Gerät nicht. Im Prinzip könnte Apple nicht nur feststellen, wer gerade liest und Inhalte für bestimmte Nutzer sperren oder freischalten. Der Scanner kann Gemütszustände, Emotionen und Gesundheit oder sogar sexuelle Präferenz an die "neural engine" liefern.

Anrufe, SMS und Benachrichtungen werden auf Wunsch schon unterdrückt, wenn das iPhone den Nutzer am Steuer eines Autos wähnt. Das hat weniger mit Gesichtserkennung sondern mehr mit Bewegungsmeldern zu tun, zeigt aber das neue Sensorik nicht auf den ursprünglichen Zweck beschränkt bleiben muss.

Die Gefahren der Gesichtserkennung

Nicht nur das iPhone X kann Gesichter scannen, Google und Facebook machen das für Fotos und im sozialen Netzwerk schon eine Weile. Das soziale Netzwerk "Badoo" sucht mit der Technik nach potentiellen Kontakten, die Ex-Partnern oder Promis ähnlich sehen.

In Russland durchforstet eine Software "Findface" die Bilddatenbanken des Facebook-Pendants "VKontakte" und identifiziert Amateur-Pornodarsteller aus einschlägigen Webseiten. Und am Berliner Bahnhof Südkreuz startete Innenminister De Maizière einen umstrittenen Gesichtserkennungs-Test, um Gefährder zu finden.

Das Beispiel aus Russland mit der Identifizierung von Personen in sozialen Netzwerken stößt auf eine Selfie-Kultur in der eine ganze Generation von "Digital Natives" die Folgen für die Aufgabe der Anonymität nur schwer überblicken kann.

Dass Apple die Gesichtsdaten nur auf dem Gerät speichert und sich mit den US-Diensten regelmäßig um Zugriff streitet, führt dazu, dass es immer wichtiger wird, dass Nutzer dem Hersteller vertrauen, dass dieser seine Daten nicht speichert und weitergibt. Laut Edward Snowden haben US-Dienste über das "Prism"-Programm sowieso umfangreichen Zugriff.

Gewöhnen wir uns an Gesichtserkennung auch in der Öffentlichkeit? (Quelle: dpa/Marc Tirl)Gewöhnen wir uns an Gesichtserkennung auch in der Öffentlichkeit? (Quelle: Marc Tirl/dpa)

Dass Identifizierung ganze Leben zerstören kann, führte der Hack des Seitensprung-Portals Ashley Madison vor. Forscher entwickelten jetzt einen Algorithmus, der bei fünf Porträts einer Person mit Trefferquote von 91 Prozent (Männer, 83 Prozent bei Frauen) festellen kann, ob sie homosexuell ist. Bei nur einem Bild als Grundlage liegt die Quote bei 81 Prozent. Sie ist damit deutlich höher als bei einem menschlichen Beobachter. In vielen Staaten steht Homosexualität immer noch unter Strafe.

Was kann Apple tun? Nicht viel, wenn es den Verkauf des neuen iPhones mit Datenschutz-Bedenken nicht gefährden will. Die Gefahren der Technologie müssen gesellschaftlich noch diskutiert werden. Der US-Senator Al Franken hat die Diskussion mit einem Fragenkatalog an Apple bereits gestartet.

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