Googles Neuheiten-Kracher

Diese smarten Kopfhörer können Fremdsprachen übersetzen

05.10.2017, 13:15 Uhr | dpa-AFX

Die "Pixel Buds" von Google sind smarte Kopfhörer, die fremde Sprachen übersetzen können.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, will Google mit Hilfe künstlicher Intelligenz smartere Geräte für alle Lebenslagen bauen. Der Internet-Riese stellte eine kleine Kamera vor, die selbst entscheiden kann, wann sie einen Schnappschuss oder ein Video aufnimmt. Und einen smarten Kopfhörer, der übersetzen kann. 

Seine Ambitionen im Smartphone-Geschäft untermauert Google mit neuen Modellen, die es mit teuren Konkurrenzgeräten von Apple und Samsung aufnehmen sollen. Ein Jahr nach seinen ersten "Pixel"-Smartphones stellte der Internet-Konzern am Mittwoch ein "Pixel 2" in ähnlicher Größe sowie eine XL-Version mit 6-Zoll-Bildschirm vor. Bei ihr füllt das Display fast die gesamte Frontseite des Geräts bis auf Streifen für Lautsprecher am oberen und unteren Ende aus.

Die neue Funktion "Google Lens"

Während die Google bei den Geräten auf eher schlichtes Design setzt, soll die Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz den Unterschied machen. So ist in die Geräte der sprechende Google Assistant integriert. Die neue Funktion "Google Lens", bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, funktioniert zunächst nur in der Foto-App. Später soll es aber reichen, einfach die Smartphone-Kamera zum Beispiel auf ein Objekt oder ein Gebäude zu richten.

Eine neue Anwendung für seine lernenden Maschinen findet Google bei der automatischen Musikerkennung. Bei eingeschalteter Funktion identifiziert das Telefon alle Songs, die in seiner Umgebung laufen und blendet die Titel ein. Über die Benachrichtigungen können sie dann zum Beispiel bei der hauseigenen Video-Plattform YouTube abgerufen werden. Zum Erkennen sind "Fingerabdrücke" von zehntausenden Songs direkt auf dem Gerät gespeichert und werden wöchentlich aktualisiert. Eine Herausforderung für eine solche Funktion sei bereits schon, die Musik von Umgebungsgeräuschen zu unterscheiden, sagte Produktmanager Matt Kulick.

Smarte Kamera: Sie erkennt von selbst, wann sie auslösen soll.

Die neue "Porträt"-Funktion

Bei der Kamera bekommen die "Pixels" nun auch die zuvor von Apple eingeführte "Porträt"-Funktion, bei der der Hintergrund per Software verschwommen dargestellt wird. Dadurch sollen die Smartphone-Fotos denen von einer Spiegelreflexkamera ähnlich sehen. Apples iPhones nutzen dafür eine Doppel-Kamera, Google erklärt stattdessen, dank eines Bildsensors mit kombinierten Pixeln mit nur einer Linse auszukommen. Zusätzlich wird der "Porträt"-Effekt auch für die Selfie-Kamera eingeführt – allerdings nur per Software erstellt.

Ähnlich wie bei Apple gibt es auf den Telefonen nun auch "lebendige" Fotos, die einige Sekunden Bewegung einfangen. Google verspricht dabei, dass Software automatisch erkennt, ob sich ein solches Bild lohnt oder die Bewegung dafür zu schnell ist und zu schlechten Ergebnissen führen würde.

Ear Buds: Smarte Kopfhörer mit Übersetzung

Diese Bluetooth-Kopfhörer können mehr, als nur Musik abspielen. Wird der rechte Kopfhörer gedrückt, kann man den Google Assistenten per Sprache anweisen, Musik abzuspielen oder eine Wegbeschreibungen zu geben, er kann auch ankommende Nachrichten vorlesen. Dazu braucht es ein Pixel-2-Smartphone. Dann können die Pixel Buds auch als Dolmetscher dienen.

Dazu drückt man auf den rechten Kopfhörer und sagt “Hilf mir, Italienisch zu sprechen”, erklärt Google. Während  man sprecht, gibt der Lautsprecher des Pixel-2-Smartphones den gesprochen Text auf Italienisch wieder. Die Antwort des Gesprächspartners wird auf Deutsch direkt über die Ohrhörer ausgegeben. Sie sind ab November für 179 Euro zu haben. 

Google-Assistent durch Drücken des Telefons auslösbar

Das kleinere Smartphone "Pixel 2" lässt Google wie das Vorjahresmodell vom Smartphone-Spezialisten HTC fertigen, die XL-Version wird von LG gebaut. Google hatte jüngst angekündigt, bei HTC für 1,1 Milliarden Dollar Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung sowie einige Patente zu übernehmen.

Von einem HTC-Gerät bekamen die neuen "Pixel" auch eine ungewöhnliche Bedienfunktion. Drückt man die Telefone in der unteren Hälfte zusammen, wird der Google Assistent aktiviert. Dabei hat man das Gefühl, dass das Aluminium-Gehäuse nachgibt – das ist aber nur ein Effekt, der von kleinen Motoren erzeugt wird. Anders als Apple bei seinem neuen iPhone X setzt Google bei den "Pixel 2"-Modellen weiterhin auf den Fingerabdruck-Sensor statt Gesichtserkennung und verzichtet auf kabelloses Laden. Das "Pixel 2" wird in Deutschland ab 799 Euro verkauft und die XL-Version ab 939 Euro.

Google Home als Mini-Version und das Hybridgerät "PixelBook"

Google betonte zuletzt immer wieder, der Konzern meine es ernst mit dem eigenen Hardware-Geschäft. Neben Smartphones gehört zum Angebot auch der smarte Lautsprecher Google Home. Davon gibt es zum Weihnachtsgeschäft neu eine Mini-Version zum Kampfpreis von 50 Dollar. Außerdem kündigte der Konzern das 399 Dollar teure Modell Google Home Max an, bei dem künstliche Intelligenz dabei helfen soll, den Hifi-Sound an den jeweiligen Raum anzupassen.

Als erstes Hybridgerät aus Laptop und Tablet mit dem Google Assistant an Bord wurde das PixelBook mit 12,3-Zoll-Bildschirm zum Preis von 999 Dollar vorgestellt. Ein innovatives Gerät ist die Kamera Google Clips, die selbst entscheidet, wann sie sieben Sekunden lange Videos aufnimmt, aus denen der Nutzer dann auch Fotos aussuchen können. Die 249 Dollar teure Kamera kann auch Menschen und Tiere erkennen. Google betont, dass die Daten grundsätzlich verschlüsselt auf dem Gerät bleiben, bis man sie zum Bearbeiten auf ein Smartphone exportiert.

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